Was Augenzeugen über die Verbrechen der Serben im Kosovo „Ihr kommt nie wieder“

Der Krieg war schon 16 Tage alt, da begann mit aller Macht die Diskussion, was im Kosovo tatsächlich geschah und noch geschieht. Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD), von seinen Militärs durch morgendliche „Lageberichte“ informiert, sprach von Konzentrationslagern im Kosovo, die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Mary Robinson, von Massengräbern und Massenvergewaltigungen. Dem Belgrader Regime Kriegsverbrechen nachzuweisen hat in Bonn oberste Priorität. Spezialisten des Bundesnachrichtendienstes befragen die in die Bundesrepublik ausgeflogenen Kosovo-Albaner, Bundeswehroffiziere ermitteln vor Ort in den Flüchtlingslagern. Seit der vergangenen Woche sind zusätzliche Drohnen im Einsatz. Für die unbemannten Aufklärungsflugzeuge wurde im Bundeswehrcamp in Tetovo eigens eine zweite Startrampe installiert. Aber die Hochtechnologie hat bis heute kaum Belege für die Verbrechen erbracht, die an den Albanern begangen wurden. Nur die Summe vieler Augenzeugenberichte kann hier Indizien liefern. Der SPIEGEL hat in den albanischen und mazedonischen Auffanglagern Hunderte Flüchtlinge befragt und dokumentiert ihre Aussagen. berichten
Von Klaus Brinkbäumer, Caroline Emcke, Susanne Koelbl, Bettina Musall, Rainer Pörtner, Alexander Szandar, Thilo Thielke, Andreas Ulrich und Hans-Jörg Vehlewald

DER SPIEGEL 15/1999

Alle Rechte vorbehalten

Vervielfältigung nur mit Genehmigung