02.09.2013

LANDWIRTSCHAFTTragödie im Schweinestall

Der Fall von über 900 verendeten Schweinen im münsterländischen Vreden wird zum Ärgernis für den Deutschen Bauernverband: Die Tiere waren Ende Juli im Stall eines Schweinemästers erstickt, vermutlich weil die Klimaanlage ausgefallen war. Der Stall gehört ausgerechnet Johannes Röring, einem CDU-Bundestagsabgeordneten und hohen Funktionär des Deutschen Bauernverbandes. Röring ist zudem in der Prüforganisation Qualität und Sicherheit für die Standards der Schweinezucht zuständig. Der Agrarlobbyist will Anfang September die "Initiative Tierwohl" vorstellen, einen Zusammenschluss von konventionellen Tierzüchtern und Händlern, die für strengere Standards in der Fleischproduktion sorgen wollen. Bauern, die ihre Tiere besser halten und beispielsweise die Bestandsdichte reduzieren, sollen höhere Preise bekommen. Es helfe nicht, wenn die Haltungsbedingungen ein bisschen verbessert würden, sagt dagegen Friedrich Ostendorff, der agrarpolitische Sprecher der Grünen. "Der Vorfall zeigt, dass diese Form der Tierhaltung trotz modernster Technik fatale Folgen für die Tiere hat." Wenn es nur noch darum gehe, möglichst viele Tiere möglichst schnell wachsen zu lassen, steige unweigerlich das Risiko. Die Behörden gehen derzeit davon aus, dass erst die Belüftung und dann die Alarmanlage in dem fast luftdicht verschlossenen Stall von Röring ausgefallen war und die Tiere deshalb erstickt waren.

DER SPIEGEL 36/2013
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