27.01.2014

BILDUNG„Auf der Grenze“

Der saarländische Kultusminister Ulrich Commerçon, 45 (SPD), über den Plan, bis zum Jahr 2043 im Saarland Französisch als zweite Verkehrs- und Umgangssprache zu etablieren
SPIEGEL: Jedes Kind, das im Saarland geboren wird, soll schon in der Klinik ein zweisprachiges Willkommenspaket erhalten. Werden die Saarländer jetzt wieder Franzosen?
Commerçon: Natürlich nicht. Aber die Menschen hier leben nicht dies- oder jenseits, sondern auf der Grenze. Das ist eine innere Einstellung, die in Europa ein großer Vorteil ist. Daher wollen wir die sprachliche und kulturelle Kompetenz stärken, und damit muss man schon in jungen Jahren anfangen.
SPIEGEL: Die Rede ist von bilingualen Kindergärten und verpflichtendem Französischunterricht ab der ersten Klasse.
Commerçon: Um eines klarzustellen: Verpflichtend wird nichts davon sein. Aber wir wollen auch Kindern mit deutschen Eltern die Chance eröffnen, Mehrsprachigkeit zu leben. Bereits heute haben 40 Prozent unserer Kitas ein bilinguales Konzept, da sollen nun jedes Jahr fünf bis zehn weitere Angebote hinzukommen. Was die Schulen betrifft, wird im Saarland schon jetzt ab der dritten Klasse Französisch unterrichtet. An allen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen kommt ab der fünften oder sechsten Klasse noch zusätzlich Englisch dazu. Darauf werden wir aufbauen.
SPIEGEL: Wie will das hochverschuldete Saarland das finanzieren?
Commerçon: Selbstverständlich müssen wir die Schuldenbremse einhalten. Aber wir reden hier ja von einer Vision, die über die nächsten 30 Jahre und nicht in einer Legislaturperiode umgesetzt werden soll.

DER SPIEGEL 5/2014
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