14.10.2013

ARCHÄOLOGIEDie Söhne der Sonne

Die Zerstörung des Inka-Reichs mündete in der Versklavung eines Kontinents. Tausende Tonnen Gold und Silber wurden geraubt. In diesem Herbst widmet sich eine beeindruckende Ausstellung dem größten Imperium Altamerikas.
Vor exakt 500 Jahren bahnte sich der Konquistador Vasco Núñez de Balboa mit 190 Soldaten einen Weg quer über die Landenge von Panama. Schlangen und Mücken plagten die Pioniere, auf dem Boden wimmelte es von Skorpionen. Fieberkranke wurden zurückgelassen - und von Ameisen gefressen.
Bis zum 25. September 1513 waren zwei Drittel der Männer den Strapazen erlegen. An jenem Tag bestieg der eisengerüstete Anführer einen Berg und erblickte ein unbekanntes Gewässer. Er stürzte hinab, die Fluten schmeckten nach Salz. Núñez de Balboa hatte den Pazifik entdeckt.
Auf der Rückreise traf der Spanier einen Eingeborenen, der von einem fernen Land im Süden erzählte: "Piru". Dort gebe es unermessliche Schätze.
Es war die erste Nachricht vom Inka-Reich, die je ein Abendländer vernahm.
4500 Kilometer weit erstreckte sich damals der Andenstaat. Er reichte vom tropischen Regenwald bis hin zur Wüste Atacama im heutigen Chile. Als Kolumbus 1492 in der Neuen Welt landete, war das mit Baumwollhelmen und Keulen gerüstete Heer der Inka gerade dabei, seine Nordgrenze zu überschreiten, um die Völker im heutigen Ecuador zu unterjochen.
Núñez de Balboa ahnte davon nichts. Er kämpfte sich durch Schlamm. Seine Leute stolperten durch eine dampfende grüne Hölle. Sie hörten bloß Gerüchte von gleißenden und prunkvollen Ländern jenseits des Äquators. Könige, so hieß es, würden dort mit Goldstaub gepudert.
Ein Soldat aus dem Gefolge spitzte damals besonders die Ohren. Er war bärenstark und 1,80 Meter groß. Sein Name: Francisco Pizarro.
Es war dieser Mann, der 20 Jahre später eine welthistorische Leistung vollbringen würde - die zugleich ein riesiges Verbrechen war. Gestützt auf eine Bande von Abenteurern gelang es Pizarro, das sagenhafte Reich der Inka ausfindig zu machen und nach einem beispiellosen Plünderzug zu vernichten.
Ein halbes Jahrtausend nach der ersten Kunde vom "Dorado", das unzählige Gierige nach Amerika lockte und bald den ganzen Erdteil in Not und koloniale Ausbeutung stürzte, setzt das Stuttgarter Linden-Museum dem sagenhaften Indianervolk jetzt ein Denkmal - mit der bislang ersten großen Inka-Ausstellung auf europäischem Boden. "Das Imperium der Inka war das mächtigste indigene Reich Altamerikas", erklärt die Museumschefin Inés de Castro. Sie entstammt einer deutsch-jüdischen Familie, die vor den Nazis nach Argentinien fliehen musste.
Geschickt hat die Direktorin ihre guten Kontakte vor Ort genutzt, um Kostbarkeiten für ihre soeben eröffnete Schau zu besorgen. Bis in die Haziendas peruanischer Privatsammler ist sie vorgestoßen, um Leihgaben zu ergattern, die noch nie im Ausland zu sehen waren.
Behälter für Lamafett werden in Stuttgart gezeigt, schachbrettartig gemusterte Uniformen hoher Inka-Generäle und auch jene merkwürdigen Knotenschnüre ("Quipus"), die dem Volk als Gedächtnisstütze und Zahlentabelle dienten. Der wichtigste König der Inka, Pachacutec (1438 bis 1471), ist als Mumie aus Fiberglas zu sehen. Ihr gehe es um die "erstmalige wissenschaftliche Präsentation einer immer noch rätselhaften Kultur", erklärt de Castro. Ein Etat von über einer Million Euro steht der Ausstellung zur Verfügung. Schirmherr des Projekts ist Bundespräsident Joachim Gauck.
Auch die frühe Kolonialzeit wird nicht ausgespart. Für die Inka war es eine Zeit voller Schmerz und Trauer, als der weiße Mann ihre Nationalflagge, die Regenbogenfahne, zerriss und die Sonnentempel für immer schloss.
Tahuantinsuyo, Land der vier Teile, nannten die Andenbürger ihre Heimat, die abgelegen und wie unter einem Schleier verborgen lag. Südamerika stand ohne Verbindung zu den anderen alten Kraftzentren der Menschheitsgeschichte an Indus, Euphrat oder Nil. Als die Spanier kamen, hinkte das Gebiet um Jahrtausende hinterher. Es befand sich in der Periode der frühen Bronzezeit.
Die Inka kannten weder die Schrift, noch nutzten sie das Rad. Reittiere, Geld, Töpferscheiben, Schwerter aus Metall - all das war unbekannt. Nicht der Weizen ernährte hier die Massen, sondern der Mais.
Alle Hochkulturen des Orients siedelten an Flüssen. Die Inka dagegen stiegen bis auf 4300 Meter empor, um Gemüse zu ernten. Die gebirgige Kernzone des Reichs lag in so dünner Luft, die Sterne
funkelten dort so überhell und flächendeckend, dass die Bewohner sogar aus den dunklen Bereichen der Milchstraße Sternbilder herauslasen.
Was für eine Gegenwelt! Im alten Europa aß man Schwein - in Südamerika Meerschwein. Die Inka verehrten den Kondor, stellten ihn aber seltsamerweise nie bildlich dar. Ihr König trug zu bestimmten Anlässen einen Mantel aus Fledermaushäuten. Warum, weiß niemand.
Regiert wurde das Land von einer Sippe, die sich als "Söhne der Sonne" verstand. Als Kennzeichen trug die Kaste schwere goldene Schmuckpflöcke in den Ohrläppchen. Ein Exponat in der Stuttgarter Ausstellung zeigt solch einen Adligen. Die Spanier nannten die Mitglieder des Herrscherclans "Großohren".
Umgeben von Palästen, gestuften Tempeln und einer gigantischen Festung mit Zickzackmauern wohnte die Elite in der Hauptstadt Cuzco. Rund 200 000 Menschen lebten in der Metropole. Es war das Zentrum der Bürokratie und Schnittpunkt aller Straßen.
Wer heute Cuzco besucht, stößt überall noch auf Zeugnisse der ruhmreichen Vergangenheit. Reste von Opferpyramiden ziehen sich durch die Altstadt. Vom goldenen Haus des Sonnengotts Inti sind Mauern erhalten.
Nur 13 Namen tauchen in den Königslisten der Inka auf. Der erste Regent, Manco Capac, soll um 1200 nach Christus gelebt haben. Die Gestalt verliert sich ebenso im Nebel wie die folgenden sieben Throninhaber. Erst über den großen Pachacutec liegen detaillierte Angaben vor.
Mit Hilfe des Dezimalsystems gliederte er das gesamte Land in tributpflichtige Einheiten. Jeder noch so steile Berghang wurde terrassiert und mit Bohnen, Tomaten oder Avocados bepflanzt. Die Gartenbauern züchteten 240 Kartoffelsorten.
Nichts illustriert das Organisationstalent dieser Indianer besser als ihr rund 40 000 Kilometer langes Wegenetz. Die Hauptstraßen waren acht Meter breit und gepflastert. Durchs Gebirge führten behauene Stufen. Störende Felswände wurden mit Tunneln durchbrochen, Schluchten mit Hängebrücken überwunden. Lamas, beladen mit Fischmehl vom Pazifik, trotteten über die Wege. Vom Amazonas kamen Heilpflanzen, aus dem Süden Lapislazuli, vom Meer Spondylus-Muscheln. Im Abstand von etwa 20 Kilometern standen Rasthäuser und Warenspeicher.
Auf den Trassen war eine schnelle Verschiebung der Truppen möglich. Zudem dienten sie als Postweg für Stafettenläufer. Barfuß rasten sie los, mit Schneckenhörnern kündigten sie dem nächsten Posten ihre Ankunft an. So gelang es, Depeschen an einem Tag bis zu 400 Kilometer weit zu befördern.
Wenn es dem König beliebte, frischen Meeresfisch zu essen, schleppten ihm seine flinken Kuriere Schuppentiere in Wasserschläuchen ins Hochland empor.
Als die Spanier in den Dunstkreis dieses geordneten Staates gerieten, fühlten sie sich ans Römische Reich erinnert. Sie lobten das "wunderbare" Bewässerungssystem, die fruchtbaren Felder und die wohlüberlegte Architektur der Städte.
Das hielt die Eindringlinge nicht davon ab, den Einwohnern bald übel mitzuspielen. Aus Geldmangel hatte Kaiser Karl V. die Kolonisierung Amerikas für private Investoren freigegeben. Die von ihm ausgestellte Vollmacht ("Capitulación") gewährte dem Konquistador ein befristetes Monopol zur kommerziellen Ausbeutung des Landes.
Zwar beanspruchte die Krone das eroberte Land für sich. Vom erbeuteten Edelmetall aber verlangte sie nur 20 Prozent. Die Folge: Glücksritter strömten in die Neue Welt. Schweinehirten und justizflüchtige Schläger traten dort als Gouverneure an.
In einer beschwerlichen 40-Tage-Seereise, die an Marokkos Küste entlangführte, an den Kanaren vorbei bis zu den Inseln der Karibik, kamen die Abenteurer herangesegelt. Zu essen gab es an Bord oft nur Kohl und ranziges Fett. Unter den Haudegen waren viele, die im Rahmen der Reconquista noch kurz zuvor gegen die Muslime gekämpft hatten.
"Wie Affen griffen sie nach dem Gold und befingerten es", heißt es beim Geschichtsschreiber Bernardino de Sahgún. Historischen Quellen zufolge fütterten Söldner Bluthunde mit Indiofleisch. Núñez de Balboa ließ Eingeborene, die im Rahmen heiliger Zeremonien homosexuelle Praktiken ausübten, von den Vierbeinern zerreißen.
Im Jahr 1526, als die Spanier erstmals den Inka-Staat erreichten, hatten sie - auf der anderen Seite des Kontinents - die Urbevölkerung der Karibik bereits brutal ausgedünnt. "Zur Entlastung unseres Gewissens" erließ seine Majestät zwar Schutzgesetze. Doch es nutzte wenig.
Das System der "Encomiendas" erlaubte jedem Konquistadoren, bis zu 200 Diener zu besitzen. Bald plagten sich die Indigenen, betäubt von Kokablättern, in Bergwerken. Bei Aufständen kamen sie zu Tode, eingeschleppte Seuchen dezimierten sie weiter. Von den zehn Millionen Einwohnern des Inka-Staats waren nach kurzer Zeit neun Millionen ausgelöscht.
Im Mittelpunkt dieses Unheils stand Francisco Pizarro, ein mutiger und willensstarker Mann. Er stammte aus der ärmlichen Extremadura in Westspanien. Ein Analphabet. Als Kind musste er Schweine hüten.
Bereits im Jahr 1502 hatte es ihn in die Neue Welt verschlagen. Er begann als Bauer in Haiti, wo das Volk der Taíno lebte. Kolumbus pries die Unschuld und Freigiebigkeit dieser Geschöpfe. Pizarro war derlei Sentimentalität fremd.
Er half, die Taíno zu vertreiben und auszurotten. Später, in Südamerika, folterte er Ureinwohner und bestahl sie. Dennoch fühlte er sich als guter Christ. Er baute die erste amerikanische Kirche jenseits des Äquators, gründete Lima und nahm bei seinem Vormarsch ins Inka-Reich drei Mönche mit.
Im Prinzip prallten damals Animisten, die noch halb in der Steinzeit steckten, auf fanatisierte Anhänger des Kreuzes, die selbst noch an Hexen und Höllenfeuer glaubten. Militärtechnisch lagen die Spanier weit vorn. Sie besaßen Vorderlader, Kanonen und Pferde. Ihre Gegner kämpften mit Steinschleudern und Schwertern aus gehärtetem Palmholz.
Gleichwohl gilt es als Rätsel, wie es den Spaniern gelingen konnte, das Inka-Gebiet handstreichartig zu erobern. Mit kaum 200 Mann gelang der Sieg - so als würde Luxemburg die USA angreifen und okkupieren.
Danach begann der Ausverkauf des Landes. Statuen und blinkende Kultgeräte gerieten in die Schmelzöfen. Opferschalen und Grabschätze verwandelten sich in Barren. Kaum ein Tempel blieb bei den Plünderungen verschont, fast das gesamte Sakral- und Luxusgeschirr der Inka wurde verflüssigt.
Das offiziell registrierte Lösegeld für den gefangenen letzten Inka-König Atahualpa belief sich auf 5729 Kilogramm Gold und 11 041 Kilogramm Silber. Anders als behauptet taugte das eingeschmolzene Metall aber nicht viel. "Das Gold war stark kupferhaltig", erklärt Museumsdirektorin de Castro. "Es wurde von den Inka mit Sauerklee nur gülden aufpoliert."
Erst als die Spanier Mitte des 16. Jahrhunderts im Zentrum des Inka-Staats die Bodenschätze von Potosí entdeckten, begann die Zeit des großen Rausches. Ein Berg voller Silberadern erstreckte sich in über 4000 Meter Höhe im bolivianischen Hochland. Weil schwarze Sklaven in der dünnen Luft den Dienst versagten, mussten die Einheimischen ran. In den engen Stollen, durch die giftige Atemluft waberte, plagten sich die "Mineros".
Bereits während der ersten elf Jahre erbeutete die spanische Krone 45 000 Tonnen Silber aus Potosí, schätzte der bolivianische Historiker Modesto Omiste Ende des 19. Jahrhunderts. Zu Dolaros (Verballhornung von "Taler") geprägt, waren die schweren Münzen weltweit bald so beliebt, dass sie auch in Nordamerika unter dem Namen Dollar als Zahlungsmittel umliefen.
Diese Reichtümer lösten in Europa einen wirtschaftlichen Boom aus. Börsen und Banken prosperierten, die Geldzirkulation der Neuzeit entstand. Die größten Nutznießer der Entwicklung, die Fugger und Welser, finanzierten ganze Armeen auf Pump und trieben die Herrscher des Abendlands in die Staatsschuldenfalle.
Auch die Zahl der Toten war gigantisch. Nach einem Besuch im Bergwerk im Jahr 1699 notierte der Vizekönig von Peru: "Nach Spanien wird nicht Silber, es werden Indianerblut und Indianerschweiß verschifft."
Zur Ausbeutung der Menschen gesellte sich die Vernichtung ihres kulturellen Erbes. Die Kirche betrieb eine unerbittliche Mission. Sie zerstörte die alten Tempel und verbot die Bräuche der Eingeborenen. Der Jesuit José de Arriaga stieß im 17. Jahrhundert eine Kampagne zur "Ausrottung des heidnischen Glaubens" an. Für ihn waren die Andenleute "vom Teufel verführt".
Der amtierende Papst Franziskus aus Argentinien, ebenfalls ein Mitglied dieses Jesuitenordens, hat den Genozid bislang mit keinem Wort bedauert.
Auch das moderne Peru, dessen Bevölkerung zu 45 Prozent aus Indigenen besteht, tut sich schwer mit dem blutigen Erbe. Der Schädel seines Verderbers Pizarro liegt aufgebahrt in der Kathedrale von Lima. Die Kirche steht unverbrüchlich zu ihrem "furor domini". Das gewaltige Reiterstandbild des Eroberers dagegen, das lange am Regierungspalast stand, wurde abseits in einen Park verbannt.
Aber auch wissenschaftlich gesehen ist der harte Vormarsch der Spanier ein Problem. Zwar griffen sie oft zur Feder. Tagebücher und Notizen liegen zuhauf vor. Den Zeitzeugen ist allerdings nicht immer zu trauen. Die Söldner übertrieben oft die Stärke der feindlichen Armeen und verunglimpften deren Befehlshaber.
Wichtige Dinge aus Alltag und Technik wurden ganz außer Acht gelassen: Geologische Analysen beweisen, dass die Inka über 700 Kilogramm schwere Steinquader 1600 Kilometer weit transportier-
ten. Wie gelang ihnen das? Kräftige Zugtiere besaßen sie nicht.
Ein anderes Rätsel: Die Mauern der Inka-Paläste haben oft einen unregelmäßigen Fugenverlauf. Statt genormte Quader herzustellen wie die Ägypter, brachen sie polygonale Klötze mit bis zu 20 Kanten aus dem Fels. Die wurden sodann puzzleartig in die Wände eingepasst.
Jeder Stein ein Unikat - umständlicher kann Häuslebauen nicht vonstattengehen.
Wer die schier endlosen Kyklopenmauern von Cuzco sieht, die oft aus Granit gefertigt sind, versteht, dass die Fachwelt nach Erklärungen ringt, wie den Steinmetzen diese Titanenarbeit gelang.
Immerhin: Dank des stetigen Stroms an Ausgräbern, Geologen oder Archäobotanikern, der sich Richtung Anden ergießt, verliert auch die abgelegenste Hochkultur ihre Mysterien. Bis auf den 6739 Meter hohen Gipfel des Llullaillaco sind Forscher geklettert, um Mumien zu bergen: Es waren den Göttern geweihte Kinder, vollgepumpt mit Alkohol, gemästet mit Lamafleisch.
In Cuzco wurden Gebeine entdeckt, die zu 20 Prozent Verletzungen am Schädel aufweisen. Der Grund: Die Inka-Armee kämpfte vor allem mit Hiebwaffen.
Auch in der Stuttgarter Ausstellung wird ein Totenkopf mit mehreren Dellen und Löchern gezeigt. Eines davon ist eine Trepanation. Vielleicht war der Tote ein Soldat, der nach erlittenen Keulenschlägen auf dem Schlachtfeld an Kopfschmerz litt und deshalb chirurgisch behandelt wurde.
All das fasziniert, erstaunt und weckt die Lust auf einen Besuch vor Ort. Besonders das Felsennest Machu Picchu zieht Touristen an.
Aus konservatorischen Gründen dürfen pro Tag nur 2500 Personen die Stätte betreten. Zuerst fahren sie mit einer blauen Lokomotive durchs immer enger werdende Urubambatal, die Kernzone des Inka-Reichs. Dann bringt ein Bus sie steile Serpentinen hinauf, bis endlich das Neuschwanstein der Anden erreicht ist.
Aufgrund von Radiokarbondatierungen weiß man inzwischen, dass die Anlage um 1450 nach Christus von König Pachacutec in Angriff genommen wurde, um für sich und seine Edelsippe einen Vergnügungsort zu schaffen. Die Ausgräber legten Latrinen und ein königliches Bad frei, Behälter für Maisbier, einen Versuchsgarten für Orchideen sowie ein Sternenobservatorium.
In unwegsame Schluchten wagen sich Forscher vor, um Ruinen zu retten. Andere entnehmen Gewebe- und Haarproben von Mumien. Auch eine der letzten Fluchtburgen der Inka wurde in fast 3900 Meter Höhe entdeckt.
Angesichts des Erkenntniszuwachses kann das Linden-Museum viel Spannendes und Neues präsentieren. Vor allem machen die Stuttgarter Schluss mit dem Märchen, die Sonnensöhne hätten alles selbst erfunden. "Die Inka kamen nicht aus dem Nichts", erklärt de Castro, "vielmehr fußte ihr Staat auf einer Kette von Vorläuferkulturen, die hierzulande wenig bekannt sind."
Doch als die Inka auf der Bildfläche erschienen, waren diese Kulturen alle schon zu Staub zerfallen. Nur, wo kommt dieser Stamm eigentlich her? Klar ist, dass um das Jahr 1200 eine kleine Gruppe von Fremden ins fruchtbare Urubambatal zog. Es war eine Phase schlimmer Dürre. Bei Cuzco stoppten die Leute und bauten befestigte Dörfer an den Hängen - ein Hinweis auf Not und Gewalt.
Im 13. und 14. Jahrhundert wuchs der Stamm zu einer Regionalmacht heran. Andere Siedlungen wurden dem Gemeinwesen einverleibt. Die Inka, so scheint es, waren fleißiger als ihre Nachbarn, klüger beim Verwalten und cleverer beim Speichern von Nahrung.
Um 1438 geriet die emsige Nation mit den Chanca-Indianern in Streit, deren Machtzentrum etwa 160 Kilometer entfernt lag. Legenden erzählen, dass die aggressiven Nachbarn mit 100 000 Soldaten angriffen und Cuzco umzingelten. Die Stadt schien verloren. Der alternde Inka-König Viracocha floh. Nur ein verstoßener Sohn des Herrschers griff zu den Waffen und konnte - in Strömen von Blut watend - das Schicksal wenden. Zur Strafe zwang er seinen Vater, einen Nachttopf voll Kot zu essen; dann bestieg er selbst den Thron und nannte sich fortan Pachacutec ("Erderschütterer").
Wie kein anderer formte dieser Mann den Inka-Staat. Er war es, der den Sonnenkult verfocht, das Dezimalsystem einführte und ein neues Bildungssystem, die "Schule des Wissens", auf der alle Adligen vier Jahre lang Rhetorik, Theologie, Kriegskunst und das Knoten der Quipu-Schnüre erlernten. Er legte den Grundstein für die Herrschaftsarchitektur in Cuzco und führte am Hof den Inzest ein. Jeder Thronprinz musste fortan die eigene Schwester heiraten.
Die Elite hob ab.
Vor allem aber vergrößerte Pachacutec das Reich militärisch und machte aus dem Inka-Land ein Imperium. Als Pachacutec 1471 starb, trugen seine buntgekleideten Paladine, gefolgt von Klageweibern, den Leichnam auf einer goldenen Sänfte durch Cuzco. Hunderte Diener und Lieblingsfrauen folgten dem König in den Tod.
Der neue König, Tupac Yupanqui, führte das Werk des Vaters energisch weiter. Um den zusammengeklaubten Riesenstaat zur Einheit zu schmieden, setzte der Führer auf Heiratsallianzen, hinzu kamen brutale Umsiedlungs- und Deportationsprogramme.
Zudem hob er die Stimmung im Land durch gute Ernten. Seine Gemüsestatistiker und Pflanzbeamten krempelten die Andenzone um. Bis auf rund 5000 Meter Höhe wurden nun die Lamaherden getrieben, 20 Maissorten gezüchtet. Wenn auf 2000 Meter Höhe die Bohnen reif waren, kletterten die Bauern die Hänge empor, um auf 3500 Metern Kartoffeln zu ziehen. Gartenbau auf vielen Etagen.
Andere arbeiteten in Salzbergwerken, stellten Fischwürze her oder fingen im Regenwald tropische Vögel.
All diese Güter gelangten in ein gigantisches Verteilernetz. "Die größte Leistung der Inka war ihre einheitliche Verwaltung", erklärt Inés de Castro. Das gesamte Andengebiet wurde verzahnt, und die Speicher füllten sich. So beugte das Volk dem Hunger vor. Bislang haben die Archäologen nicht ein Skelett mit Zeichen von Mangelernährung entdeckt.
Der Austausch der Waren erfolgte ohne Geld oder privaten Handel. Es gab keine Märkte. Stattdessen teilten Beamte alles zu. Gouverneure und ihre Helfer taxierten den Nahrungsmittelbedarf der Dörfer, sie erstellten Bevölkerungsstatistiken und bemaßen die Tribute und Arbeitsleistungen.
Zu diesem Zweck waren die vier Reichsteile in Unterprovinzen zu je 10 000 Haushalten aufgeteilt. Zu einem Drittel arbeitete das Volk für die Priester des Sonnenkults, ein Drittel bekam der Königshof, ein Drittel blieb der Familie. Manche Dörfer stellten nur gefärbte Wolle her. Im Gegenzug füllte man ihre Speicher mit Mais, Bier oder Kokablättern.
Dass diese Planwirtschaft funktionierte, ist deshalb so erstaunlich, weil die Bürokraten ihre Berechnungen und Zuweisungen nur mit Hilfe der Knotenschnüre festhalten konnten. Ziffern und Buchstaben kannten sie nicht. Es ist, als hätten Stalins sowjetische Planapparatschiks das System erfunden.
Und wehe, kommunales Eigentum wurde beschädigt. Wer klaute oder Brücken zerstörte, wurde hingerichtet. Auch auf Faulheit drohte die Todesstrafe.
Mit dem Vergnügen war es im Andenland ohnehin nicht weit her. Glücksspiele gab es nicht, als Sport nur eine Art Schattenboxen. Der Amerikanist René Oth stuft die Inka als "puritanisch" ein. Wer Ehebruch beging, wurde gesteinigt.
1493 bestieg Huayna Capac den Thron. Zu diesem Zeitpunkt war die Welle der schnellen Eroberungen bereits abgeritten. Der neue König kämpfte sich im Regenwald voran und versuchte, den Widerstand in Ecuador zu brechen. Nach einem Aufstand dort ließ er Tausenden Empörern in einer Bucht die Kehle durchschneiden. Sie heißt noch heute Blut-See.
Eines Tages passierte es dann: Gepanzerte Männer tauchten plötzlich am äußersten Nordrand des Reiches auf.
Bereits 1524/25 hatte Pizarro eine erste Erkundungstour entlang der sumpfigen Küste Kolumbiens unternommen. Dabei war er auf Kanus gestoßen, in denen mit Gold geschmückte Eingeborene saßen. Einen Landgang wagte er noch nicht.
Erst zwei Jahre später erreichten seine Truppen das Imperium der Sonnensöhne - allerdings unter unsäglichen Qualen. Den Soldaten wuchsen infolge von Infektionen eitrige Beulen aus der Haut, sie hungerten. Es kam zur Meuterei, nur 13 Getreue blieben bei Pizarro. Dieses Häuflein schlug sich bis in die Inka-Stadt Tumbes durch.
Inka-Herrscher Huayna Capac erhielt umgehend davon Nachricht. "Atemlos, voller Schrecken", heißt es in einer Chronik, berichteten ihm Boten von der Ankunft "sonderbarer Fremdlinge". Diese seien "weiß im Gesicht, bärtig, von Kopf bis Fuß in Kleider gehüllt" und würden "in großen hölzernen Häusern" übers Meer eilen.
Kurz danach war der Inka-König tot, dahingerafft durch eine unbekannte Seuche. Auch sein Sohn, der Thronfolger, starb.
Mediziner gehen davon aus, dass die beiden Dynasten den Pocken erlagen. Die Spanier hatten den extrem ansteckenden Erreger, der sich sogar über aufgewirbelten Staub überträgt, aus Europa mitgebracht.
Es war ein erster schrecklicher Vorbote des kommenden Unheils.
Die Konquistadoren traten zunächst den Rückzug an. Sie waren zu geschwächt. Doch der "Capitán" ließ sich nicht entmutigen. Mit einer Auswahl an Gold, Smaragden und einem Lama reiste er nach Spanien heim, um Karl V. zu ködern. Der übertrug ihm am 26. Juli 1529 die Vollmacht für die Landnahme in Peru. In dem Dekret, unterzeichnet in Toledo, verpflichtete sich Pizarro, "aus Lösegeldern und Kriegsbeute grundsätzlich das Fünftel" abzugeben. Dafür erlaubte man ihm, "Encomiendas" zu schaffen - die Keimzelle der Sklaverei in Amerika.
Mit diesem Freibrief fuhr der Mann mit vier seiner Halbbrüder und 300 Seeleuten zurück in die Neue Welt. In Panama starb ein Drittel der Mannschaft an Fieber. Niemand konnte die Neuankömmlinge leiden. Vor allem Pizarro wurde gehasst. Er war ein Tölpel mit dicken Lippen und roter Nase. Im Januar 1531 setzte er mit drei Schiffen die Reise fort. Wegen Gegenwinds mussten die Abenteurer früh ihre Schiffe verlassen und sich über Land vorankämpfen. Die mitgeführte Schweineherde war bald verspeist. Hunger brach aus. Zwei Soldaten aßen eine Schlange und starben. Ein dritter blieb für Tage bewusstlos, danach schälte sich ihm die Haut ab.
Wegen Wassermangels, so ein Augenzeuge, habe man "den reinsten Schlamm" getrunken. In Höhe des Äquators wimmelte es von Fröschen.
Schließlich erreichte die Truppe wieder Tumbes. Weil die Söldner dort Frauen vergewaltigten, mussten sie sich gegen 3000 wütende Indios wehren. Hernando Pizarro bohrten die Angreifer einen Wurfspieß ins Bein.
Durch ein Versorgungsschiff gestärkt, wagte sich der Anführer mit etwa 170 Fußsoldaten und Reitern ins Inland, die steilen Kordilleren empor. Nun ging es über schwankende Hängebrücken, Pässe und Schluchten. Nachts wurde es bitterkalt. Viele Dörfer waren verödet, überall frische Spuren der Verwüstung.
Der Grund: Nach dem Pockentod Huayna Capacs war im Land ein heftiger Streit um die Thronfolge ausgebrochen. Der in Quito stationierte Herrschersohn Atahualpa hatte es geschafft, seinen Konkurrenten, den legitimen Inka-Spross Huáscar, gefangen zu nehmen. Die königliche Familie löschte er aus. In mehreren großen Schlachten rangen die Inka-Führer um die Thronfolge.
Der kleine Haufen von Spießgesellen, die da angeritten kamen, schien dennoch keine Gefahr darzustellen. Atahualpa weilte gerade in einem nahen Thermalbad. Seine Späher sahen die Spanier herankommen. Der Inka wollte sie lebend fangen. Deshalb lud er sie zum Treffen nach Cajamarca.
Als Francisco Pizarro dort am Freitag, dem 15. November 1532, erschien, lag die Siedlung wie ausgestorben da. Atahualpa lagerte mit seinem Heer von etwa 50 000 Kriegern noch außerhalb der Stadtmauern. Eine scheinbar hoffnungslose Lage. Doch Pizarro fasste einen tollkühnen Plan. Er wollte den König in die Stadt locken, dort überrumpeln und lebend fangen.
Aus diesem Grund schickte er den narbenübersäten Hernando de Soto mit einigen Leuten zum Feldlager des Inka-Führers. Der Herrscher saß vor einem Strohhaus auf einem bunten Kissen. Mit steinerner Miene hörte er sich die Einladung des Spaniers an. Dann sagte er verächtlich: "Was weiter geschehen soll, werde ich euch befehlen."
Das reizte de Soto. Er ließ die Zügel schießen und galoppierte mit seinem Ross auf den Staatschef zu, bis das Tier sich aufbäumte. "Dabei spritzte Schaum über die königliche Kleidung", schrieb der Augustinermönch Fray Celso García. Andere Chronisten berichteten, der heiße Atem des Gauls habe die Stirnquaste des Inka zum Wehen gebracht.
"Doch Atahualpa bewahrte auch jetzt seine kalte Haltung, kein Muskel seines Gesichts bewegte sich", so García.
Erst am folgenden Nachmittag zog der Erlauchte in Cajamarca ein. Adlige trugen seine Sänfte, die geschmückt war mit tropischen Vogelfedern. Vorn rupften Straßenfeger Unkraut aus dem Pflaster. 5000 Soldaten folgten, einige waren mit goldenen Keulen bewaffnet.
Was dann in der Inka-Stadt passierte, gilt als weltgeschichtlicher Augenblick. Zugleich war es, wie fast alles, was die Konquistadoren anstellten, ein schmutziger Betrug.
Während Pizarro sich mit seinen Männern in den umliegenden Häusern und Scheunen versteckt hielt, trat ein Priester auf den Inka-Herrscher zu und hielt ihm die Bibel hin: Er solle sich zu Gott bekennen. Der König lauschte an dem Buch und warf es weg. Darauf nannte ihn der Mönch einen "Hund, der vor Hochmut birst".
Das war das Signal. Lärmend ritten Spanier aus dem Hinterhalt, ihre Pulverkanonen feuerten. Die gedrängt auf dem Platz stehenden Inka verwandelten sich jäh in einen panischen Haufen, in den die Eroberer, hoch zu Ross, mit ihren Schwertern entsetzliche Lücken schlugen.
Atahualpas Sänftenträger wurden weggehackt. Neue Leibwächter sprangen nach. Umgeben von Bergen an Toten, rissen die Söldner die Trage um und ergriffen den Sonnensohn. Nun war der Inka-Führer Gefangener der Konquistadoren.
Ohne Gegenwehr zu leisten, büßten an jenem Tag etwa 5000 Altamerikaner ihr Leben ein. Das vor der Stadt lagernde Inka-Heer floh. Die Spanier verloren nur einen "Neger", wie in einem Bericht beiläufig erwähnt wird.
Bei näherer Betrachtung ist das vermeintlich Unerklärliche allerdings so rätselhaft nicht. Die Indigenen waren nicht nur waffentechnisch, sondern auch psychologisch im Nachteil.
In ihrem Verständnis war der König eine heilige, mit dämonischer Energie aufgeladene Person. Sein Blick konnte töten. Selbst hohe Würdenträger näherten sich ihm nur barfuß und gebeugt, mit einem Gewicht auf dem Rücken. Was für ein Schock muss es gewesen sein, als plötzlich bärtige Unbekannte diese Lichtgestalt in den Schmutz traten.
Zudem hatten die Spanier die Überraschung auf ihrer Seite. Auch standen ihnen Menschen mit ausgeprägtem Untertanengeist gegenüber. Die Initiative ergriff hier so schnell keiner.
So gelang es, nach der Festnahme Atahualpas das ganze Land in eine Art Schockstarre zu versetzen.
Als der König ein Lösegeld für seine Freiheit anbot, lief alles wie am Schnürchen. Seine Diener schwärmten aus und schändeten die eigenen Tempel. Einen Raum, mannshoch gefüllt mit Gold, und einen anderen, voller Silber, wollte Pizarro haben. Allein im wichtigsten Heiligtum, dem Sonnentempel von Cuzco, nahmen die Inka 700 Platten aus Feingold sowie weitere 2100 goldene Zierbleche von den Wänden ab. Auch das Inventar aus dem Tempelgarten wurde demontiert.
Neun Öfen waren nötig, das Lösegeld einzuschmelzen. Doch am Ende brach Pizarro sein Wort. Im Sommer 1533 ließ er den Inka-König mit einem Würgeeisen öffentlich hinrichten. Dessen blinkendes Zepter behielt er für sich.
Fast drei Jahre lang konnten die Eindringlinge nun ungestört plündern. Sie schändeten Sonnenjungfrauen und misshandelten Adlige. Erst dann fand sich das Land zur ersten Revolte zusammen - die im Pulverdampf der Eroberer erstickte.
1572 war der Widerstand endgültig gebrochen. Im selben Jahr führten die weißen Herren flächendeckend die Zwangsarbeit ein.
So sank es dahin, das sittenstrenge Indio-Imperium, dessen handwerkliches Können in den Exponaten der Ausstellung von Stuttgart erlebbar wird. Seltene Opferschalen und leuchtende Ponchos werden dort gezeigt.
Nur vom technischen Fortschritt verstanden die Inka wenig. Auch 5000 Jahre nach dem Bau der ersten Großtempel in Südamerika nutzten sie noch immer primitive Türen ohne Angeln und Riegel. Ihre Häuser deckten sie mit Stroh.
Dafür zeichneten sie sich durch Ehrlichkeit und eine hohe Arbeitsmoral aus. Diese Eigenschaften prägen die Region bis heute. Wenn sich die Bauern im Hochland von Peru grüßen, tun sie es mit der alten Inka-Formel: "Ama sua, ama llulla, ama quella."
Frei übersetzt: "Das Volk der Sonne stiehlt nicht, lügt nicht und ist nicht faul."
* Gemälde von Amable-Paul Coutan, 1835.
* Gemälde von John Everett Millais, 1846.
Von Matthias Schulz

DER SPIEGEL 42/2013
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ARCHÄOLOGIE:
Die Söhne der Sonne

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