13.01.2014

BriefeUnmögliches möglich gemacht

Nr. 2/2014, Eine Sekunde. Warum Michael Schumachers Unfall die Welt so berührt
"Bei seinen bisherigen Unfällen hatten wir den Eindruck, eine Art übernatürlicher Schutzengel schwebe über dem Meister der Formel 1. Der Mythos Michael Schumacher ist jetzt entzaubert, lebt aber zugleich weiter wie nie zuvor."
Dr. med. Thomas Schätzler, Dortmund
Bei aller Traurigkeit, die auch mich nachhaltig erfasst hat, muss erlaubt sein, auf folgenden Umstand hinzuweisen: Auch für Schumacher gelten Regeln, sowohl in der Formel 1 als auch auf alpinen Skipisten. Wenn die Fachleute in Méribel es als notwendig erachten, gefahrenträchtige Pistenareale zu sperren, dann niemals aus Jux und Dollerei, sondern ausschließlich aus wichtigen Gründen, wie zum Beispiel Schneemangel. Schumacher hat sich leider über diese Regel hinweggesetzt.
Jörg Hotop, Hürth
Sosehr man diesen begnadeten Sportler für seine Leistungen bewundern muss, diesen Rummel rechtfertigt das nicht.
Veronika Schmitt, Mannheim
Wunderbar geschrieben. Ich gehöre nicht zu denen, die sich je für das Leben Prominenter als Auflagenbooster interessiert haben. Was den Skisport moderner Prägung angeht, könnte sich die Familie Schumacher vielleicht dazu motivieren lassen, eine Stiftung ins Leben zu rufen - vor allem wenn er hoffentlich wiederhergestellt und im Besitz seiner vollen geistigen Kräfte ist -, die vor allem junge Menschen darüber aufklärt, dass Skifahren eigentlich ein Transportweg und kein halsbrecherischer Hochleistungssport ist und sein sollte. Es ist unverantwortlich, was heute auf Skiern geschieht und geschehen darf, weil dahinter eine riesige Ausrüstungs- und Touristikindustrie steckt.
Karin-Beate Phillips, Richmond (England)
Ein vor Larmoyanz und mäßigem Abstand zum ehemaligen Formel-1-Piloten strotzender Artikel. Man könnte fast meinen, Sie litten mit Schumacher. Wichtig wäre doch zu fragen: Ist dieser Mann nicht krank? Nach immer stärkeren Adrenalinschüben? Seine diversen Extremsportarten scheinen diese Vermutung zu bestätigen.
Peter Berger, Heiligenhaus (NRW)
Ihre Antwort auf die Frage, warum Schumachers Unfall die Welt so berührt, erscheint mir äußerst banal. Weil es jedem passieren könnte? Nein, es könnte eben nicht jedem passieren, denn es gibt sehr viele Skifahrer, die nicht abseits der Piste fahren, sei es auch nur zwei Meter daneben. Denn es gibt sie, die Skifahrer, die die Natur und Tierwelt respektieren und auch wissen, dass unter dem Tiefschnee Felsen und Baumstümpfe lauern können.
Angela Kronlage, Neuenkirchen-Vörden
Bei allem Respekt vor sportlichen Leistungen: Schumacher ist kein Willy Brandt und kein Nelson Mandela, und ich finde nicht, dass sich jemand wegen eines Skiunfalls eine Titelstory verdient, nachdem seine Lebensleistung darin bestand, mit einem Auto im Kreis zu fahren.
Martin Neumann, Lippstadt
Es ist schon absurd, einem tragischen - aber täglich vorkommenden - Ereignis eine derartige Bedeutung zukommen zu lassen. Nur weil Schumacher als Rennfahrer Geschichte geschrieben hat, kommt seinem Skiunfall jetzt die Bedeutung der Titelseite zu? Folgt eine Woche später "Die nächste Sekunde" mit dem Sturz der Bundeskanzlerin? Jedes einzelne ermordete Kind im Syrien-Bürgerkrieg hat mindestens den gleichen Anspruch auf die Titelgeschichte!
Dr. Thomas Jürgens, Hamburg
Bedaure, aber auch Ihr feinsinniger Artikel über den "Ausnahmesportler" Michael Schumacher hat mich nicht sonderlich berührt. Ich hatte und habe auch keine "Sehnsucht nach neuen Helden" von der Art des Herrn S. Immerhin sieben Journalisten haben Sie angesetzt auf die Story eines millionenschweren mittelständischen Fahrunternehmers, gebürtig aus Kerpen, der seinen "verdienten" Lebensabend in der Schweiz verbringt, sicher vor dem deutschen Fiskus. Es bleibt mir völlig unerfindlich, was an seiner früheren Tätigkeit eigentlich Sport gewesen sein soll. Es war und ist zweifellos ein Mordsgeschäft, bei dem der Tod billigend in Kauf genommen wird. "Nie war der Wahnsinn um Michael Schumacher absurder." Das ist der bemerkenswerteste Satz in dem Titel.
Helgo Klatt, Hamburg
Michael hat mit seiner Leidenschaft für die Formel 1 alle aufgeschlossenen Menschen inspiriert, dass es sich immer lohnt, für seine Ziele zu kämpfen. Er hat bewiesen, dass mit Fleiß, Willen und Hingabe Unmögliches möglich wird. Und er hat stets auch jene im Blick, denen es nicht sonderlich gutgeht - ohne großes mediales Getöse. Nun, im sportlichen Unruhestand, fasziniert er mit seinen Interessen weit über den motorsportlichen Tellerrand hinaus.
Dr. Marko Michels, Schwerin

DER SPIEGEL 3/2014
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