14.10.2013

BriefeIhr kriegt mich nicht

Nr. 41/2013, „Wie leben Sie mit dieser Schuld, Herr Assad?“ - SPIEGEL-Gespräch mit dem syrischen Diktator
Es ist geradezu widerlich, mit welch gespieltem Gleichmut Assad sein Unrechtsregime zu verteidigen sucht. Selbst die knallharten Fragen der SPIEGEL-Redakteure ließen den Präsidenten monoton uneinsichtig. Aus welch einem Holz muss ein Mensch geschnitzt sein, der gleichsam ohne erkennbare Empathie seine menschenverachtenden Handlungen verteidigt? Aber das wohnt wohl allen Despoten inne: Schuld sind immer die anderen.
Horst Winkler, Herne
Zum Einsatz der Chemiewaffen fragen Sie Herrn Assad: "Wie leben Sie mit dieser Schuld?" Haben Sie jemals einen US-amerikanischen Präsidenten gefragt, wie er und die USA mit der Schuld des Einsatzes von Napalm und Agent Orange in Vietnam mit mehreren Millionen Toten in der Zivilbevölkerung leben?
Dr. Norbert Jockwer, Schandelah (Nieders.)
Was soll das? Sie lassen einen der führenden Großkriminellen und Massenmörder unserer Zeit auf sieben Seiten zu Wort kommen. Wen interessiert es? Für die Banalität des Bösen gab und gibt es viel bessere Zeitdokumente.
Nedju Buchlev, Heidelberg
Seit Jahrzehnten ein gewohntes Bild: die aktuelle Ausgabe des SPIEGEL auf unserem Wohnzimmertisch - diesmal aber mit der Rückseite nach oben.
Peter Scharfenstein, Unterlüss (Nieders.)
Großes Lob zuerst einmal an die Redakteure, dass sie dieses Interview geführt haben. Das Ansehen in der westlichen Welt scheint Assad doch noch etwas zu bedeuten. Seine Antworten haben bei mir jedoch keinen guten Eindruck hinterlassen, so viel Dummheit hätte ich selbst diesem Mann nicht zugetraut. Hier versucht einer, sich durch eitle Reden aus gut durchdachten Fragen zu winden. Nun liegt es am syrischen Volk, ob es weiter jemandem folgt, der sich bestens auskennt mit Propagandamethoden.
Michael Cremer, Trier
Die Frage auf dem Titel: "Wie leben Sie mit dieser Schuld, Herr Assad?", lässt sich leicht beantworten: gut, wie wohl alle Diktatoren.
Heinz-Werner Rinn, Heuchelheim (Hessen)
Eines muss man Assad lassen: Er verbreitet seine "Wahrheit" mit einer Konsequenz, dass man ihm schon fast glaubt! Das SPIEGEL-Interview war ein tiefgehender Einblick in seine Gedankenwelt. Assad ist sich meiner Ansicht nach seiner Situation äußerst bewusst: Er hat nach wie vor die beiden Weltsicherheitsrats-Vetomächte Russland und China hinter sich, und Länder wie der Irak, Ägypten und Libyen zeigen, dass ein chaosähnlicher Zustand ausbricht, wenn ein Diktator - wie Assad einer ist - gestürzt wird.
Johannes Russ, Nürnberg
In jedem Krieg stirbt die Wahrheit zuerst. Das wurde in dem Assad-Interview auf erschreckende Weise bestätigt.
Dr. Karsten Strey, Hamburg
Ich erwarte schnellstmöglich auch ein Gespräch mit Kim Jong Un. Auf dass er uns über unsere niederträchtigen "Behauptungen" und "Unterstellungen" belehrt, die allen voran der SPIEGEL verbreitet!
Dr. Christian Plöger, Berlin
Die Titelseite stimmt mich nachdenklich. Warum wird Herr Assad auf dem Deckblatt geehrt? Mit der Auswahl des Fotos zum Titeltext kann ich nicht umgehen. Der Mann schaut selbstgefällig in die Kamera, und die Andeutung seines Lächelns manifestiert seine Selbsteinschätzung, die lauten könnte: "Ihr kriegt mich nicht. Ich bin immer noch da und werde bleiben." Fragen sind entbehrlich.
Anna Eberle, Neuffen (Bad.-Württ.)
Anstatt eine weitere Plattform für seine "Die anderen sind die Bösen"-Propaganda zu bekommen, sollte Assad wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhaftet werden.
Sebastian Luberstetter, Olching (Bayern)

DER SPIEGEL 42/2013
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