16.12.2013

KARRIEREN„Mehr als ein Trostpflaster“

ARD-Moderator Ingo Zamperoni, 39, über seinen Wechsel nach Washington
SPIEGEL: Ist die Berufung zum USA-Korrespondenten das Trostpflaster der ARD, weil Sie in diesem Jahr doch nicht Nummer eins der "Tagesthemen" geworden sind?
Zamperoni: Korrespondent in Amerika zu sein ist mehr als ein Trostpflaster, es ist mein Traumjob. Ich habe von 1999 bis 2000 im Studio Washington als Producer gearbeitet. Studioleiter war Claus Kleber, Tom Buhrow gehörte zum Team. Ich habe für die Kollegen recherchiert, O-Töne eingeholt, Filme geschnitten. Damals habe ich gesagt: Irgendwann komme ich wieder. Nun ist es so weit. In den nächsten Tagen lädt das Umzugsunternehmen unsere Möbel in Hamburg in einen Container. Wenn meine Familie und ich Ende Dezember in Washington landen, sind die Sachen schon da.
SPIEGEL: Wie ist Ihr Verhältnis zu Thomas Roth, der bei den "Tagesthemen" nun den Job macht, den Sie gern gehabt hätten?
Zamperoni: Sehr gut, und es war nie schlecht. Das war doch klar, dass er die größeren Chancen hat. Er war unser erfahrenster Auslandskorrespondent, er war bei Kriegen und Weltereignissen dabei. Es ist wichtig, dass man die Welt nicht nur vom klimatisierten Studio aus kennt.
SPIEGEL: In den nächsten Jahren können Sie einiges nachholen. Und wenn Ende 2016 Roths Vertrag als "Tagesthemen"-Präsentator ausläuft ...
Zamperoni: ... dann endet auch meiner in Washington, ich weiß. Ich habe keine Ahnung, was dann sein wird, aber ich will jetzt auch nicht rumeiern: Die Möglichkeit, dass ich dann wieder im Gespräch sein werde, ist hoch.
SPIEGEL: Sie sind dann Anfang vierzig und haben vielleicht auch ein paar weiße Haare vorzuweisen.
Zamperoni: In Deutschland wird das ja immer mit Seriosität oder Weisheit gleichgesetzt. Das mag auch mit Hanns Joachim Friedrichs zu tun haben, dem legendären Moderator der "Tagesthemen". Wenn Sie genau hinschauen, entdecken Sie bei mir jetzt schon welche.

DER SPIEGEL 51/2013
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