02.06.2014

BriefeTausende junge Leute verheizt

Nr. 22/2014 Amerikas letzter Sieg - D-Day - 6. Juni 1944, Normandie
"Auch für meinen Vater war der D-Day einer der längsten Tage seines Lebens. Es sind nicht mehr viele, die noch Zeitzeugen sind. Vielleicht hätten wir ihnen früher zuhören sollen. Tun wir es jetzt: daheim oder im Heim. Da treffen wir sie."
Martina Lenzen, München
In Ihrer Darstellung des Luftkriegs vermisse ich die Stichwörter Guernica, Warschau und Rotterdam. Der "Luftkrieg ..., der die Kriegsführung revolutioniert", begann nicht, wie behauptet, erst im Mai 1940 aufseiten der Alliierten. Die zweifelhafte Ehre kommt der Luftwaffe zu.
Dr. Alfred Troesch, Zollikon (Schweiz)
Gehörte nicht in die Geschichte hinein, wie schwer es ist, die Verluste zu ermitteln, die die Amerikaner bei der Landung am Omaha-Beach hatten? Dass dort überwiegend unerfahrene Rekruten eingesetzt waren, dass hier Tausende 19-Jährige verheizt wurden, ihre Unerfahrenheit geradezu schamlos genutzt wurde?
Hans Alberts, Bremen
Der Krieg wäre ein Jahr früher zu beenden gewesen, wenn die gewaltige Luftwaffe der Alliierten das deutsche Eisenbahntransportwesen zerstört hätte, anstatt die Zivilbevölkerung zu töten. Bomber Harris hätte kein Denkmal verdient.
Dr. Hellmuth Hahn, Wedemark (Nieders.)
Die "Entsetzen und Ehrfucht"-Leitlinie wurde auf die Spitze getrieben, als die Amerikaner die Kapitulation Japans mit zwei Atombomben erreichten, ganz ohne Einsatz von Bodentruppen auf dem japanischen Kernland.
Wolfgang Maucksch, Herrieden (Bayern)
Die Nazis prägten nach dem Fall Frankreichs und den erfolglosen Bemühungen, den Luftkrieg gegen Großbritannien zu gewinnen, 1940 den Begriff "Coventrieren". Damit war die in einer einzigen Nacht durchgeführte Zerstörung der Stadt Coventry mit Bombenangriffen aus der Luft gemeint. Vorher hatte Nazi-Deutschland Rotterdam, Warschau und Belgrad sowie viele andere Städte mit Luftangriffen zerstört und die vielen Länder erobert. Dann jedoch über alliierte Luftbombardements deutscher Städte wehleidig zu jammern und vom "Terror aus der Luft" zu reden entspricht der Nazi-Ideologie. Auch Werner Kleeman, ein "Jude aus Deutschland", kämpfte nicht für die USA gegen "seine Heimat". Er kämpfte vielmehr, so wie die anderen alliierten Soldaten, für die Befreiung Deutschlands von der Nazi-Herrschaft und ermöglichte so die Entwicklung von Nachkriegsdeutschland zu einer neuen Gesellschaft, die zu Recht nun ihren Platz in den Reihen der Demokratien einnimmt.
Hugo Brainin, Wien
In Ihrer Analyse zur Fähigkeit der US-Armee, militärische Siege zu erringen, unterlassen Sie es, einige wesentliche Faktoren zu nennen. Die erfolgreiche Operation "Desert Storm" wird nicht erwähnt. Ferner sind die ohne klare Erfolge geführten Konflikte im Irak und in Afghanistan wohl auch durch beschränkt fähige Politiker und Besserwisser zu erklären, die ihre Armee missbraucht haben.
Andreas Bartels, München
Nicht einmal am D-Day hätten die USA gesiegt, wenn nicht zig deutsche Divisionen im erbitterten Kampf mit der Roten Armee an der Ostfront verblutet wären. Eine Landung wäre dann unmöglich gewesen. Aber selbst die Landung in der Normandie hatte nur eine sekundäre Bedeutung für den Kriegsverlauf, denn der Zweite Weltkrieg wurde im Wesentlichen an der Ostfront gewonnen und verloren.
Karl Romstedt, Blankenfelde-Mahlow (Brandenb.)
Sie hätten noch erwähnen sollen, dass zwei Jahre vor dem D-Day ein kläglicher Versuch, in Dieppe anzulanden, fürchterlich in die Hose ging.
Wilfried Städing, Berlin

DER SPIEGEL 23/2014
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