27.01.2014

ISRAELVerbotene Früchte

Den Verdacht hegten Experten der Europäischen Union schon länger, jetzt liegen ihnen Beweise vor: Bio-Obst und -Gemüse, das aus den israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland und auf den Golanhöhen stammt, wird häufig falsch deklariert und als Ware "Made in Israel" in die EU exportiert. Das Lebensmittel- und Veterinäramt in Brüssel habe bei Kontrollen vor Ort eindeutige Beweise gesichert, heißt es in einem internen Kommissionsbericht, und die israelischen Behörden zur Rede gestellt. Als "Made in Israel" dürfen Exporteure laut einer Anweisung der EU-Kommission nur Waren deklarieren, die innerhalb der "international anerkannten Grenzen des Staates Israel" produziert werden. Die EU teilte den Mitgliedstaaten jetzt mit, dass sie die israelische Zertifizierung von Bio-Produkten nicht länger akzeptieren werde. Ab 1. Februar müssen die Mitgliedstaaten den Etikettenschwindel selbst verantworten, wenn sie das wollen. Doch die meisten Länder werden sich der EU-Direktive wohl anschließen. Das Landwirtschaftsministerium in Berlin etwa erklärt, solche Bio-Produkte müssten den Herkunftshinweis "Besetzte palästinensische Gebiete" tragen - was beim Verkauf hinderlich sein dürfte.

DER SPIEGEL 5/2014
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ISRAEL:
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