14.10.2013

POPDüster wie Schopenhauer

Sie ist schon im New Yorker Guggenheim Museum aufgetreten, Anfang Oktober war sie nun im Theater Hebbel am Ufer in Berlin. In beiden Städten gilt es als abgemacht, dass Zola Jesus das Berührendste, Eigenartigste, vielleicht auch Anstrengendste ist, was Pop gerade zu bieten hat. Seit der Isländerin Björk in den neunziger Jahren hat kaum eine Sängerin je wieder mit einer derart erschütternden Stimme verzaubern können wie Nika Roza Danilova, eine Amerikanerin mit russischen Wurzeln, die sich Zola Jesus nennt. Schon mit ihrem Debüt 2009 galt die Singer-Songwriterin als neue Sensation des Goth-Pop, sie sang schwere Melodien über sperriges Elektrogedröhne, sie klang wie eine radikal aktualisierte Version von Joy Division oder den Cocteau Twins. Inzwischen wird Danilova, 24, vom Mivos-Streichquartett unterstützt. Sie hat einige ihrer Synthi-Goths-Songs klassisch arrangiert und im August auf ihrem neuen Album "Versions" veröffentlicht. In einem Interview sagte die damalige Philosophiestudentin, sie lese gerade Schopenhauer, und der sei nun mal "dark as fuck". Wenn man seine Essays lese, fühle sich nichts mehr gut an. "Natürlich beeinflusst das meine Kunst und wie ich lebe."

DER SPIEGEL 42/2013
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