12.04.1999

Tips & Tricks

Numerus clausus
Theoretisch ist die Sache mit dem Studium ganz einfach: "Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildung frei zu wählen." Praktisch ist die Verwirklichung dieses in der Verfassung festgeschriebenen Grundrechts schwieriger: Nicht für alle Fächer gibt es genügend Studienplätze, und nicht jeder kann sich an seiner Wunsch-Uni einschreiben. Seit 1973 gibt es für besonders begehrte Studiengänge einen Numerus clausus (NC). Die bundesweit zulassungsbeschränkten Plätze werden nach bestimmten Kriterien - vor allem Abiturnote und Wartezeiten - von der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund verteilt. Im Wintersemester 1999/2000 gilt ein NC für folgende Fächer: Architektur, Betriebswirtschaft, Biologie, Haushalts- und Ernährungswissenschaft, Lebensmittelchemie, Medizin, Pharmazie, Psychologie, Rechtswissenschaft, Tiermedizin und Zahnmedizin. Der erforderliche Notendurchschnitt lag im vergangenen Wintersemester zwischen 1,4 und 2,8 - je nach Fach und abhängig davon, in welchem Bundesland die Studienberechtigung erworben wurde.
Infos: ZVS, Sonnenstraße 171, 44137 Dortmund, Tel. 0231/1081-0
Bafög
Am Geld sollte es nicht scheitern: Auch Kinder einkommensschwacher Familien sollen studieren können. Sie können einen Antrag auf finanzielle Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) stellen. Etwa 19 Prozent aller Studierenden erhalten derzeit staatliche Zuwendungen, durchschnittlich sind es 624 Mark. Maximal stehen bedürftigen Studenten vom Herbst an 1030 Mark zu. Ob die Leistung gewährt wird und wie hoch sie ist, hängt vor allem von Vermögen und Einkommen der Eltern ab. Wer glaubt, Anspruch zu haben, sollte sich umgehend beim örtlichen Amt für Ausbildungsförderung melden. Das Geld wird nicht rückwirkend gezahlt, sondern erst wenn der Antrag gestellt worden ist. Wie lange die Förderung läuft, richtet sich nach dem Studienfach, meist sind es acht bis neun Semester. Die Hälfte der Summe ist ein zinsfreies Darlehen und muß nach Abschluß des Studiums in Raten zurückgezahlt werden. Wer schnell und erfolgreich studiert oder sofort die Schulden begleicht, kommt günstiger davon. Wer nach dem Studium keinen Job findet, erhält Aufschub.
Infos: Studienberatungsstellen der Universitäten; www.studienwahl.de
Jobs
Ob als Umzugshelfer, Fahrradkurier oder Lagerhilfe, ob im Telefonmarketing, Tourismus oder Handel - mehr als zwei Drittel aller Studenten jobben in der vorlesungsfreien Zeit oder auch während des Semesters. Kurzjobs vermitteln Arbeitsamt und private Anbieter meist direkt an der Uni. Der Stundenlohn liegt derzeit zwischen 15 und 20 Mark. Studenten mit zusätzlichen Qualifikationen, etwa Fremdsprachen- oder Computerkenntnissen, verdienen häufig mehr. Grundsätzlich gilt: Wer früh aufsteht, hat die besten Chancen. Vielerorts können morgens in den "Jobberhöhlen" Losnummern gezogen werden - die niedrigste Zahl hat freie Auswahl. Um längerfristig Beschäftigung zu finden, sollte man direkt in den Personalabteilungen großer Unternehmen anfragen. Sinnvoll kann es sein, bestimmte Einkommensgrenzen zu beachten: Für denjenigen, der bis zu 630 Mark im Monat verdient, zahlt der Arbeitgeber pauschal 22 Prozent Sozialversicherungsbeiträge. Für diejenigen, die maximal zwei Monate oder 50 Tage im Jahr arbeiten, werden pauschal Steuern in Höhe von 20 Prozent fällig. Bafög-Empfänger dürfen nicht mehr als 7620 Mark jährlich dazuverdienen - sonst wird die staatliche Leistung entsprechend gekürzt. Beliebt sind in den Semesterferien auch Jobs im Ausland. Bei der Suche hilft die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV), Abteilung Ausland, in Frankfurt am Main.
Infos: ZAV, Feuerbachstraße 42 - 46, 60325 Frankfurt, Tel. 069/7111-0;
www.arbeitsamt.de
Wohnen
Was früher für viele eine Zumutung war, gilt heute immer mehr Studenten als bequeme und kostengünstige Alternative: Sie wohnen bei den Eltern. Aber nicht alle Familien haben genügend Platz, nicht immer stimmt die Chemie, und häufig liegt der Studienplatz an einem anderen Ort. Möblierte Zimmer, Wohngemeinschaftsplätze und freie Appartements finden sich meist am Schwarzen Brett der Mensa oder in Kleinanzeigen von Szeneblättern. Die Preise richten sich nach Lage, Größe und Ausstattung - unter 300 Mark monatlich für ein Zimmer zur Untermiete ist kaum etwas zu haben. Begehrt sind die Plätze in Studentenwohnheimen, bisweilen gibt es hier lange Wartelisten. Interessenten sollten sich frühzeitig bewerben. Knapp 200 000 Zimmer verwalten die Studentenwerke, dazu kommen rund 40 000 Plätze kirchlicher und privater Träger. Die Miete liegt zwischen 200 und 400 Mark. Für Studierende mit Kindern oder Behinderte gibt es häufig besondere Angebote.
Infos: Deutsches Studentenwerk e. V., Weberstraße 55, 53111 Bonn, Tel. 0228/26906-0;
www.studentenwerke.de
Bibliotheken
Die Suche nach Büchern und Arbeitsmaterialien frißt viel Zeit. Inzwischen lassen sich die Kataloge der meisten deutschen Uni-Bibliotheken übers World Wide Web einsehen, was die Recherche erheblich beschleunigt. An manchen Hochschulen sind für zugelassene Nutzer Bücherbestellungen über das Internet möglich.
Infos: Online-Bibliothekskatalog www.hbz-nrw.de/hbz/germlst

DER SPIEGEL 15/1999
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