25.09.2013

SPIEGEL-GESPRÄCH„Ein furchtbares Leben“

Emotionale Unreife, null Empathie - der Bonner Jugendpsychiater Michael Winterhoff, 58, diagnostiziert bei den Kindern von heute einen akuten Seelennotstand. Schuld sind mal wieder die Eltern, aber auch Erzieher und Lehrer.
SPIEGEL: Herr Winterhoff, wenn wir Sie richtig verstehen, ziehen wir eine Generation lustorientierter Egoisten und Narzissten heran. Müssen wir uns vor unseren eigenen Kindern fürchten?
Winterhoff: Nicht doch. Zum einen behaupte ich ja nicht, dass generell alle Kinder sich zwangsläufig zu Egoisten entwickeln. Zum anderen sehe ich auch nicht nur Narzissten. Ich stelle vielmehr die Frage, ob diese Kinder zu lebensfähigen Menschen werden.
SPIEGEL: Und diese Frage verneinen Sie. Was macht Sie so pessimistisch?
Winterhoff: Ich halte oft Vorträge in der Wirtschaft, vor Berufsverbänden. Die Firmen berichten von massiven Problemen, Auszubildende zu finden. Die jungen Menschen haben Schwierigkeiten mit ihrer Arbeitshaltung, mit Pünktlichkeit, dem Erkennen von Strukturen und Abläufen. Das ist doch ein riesiger Widerspruch: Wir leben in einer Zeit, in der wir unglaublich viel für unsere Kinder tun, wir haben ein sehr gutes Bildungswesen, und trotzdem scheint es nicht zu fruchten.
SPIEGEL: In Ihrem neuen Buch "SOS Kinderseele" schreiben Sie, die Gesellschaft breche auseinander, wenn ihr der Kitt fehle: die emotionale und soziale Intelligenz, über die unsere Kinder angeblich nicht mehr verfügen. Das klingt alarmistisch.
Winterhoff: Es geht mir nicht um Alarmismus. Aber sehen Sie, zu Beginn meiner Laufbahn vor 28 Jahren hatte eine Klasse im Schnitt zwei auffällige Kinder. Vor drei Jahren stand im Bundesbildungsbericht, dass fast jeder zweite Schulabgänger
schon beim Berufseinstieg Schwierigkeiten hat. Das Problem ist nicht, dass die Heranwachsenden grundsätzlich nicht in der Lage wären, arbeiten zu gehen. Aber viele sind auf einer frühen emotional-sozialen Stufe stehengeblieben, ungefähr auf der eines 10 bis 16 Monate alten Kleinkinds. Sie leben rein lustorientiert in den Tag, denken nicht an morgen. Sie sind nicht in der Lage, in Konflikten ihren Eigenanteil zu sehen, aus ihnen zu lernen. Obwohl sie gut erzogen sind, verfügen sie nicht über ein Unrechtsbewusstsein.
SPIEGEL: Was Sie beschreiben, hört sich fast apokalyptisch an: eine Generation Jugendlicher, die nichts dabei findet, mit höflichem Lächeln, aber eiskalter Seele Verbrechen zu begehen. Als Beleg dient Ihnen ein Kriminalfall ...
Winterhoff: ... aus meiner Praxis, und der Fall ist nur einer von vielen dieser Art. Der besagte Junge ist 17, freundlich, zuvorkommend, ein Einser-Schüler auf dem Gymnasium. Wer ihn sieht, kann sich nicht vorstellen, dass er seine Mutter regelmäßig aufs ordinärste beschimpft - immer dann, wenn er nicht bekommt, was er will. Letztens ist er an einem Sonntag in einen Baumarkt eingestiegen. Nimmt seinen elfjährigen Bruder mit, pitscht den Maschendrahtzaun auf und wundert sich, dass auf einmal die Polizei dasteht.
SPIEGEL: Was wollte er?
Winterhoff: Sein Kart war defekt. Der Motor einer Kettensäge eignet sich als Ersatz. Also marschiert er los, eine Kettensäge klauen. Null Unrechtsbewusstsein. Und keine Empathie gegenüber seinem Bruder, den er in die Sache reingezogen hat. Der Junge saß dann hier in der Praxis und wusste gar nicht, weshalb! Da stellt sich die Frage: Wie kommt der denn dazu?
SPIEGEL: In Ihrer Praxis sehen Sie tagein, tagaus extreme Fälle - das sind doch Ausnahmen!
Winterhoff: Meinen Sie? Ich bin viel unterwegs und treffe auf Fachleute, auf Lehrer, Erzieher, die jeden Tag solche Kinder vor sich haben. Nehmen wir die Grundschule. Bis etwa Mitte der neunziger Jahre war es selbstverständlich, dass ein Kind in der Lage war, vier Stunden auf dem Stuhl sitzen zu bleiben. Das Kind hat erkannt: Im Unterricht sitze ich, in der Pause darf ich rennen. Es war lernwillig, wissbegierig, hat seine Lehrerin als solche erkannt. Heute berichten Lehrer, dass ebenjene Kinder zur Ausnahme geworden sind. Sie schätzen, dass 50 bis 70 Prozent der Kinder in der Grundschule nicht altersgemäß entwickelt sind.
SPIEGEL: Aber der Weg von einem Kind, das nicht stillsitzt, bis zu einem jugendlichen Einbrecher ist weit.
Winterhoff: Natürlich, die meisten Kinder werden sich nicht so entwickeln. Die größte Gruppe werden Kinder bilden, die noch als Erwachsene auf dem Schoß ihrer Eltern sitzen. Für die ist die Welt so lange in Ordnung, wie sie in der bezahlten Wohnung leben, 24 Stunden Internetanschluss haben, einen vollen Kühlschrank und saubere Wäsche. Aber sobald man von denen etwas einfordert, flippen sie aus.
SPIEGEL: Jede Gesellschaft schimpft über ihren Nachwuchs. Damals war es die Null-Bock-Generation, heute sind es Slacker, Rumhänger. Schon in Mesopotamien schrieb man vor 4000 Jahren: "Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos, die jungen Leute hören nicht auf ihre Eltern, das Ende der Welt ist da."
Winterhoff: Auf die Gefahr hin, dass es jetzt doch nach Alarmismus klingt: Wenn man die Sache neutral betrachtet, hat sich noch jede Hochkultur selbst zerstört. Man mag annehmen, das läge daran, dass die Oberschicht dekadent wird. Ich glaube aber, die Entwicklung, die ich bei den Jugendlichen beobachte, ist das eigentlich Erschreckende. Wie schlimm es um sie steht, sieht man auch daran, dass die Zahl der Ergo-, Logo- und sonstigen Therapien zunimmt.
SPIEGEL: Moment! Dass wir unsere Kinder wahrscheinlich übertherapieren, beweist nicht, dass sie wirklich kränker sind.
Winterhoff: Ich gebe Ihnen recht. Dieser Umkehrschluss ist falsch. Dennoch läuft etwas schief. Wieso fragen mich denn die Arbeitgeber, die Ausbilder: Was sollen wir mit unserem Nachwuchs machen? Nachdem die Kinder durch Kita und Schule geschleust wurden, kommt ja hier die erste echte Prüfung: der Arbeitsplatz. Die Schulen mögen ihre Ansprüche herunterschrauben, aber die Anforderungen der Industrie sind noch die gleichen.
SPIEGEL: Viele kommen schon mit fünf in die Schule, bangen um den Gymnasialübertritt, werden dann durch G8 geschleust. Vielleicht sind die Kinder einfach überanstrengt?
Winterhoff: Ihre Vermutung würde zutreffen, wenn nur Gymnasiasten Probleme hätten. Dann müsste man Druck rausnehmen, vielleicht würde das helfen. Aber Sie müssen sehen, das wir auf breiter Ebene seit Jahren die Leistungsanforderungen zurückschrauben. In Nordrhein-Westfalen mussten die Kinder früher drei- bis viertausend Wörter richtig schreiben, seit vielen Jahren nur noch tausend. Wir schaffen den Werkunterricht ab, demnächst vielleicht die Hausaufgaben. Dauernd reduzieren wir das Niveau. Das, was Kinder heute in einer Grundschule an Leistung erbringen, ist weit entfernt von dem, was vor 10 oder 20 Jahren gefordert wurde.
SPIEGEL: Was, glauben Sie, hat sich seitdem grundsätzlich verändert?
Winterhoff: Die emotionale und soziale Entwicklung vieler Kinder entspricht nicht mehr ihrem Alter. Ein Beispiel: Ich sitze hier vor Ihnen, werde interviewt. Jetzt, in diesem Moment, muss es mir völlig egal sein, ob ich Hunger habe, müde bin oder aufgeregt - ich muss mich auf Sie einstellen können. Dies leistet meine emotionale und soziale Psyche. Ist sie gut entwickelt, handelt der Mensch umsichtig, vorausdenkend, er kann Prioritäten setzen und seine eigenen Bedürfnisse ausblenden. Das hat nichts mit Erziehung zu tun. Das ist eine Entwicklung: Mit drei Jahren ist man kindergartenreif, mit sechs Jahren schulreif, mit 16 Jahren ausbildungsreif. Bei vielen ist das aber leider nicht mehr der Fall.
SPIEGEL: Wie verläuft diese Entwicklung normalerweise?
Winterhoff: Der Säugling kommt auf die Welt und schreit, seine Bedürfnisse müssen sofort befriedigt werden. Allmählich lernt er zu warten. Zwischen dem 10. und dem 16. Monat erkennt das Kind dann den Unterschied zwischen einem Menschen und einem Gegenstand. Zwischen zwei und drei Jahren kennt es die unterschiedlichen Erziehungspersonen und orientiert sich an den Reaktionen der Erwachsenen, so dass es mit etwa fünf Jahren weiß: Dies ist richtig, jenes falsch.
SPIEGEL: Erziehung wird jetzt wichtig?
Winterhoff: Nein, ich bin kein Pädagoge, ich spreche nicht über Erziehung, sondern über die Entwicklung der Psyche. Unter Erziehung verstehen wir immer: Die Kinder sollen Regeln lernen und sich entsprechend verhalten. Aber an dem Entwicklungsmodell sieht man, dass es nicht über das bloße Regeln-Lernen funktioniert, sondern über das Erleben. In einem Kindergarten lernt ein Kind im Beisammensein mit der Erzieherin die Regeln und Abläufe des Tages. Zu Hause tut es das Gleiche mit den Eltern. Auf dieser Stufe der Entwicklung bildet sich automatisch ein Interesse an Kulturtechnik. Das Kind will lesen, schreiben, rechnen lernen. Was es tut - still sitzen bleiben, Hausaufgaben erledigen -, tut es für den Lehrer, die Eltern.
SPIEGEL: Wo genau läuft Ihrer Meinung nach etwas schief?
Winterhoff: Die Eltern haben sich verändert, die Bezugspersonen. Früher war das Thema Burnout einigen wenigen Top-Managern vorbehalten. Heute sind viele Menschen davon betroffen. Es fällt ihnen schwer, in sich zu ruhen. Morgens wacht man auf, denkt an das, was man machen muss, ist im Kopf schon wieder weit weg. Aber eine wichtige Bedingung dafür, dass sich die Psyche des Kindes gut entwickelt, ist, dass der Erwachsene, an dem es sich orientiert, in sich ruht. Diese Ruhe überträgt sich auf das Kind. Der Dauerzustand der meisten Erwachsenen aber ist heute der Katastrophenmodus.
SPIEGEL: Erklären Sie uns das?
Winterhoff: Wir haben ein Programm für Katastrophen in uns. Bei einem Feueralarm würden wir jetzt, ohne lange nachzudenken, rausrennen, uns retten. Wird die Katastrophe aber zum Dauerzustand, tritt die Intuition in den Hintergrund. Sie reagieren stets panisch-kopfgesteuert, es brodelt ständig.
SPIEGEL: Das Kind liegt vor der Supermarktkasse und schreit. Wie reagiert der Erwachsene im Katastrophenmodus?
Winterhoff: Er will das alles ganz schnell regeln. Fühlt er sich der Situation nicht gewachsen, geht er das Kind vielleicht barsch an, will gleich, dass es gehorcht, und dadurch dreht es noch mehr auf. Wenn man unter Strom steht, muss der Einkauf einfach klappen, da ist das Geschrei ein Störfaktor, den es zu beheben gilt. Dann explodiert die Sache. Wenn man dann aber gelassen bleibt, kann man sich zum Beispiel dafür entscheiden, das Kind ganz ruhig aus der Situation herauszunehmen, kurz vor die Tür zu gehen, es sich beruhigen lassen.
SPIEGEL: Die unentspannten Eltern sind mal wieder schuld. Hilft dieser Vorwurf den Kindern?
Winterhoff: Es ist mir noch nie darum gegangen, Eltern anzuklagen.
SPIEGEL: Dann nehmen wir die Eltern doch mal raus - vielleicht sind die entspannter, als Sie denken. Gibt es dann noch ein Problem?
Winterhoff: Problematisch sind diese vermeintlich neuen Konzepte, die von sich behaupten, die Kinder Selbstkompetenz lehren zu wollen. Freiarbeit, freies Spiel, im "Kindercafé" essen, wann und wie viel die Kleinen jeweils gerade wollen.
SPIEGEL: Was ist dagegen einzuwenden?
Winterhoff: Wenn sich kleine Kinder schon in der Kita frei aussuchen sollen, was sie machen, ist das eine völlige Reizüberflutung. Dann nimmt das Gehirn nichts auf. Nervenzellen werden nur gebildet, wenn stets die gleichen Wiederholungen ablaufen. Deshalb sind regelhafte Abläufe wichtig. Und, noch wichtiger: Die Psyche des Kindes bildet sich an seinem Gegenüber aus. Wenn die Bezugsperson aber sagt, mach, was du willst, ich begleite dich nur, verliert das Kind die Orientierung. Je weniger Beziehung vorhanden ist, desto weniger bildet sich die emotionale und soziale Psyche aus.
SPIEGEL: Was Sie als Orientierung bezeichnen, nennen Pädagogen Autorität.
Winterhoff: Nein, das ist falsch. Ich bin 1955 geboren und noch mit Schlägen, auch in der Schule, aufgewachsen. Ich weiß, wovon ich rede. Die große Errungenschaft der letzten Jahrzehnte war es, die Kinder zunehmend als Person zu sehen. Heute ist es wichtig, dass man sich mit Jugendlichen zusammensetzt, ins Gespräch kommt. Aber eben entsprechend ihrem emotional-sozialen Reifegrad. Je kleiner Kinder sind, desto mehr muss man sie schützen, führen, anleiten.
SPIEGEL: In Ihrem Buch werfen Sie den Bildungsträgern vor, dass sie mit ihren freien Konzepten vor allem Geld sparen wollen.
Winterhoff: Ist doch klar, wenn Sie zwei hauptamtliche Erzieher haben, die für 25 Kinder zuständig sind, haben Sie einen anderen Personalschlüssel, als wenn Sie für einen ganzen Kindergarten sagen: Einer ist zuständig für den Bastelraum, einer fürs Café. Klar kann ich dann mit weniger Personal arbeiten. Diese Entwicklung ist fatal. Wir brauchen viel kleinere Gruppen und mehr Personal.
SPIEGEL: Verzweifelten Eltern versprechen Sie, das Kind könne "nachreifen". Wie denn?
Winterhoff: Wir reden hier von der emotional-sozialen Psyche, also dem Teil der Psyche, die wir brauchen, um miteinander klarzukommen. Und die kann sich, wie gesagt, nur am Menschen, am Gegenüber entwickeln. Was also brauchen diese unreifen Jugendlichen? Das Gleiche, was ganz kleine Kinder brauchen: eine Umgebung, in der Zeit und Ruhe vorhanden sind. Gleiche Abläufe, die Halt und Sicherheit geben. Wie beim Anziehen: erst das T-Shirt, dann die Socken.
SPIEGEL: Einen 15-Jährigen kann man aber schlecht noch beim Anziehen begleiten.
Winterhoff: Stimmt, da sage ich den Eltern, dass sie beispielsweise renovieren könnten. Wichtig ist, dass der Vater oder die Mutter abends nach der Arbeit noch zwei Stunden Zeit hat, in der mit dem Sohn Wände angemalt oder Türen lackiert werden. Hier liegt der Hauptaspekt wieder darin, anzuleiten, zu begleiten, Reihenfolgen festzulegen. Da können Sie zugucken, wie sich die Psyche nachbildet, das ist phänomenal.
SPIEGEL: Ein weiterer Tipp von Ihnen zur Zähmung der Ego-Monster klingt reichlich lapidar: vier Sekunden warten, bis man auf das Kind reagiert.
Winterhoff: Das hilft, sage ich Ihnen! Es hilft, zurückzufinden zu einem intuitiven Umgang mit seinem Kind. Stellen Sie sich zum Beispiel vor, wir hätten hier ein Kleinkind von 10 bis 16 Monaten im Raum. Es würde ständig versuchen, sein Weltbild zu bestätigen: Ich kann alle steuern und bestimmen, Menschen, Gegenstände, alles gleich. Das Kind unterbricht also das Gespräch. Früher hätte man es intuitiv zunächst ignoriert. Man hätte sich einen Moment weiter unterhalten und dann gesagt: "Hallo, ist mal gut."
SPIEGEL: Was genau bewirken nun die vier Sekunden Verzögerung?
Winterhoff: Ein Kind, ein Jugendlicher, der mich gar nicht als Mensch erkennt, nimmt durch eine betonte Verzögerung wahr: Vorher war Mama ein Gegenstand, den ich manipulieren konnte, jetzt ist sie ein Mensch, der reagiert. Das heißt, der Jugendliche begreift es nicht, sondern er erlebt es. Anhand ihrer natürlichen Reaktion. Es hat die Chance, seine Psyche weiter auszubilden - an einer Bezugsperson, die mit ruhiger Selbstverständlichkeit auf das Kind reagiert.
SPIEGEL: Was wollen wir eigentlich: die Kinder zu perfekten Arbeitsbienen trimmen, wie die Wirtschaft sie fordert - oder sie erziehen zu autonomen, selbstbewussten Erwachsenen?
Winterhoff: Zur Autonomie erziehen - das ist doch ein Irrweg! Autonom ist nur der Säugling. Der erlebt eine Vollversorgung, für den haben Sie alles zu machen und zu tun. Stellen Sie sich doch bitte mal vor, was aus einer Generation wird, die kaum Fremdbestimmung kennt! Wie soll die denn in einem Leben bestehen, das ihnen ein hohes Maß an Fremdbestimmung ganz automatisch abverlangt? Aufstehen, auch wenn man noch schlafen will. Ziele anstreben, für die man Entbehrungen in Kauf nehmen muss.
SPIEGEL: Wenn wir es nicht schaffen, dem Katastrophenmodus zu entkommen - müssen die Kinder dann nicht Angst vor uns haben?
Winterhoff: In den Elternhäusern, Kitas und Schulen darf es jedenfalls so nicht weitergehen. Die Erwachsenen müssen verstehen, dass die Kinder nur in der - mitunter streitbaren - Beziehung zu ihnen reifen. Sonst werden ihre Kinder später ein furchtbares Leben führen müssen. Solange sie von den Wohlmeinenden versorgt werden, kommen sie klar. Wenn man sie nicht mehr versorgt, werden sie sozial verelenden.
SPIEGEL: Jetzt sind Sie aber wirklich noch mal alarmistisch geworden, Herr Winterhoff! Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Das Gespräch führten die Redakteurinnen Rafaela von Bredow und Kerstin Kullmann.
Von Rafaela von Bredow und Kerstin Kullmann

DER SPIEGEL 55/2013
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