11.11.2013

GESUNDHEITLeitfaden für Lobbyisten

Die Pharmaindustrie will die Arzneimittelsparpläne der neuen Bundesregierung mit aller Macht stoppen. Per E-Mail forderte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) seine 240 Mitglieder auf, "sich kurzfristig telefonisch an den Bundestagsabgeordneten Ihres Wahlkreises zu wenden, um Ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen". Dadurch solle gegen die "Fortsetzung planwirtschaftlicher Zwangsmaßnahmen" vorgegangen werden, wie der Verband schreibt. Bei ihren Koalitionsverhandlungen hatten Union und SPD in der vergangenen Woche vereinbart, den Zwangsrabatt für die Pharmaindustrie ab 2014 nicht - wie eigentlich vorgesehen - auf sechs Prozent zu senken, sondern nur auf sieben. Außerdem will die zuständige Arbeitsgruppe den Preisstopp für patentgeschützte Arzneimittel verlängern. Der Verband rät seinen Mitgliedern nun: "Unterschätzen Sie nicht Ihre Bedeutung! Ein Alarmruf eines Unternehmens mit Produktion im eigenen Wahlkreis hat für jeden Abgeordneten höchste Priorität." Für Unternehmen, die mit den politischen Gepflogenheiten wenig vertraut sind, hat der Verband eine detaillierte Anleitung zum Vorgehen angefügt - Formulierungshilfen inklusive: Man möge telefonisch "um dringenden Rückruf des MdB" bitten, "wegen skandalöser Pläne der Gesundheitspolitiker; mit erheblichen Auswirkungen am Standort; Nachsatz: ,es brennt'". Das Gespräch mit den Abgeordneten solle "möglichst offen, authentisch und gegebenenfalls auch emotional" geführt werden.

DER SPIEGEL 46/2013
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