02.06.2014

TV-PhänomeneWir Couch-Kommissare

Lange galt der ARD-Krimi als piefiges Überbleibsel vergangener Zeiten. Inzwischen versammeln sich sonntags fast zehn Millionen Zuschauer vor dem Bildschirm. Wie macht die Reihe das?
Wenn der "Tatort" auf die Wirklichkeit trifft, kann das schon mal zu Irritationen führen. Wie vor ein paar Jahren in einem Berliner Supermarkt, als Klaus J. Behrendt am Kühlregal entlangschlich, um den Standort der Butter zu ermitteln, und dabei mit einer alten Dame zusammenstieß.
Langsam schaute sie an dem Schauspieler empor. Als ihre Blicke sich trafen, erschrak sie, tippte ihn an und zischte verschwörerisch: "Ballack!"
Zumindest was die Bedeutung ihres Gegenübers anging, lag die Frau richtig. Sie war mit einer nationalen Ikone kollidiert: "Tatort"-Kommissar Max Ballauf aus Köln. Auch sein Spiel dauert 90 Minuten. Auch von ihm hängt das Wohlbefinden der Deutschen ab.
Sind Ballauf und Kollegen in Form, ergeht die Republik sich in wohligem Schauer. Dilettieren sie, jault das Land auf. Mal für Mal schalten Millionen ein. "Der ,Tatort' funktioniert wie die Bundesliga", sagt Behrendt. "Jedes Team hat seine Fans."
Galt der "Tatort" noch vor einigen Jahren als Opa-Fernsehen, muss man nun selbst bei jungen Leuten damit rechnen, dass sie sonntags ab 20.15 Uhr nicht mehr ans Telefon gehen. Oder höchstens ans Smartphone, um über den Krimi zu twittern.
Wie einst ihre Großeltern laden sie Freunde zum Fernsehabend ein, und am Montag ist der "Tatort" der kleinste gemeinsame Nenner fürs Bürogespräch.
Gespanne, die seit mehr als einem Jahrzehnt ermitteln, stellen gerade ihren persönlichen Quotenrekord auf. Manche "Tatort"-Chefs der ARD laufen montags schon mit traurigem Gesicht herum, wenn sie nicht die Zehn-Millionen-Marke geknackt haben.
Zu den 50 meistgesehenen Sendungen des vergangenen Jahres zählen 23 "Tatorte", ähnlich populär waren nur Fußballübertragungen.
Es ist ein erstaunlicher Erfolg. Warum setzen sich jeden Sonntag Millionen Bundesbürger vor den Fernseher, um sich von einer vorhersehbaren Handlung unterhalten zu lassen: ein Mord, Ermittler, Rätselraten, ein paar Irrläufer, dann aber garantiert die Auflösung?
Was hat es auf sich mit diesem Sofaritual, bei dem so zentrale Begriffe des Zusammenlebens verhandelt werden wie Schuld, Verantwortung und Gerechtigkeit? Hat der Erfolg damit zu tun, dass der "Tatort" in Zeiten von YouTube und Internet-TV das letzte Fernseherlebnis ist, mit dem gesellschaftlicher Konsens herzustellen ist?
Es spricht vieles dafür, dass der Siegeszug der Reihe in Münster seinen Anfang nahm. Mit Hauptkommissar Frank Thiel und Rechtsmediziner Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne, die jeden Todesfall zur Nummernrevue machen.
Mit Boerne und Thiel begann 2002 für den "Tatort" eine neue Zeitrechnung. Was die beiden trieben, war kein Krimi, sondern eine holzschnittartige Variante des verrückten Paars Walter Matthau und Jack Lemmon. Thiel, der Schluffi, Boerne, der Gockel. Innig verbunden im Dauerclinch.
"Der Kriminalfall ist bei uns oft nur eine in Kauf genommene Nebensache", sagt Axel Prahl, der den Kommissar Thiel spielt. "Wichtiger ist, welche Kabinettstückchen die beiden daraus entwickeln."
Dabei war ursprünglich eine andere Konstellation vorgesehen. Ulrich Noethen hätte Prahls Konterpart geben sollen, sagte jedoch kurz vor Drehbeginn ab. So kam Jan Josef Liefers zu der Rolle des überkandidelten Rechtsmediziners.
Prahl sagt, der Erfolg sei ihm von vornherein unheimlich gewesen. "Unsere erste Folge hatte fast neun Millionen Zuschauer, schon damals bin ich erschrocken. Als es dann mit elf und zwölf Millionen losging, wurde es gespenstisch. Ich stelle mir immer vor, das ist eine Stadt, dreimal so groß wie Berlin, und alle starren auf den Kasten mit uns beiden drin. Das jagt mir bis heute einen Schauer über den Rücken."
Auf die Frage, wie lange er noch ermitteln will, antwortet er stets: "Maximal 25 Jahre." Immer wieder gab es Gerüchte, Prahl und Liefers wollten hinschmeißen. Genährt wurden die auch dadurch, dass die beiden vor zwei Jahren beim WDR vorstellig geworden waren, um sich über die Qualität eines Drehbuchs zu beschweren. Ausgerechnet diese Folge aber erreichte die beste "Tatort"-Einschaltquote seit 1993.
Den nächsten Fall mit den beiden zeigt das Erste im September, ein weiterer wird im Herbst gedreht. Die Verträge der Darsteller laufen noch bis Jahresende, gerade verhandelt der WDR mit ihnen über eine Verlängerung.
Die größte Nummer soll aber noch kommen. Der Sender plant einen Kinofilm mit Boerne und Thiel. Mehrere Autoren arbeiten bereits an einem Drehbuch, auch wenn rechtliche Fragen und die Finanzierung noch geklärt werden müssen. "Tatort" als großes Lichtspiel, das hat es seit Schimanskis "Zabou" von 1987 nicht mehr gegeben.
Ob die Zuschauer aber auch für einen Blödelkrimi ins Kino gehen?
In Münster tun sie es bereits. Dort zeigt der WDR den lokalen "Tatort" stets ein paar Tage vor der TV-Ausstrahlung und füllt damit mehrere Säle. Die Voraufführung soll ein Dank an die Münsteraner sein. Dabei wird ein großer Teil gar nicht in ihrer Stadt gedreht, sondern in Köln, wo der WDR seinen Sitz hat und für die 40-köpfige Filmcrew keine Übernachtungskosten anfallen.
Zu den Vorführungen in Anwesenheit der Darsteller kommen vor allem Studenten. Besonders hat es ihnen Claus Dieter Clausnitzer angetan, der Thiels kiffenden, Taxi fahrenden "Vadder" spielt. Wenn sie dem 75-Jährigen im Kino gegenüberstehen, behandeln sie ihn wie ein Denkmal: "Dürfen wir Sie mal anfassen?"
Und ist Not am Mann, sind die Fans selbstverständlich für ihre Helden da: Als Til Schweiger voriges Jahr mit 12,74 Millionen Zuschauern den Bestwert des Teams Münster übertraf, der bei 12,19 Millionen lag, startete ein junger Münsteraner eine Facebook-Aktion. Unter dem Motto "Rekord-Quote für Münster" rief er dazu auf, den nächsten Fall einzuschalten, in der Hoffnung, dass viele der Angesprochenen eine Quoten-Messbox zu Hause hätten. Tatsächlich kam der Fall auf fast 13 Millionen Zuschauer. Wie groß der Facebook-Beitrag gewesen sein mag, ist unklar - doch Schweiger war besiegt.
Letztlich aber nutzen die Teams einander mehr, als dass sie einander schaden. Tatsächlich schwören in der ARD viele, die starken Münsteraner hätten die anderen Teams mit nach oben gezogen. Sogar die kleine Ostschwester "Polizeiruf 110" hat davon profitiert. Erfolg schafft Erfolg. Oder wie es ein ARD-Fernsehfilmchef formuliert, der damit nicht zitiert werden möchte: "Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen."
Um den Höhenflug des "Tatorts" zu erklären, muss man noch einmal in die Welt des Fußballs blicken, auf die WM 2006. Die brachte den Deutschen das gemeinschaftliche Fernsehen bei, auf Marktplätzen, in Fußballstadien oder Kneipen. "Ohne diese Weltmeisterschaft im eigenen Land hätte sich Public Viewing bei uns wohl nicht so schnell durchgesetzt", sagt der Karlsruher Literaturwissenschaftler und "Tatort"-Forscher Stefan Scherer.
Wenig später begannen die Gastwirte mit sonntäglichen "Tatort"-Übertragungen. Statt mit Bällen wurde nun mit Patronen geschossen, anstelle der Nationalhymne stimmte die "Tatort"-Melodie auf den Abend ein. "Plötzlich zeigte sich, wie sehr eine Krimireihe Gemeinschaft zu stiften vermag", so Scherer.
Zwar waren "Tatort Kiel" und "Tatort Konstanz" längst nicht so cool wie "CSI Miami" und "CSI Las Vegas". Schon bald aber trat eine Reihe abgenutzter Ermittler ihren Ruhestand an, darunter Biedermänner wie der schwäbelnde Bienzle. Ihre jüngeren Nachfolger sind körperlicher. Und vermeiden trotz regionaler Verankerung jeden Anschein von Provinzialität. In welcher Stadt ermittelt wird, ist bisweilen nur am Dialekt der Sekretärin zu erkennen. Der bundesweiten Akzeptanz mag das dienlich sein. Eine vier Jahrzehnte alte Krimireihe ist so zum Volkssport geworden.
Doch wirklich alt ist beim "Tatort" nur der Vorspann. Wie sehr die Nation selbst daran hängt, zeigte die hitzige Debatte über den Vorschlag Til Schweigers, man könne das olle Ding doch aufmöbeln.
Ansonsten hat sich der Klassiker ständig gehäutet. Wie, das kann "Tatort"-Forscher Scherer erklären. In den zurückliegenden drei Jahren haben er und seine Kollegen im Rahmen eines Forschungsprojekts 500 von mehr als 900 Folgen gesichtet. Die Erkenntnisse wollen sie im Oktober in einem umfangreichen wissenschaftlichen Werk vorlegen.
Die Kurzform geht ungefähr so: Anfangs war der "Tatort" experimentell, ein kritisches Fernsehspiel. Wie in der Nouvelle Vague wurde schon mal die Handkamera eingesetzt. Der erste Fall "Taxi nach Leipzig" war ein Roadmovie, Kommissar Trimmel paffte und trank sich durch den Film, ließ sich zur Vernehmung ein Gläschen Cognac eingießen und brachte mit Sätzen wie "Det lassen wir mal, Junge" einen Angreifer dazu, die Waffe stecken zu lassen.
Mit Hansjörg Felmy als Kommissar Haferkamp wurde die Reihe bürgerlicher. Aus den Achtzigerjahren blieb eigentlich nur Schmuddelkommissar Horst Schimanski im Gedächtnis. In den Neunzigern wurden die Folgen wieder kunstvoller, unter der Regie von Dominik Graf entstand "Frau Bu lacht", der vielen bis heute als bester Film der Reihe gilt. Seit den Nullerjahren erfährt man viel über das Privatleben der Ermittler. Was wenig erbaulich ist, da viele verkrachte Existenzen sind.
Die überraschendste Erkenntnis war für Scherer: "Die Figuren entwickeln sich kaum. Die wenigsten Folgen knüpfen an Vorangegangenes an." Das hat auch wirtschaftliche Gründe: Episoden, die kein Wissen voraussetzen, lassen sich problemlos wiederholen. Kommissar Leitmayr aus München, dem gerade noch ein Messer im Rücken steckte, soll in der nächsten Folge wieder durch die Gegend springen, als wäre nichts gewesen.
Erst in der jüngsten Zeit hat der WDR versucht, eine Ermittlung doch mal auf mehrere Episoden auszudehnen. In Dortmund versucht Kommissar Faber seit seinem Dienstantritt 2012, den Tod seiner Frau aufzuklären. Scherer führt diese Entwicklung auf den Einfluss der amerikanischen Serien zurück, die über eine ganze Staffel die Spannung halten.
Die Schauspielerin Maria Furtwängler wiederum ließ sich eine Schwangerschaft ins Drehbuch schreiben, als Zeichen der Vereinbarkeit von Mutterschaft und Beruf. Inzwischen zweifelt sie daran, ob das so klug war. Denn nicht immer lässt sich der kleine Sohn dramaturgisch sinnvoll einbinden. "Man kann ja nicht nur zeigen, wie ich ihn zur Kita bringe oder dort abhole." Aber jetzt ist er nun mal da. "Ein Liebhaber kann in der nächsten Folge erschossen werden. Ein Kind nicht", sagt sie.
Furtwänglers "Tatorte" zählen zu den wenigen, bei denen mehr Frauen als Männer einschalten. Grundsätzlich ist die Begeisterung für den Sonntagskrimi auf beide Geschlechter gleich verteilt.
Kann man diese Liebe der Deutschen zu ihrem "Tatort" als Ausdruck einer Art neuen Patriotismus werten? Weil sie sich darin wiedererkennen, ihre Lebenswirklichkeit und Gewohnheiten reflektiert sehen?
Als Spiegel der Gesellschaft taugt die Reihe nur bedingt. "Tatort"-Deutschland ist verseucht von Gier und Habsucht, ein Land voller Dramen, Verzweiflung und sozialer Ungleichheit. Dort wird geschossen, vergewaltigt, vergiftet, erdolcht. Die Botschaft lautet: Trau niemandem, dem netten Nachbarn so wenig wie deiner Ehefrau.
Möchte man in diesem Land leben? Nicht um 20.18 Uhr, wenn die Leiche ans Ufer geschwemmt wird. Nicht um 21.23 Uhr, wenn der Kommissar in einen Hinterhalt gelockt wird. Umso lieber aber um 21.43 Uhr, da trinken die Ermittler an der Würstchenbude mit Domblick ihr Kölsch oder feiern auf dem Polizeirevier den Geburtstag einer Kollegin.
Der Bundesbürger kann mit gutem Gefühl zu Bett gehen, hat er doch wenigstens für kurze Zeit Orientierungshilfe bekommen. Der Sonntagabend ist zur Verschnaufpause geworden, bevor sich der Wahnsinn einer immer komplexeren Welt am Montagmorgen von Neuem Bahn bricht.
Der Philosoph Wolfram Eilenberger nennt die sonntägliche Leichenschau ein "gesellschaftsdeckendes Reinigungs- und Reflexionsritual". Der kollektive Läuterungsprozess habe sich vom morgendlichen Kirchgang auf den Abend verschoben, schreibt er in dem gerade erschienenen Buch "Der Tatort und die Philosophie".
Der "Tatort" sei "Aufklärung par excellence", so Eilenberger: Er inszeniere den absehbaren Siegeszug einer moralischen Vernunftordnung gegen die triebhaften Kräfte der Unvernunft. Zunächst verborgene Ursachen und Gründe würden ans Licht gebracht, schlüssige Erklärungsketten geknüpft, und der Schuldige werde so einer gerechten Strafe zugeführt, ohne Rücksicht auf seinen Stand und seine Herkunft.
Seit Beginn der Reihe sind die meisten Fälle der Lebenswelt der Zuschauer entnommen. So hat es der "Tatort"-Erfinder und spätere WDR-Fernsehfilmchef Gunther Witte 1970 festgelegt, als Gegenstück zur ZDF-Reihe "Der Kommissar", die, wie später "Derrick", bevorzugt in Münchner Villenvierteln spielte.
Häufig diktiert die Wirklichkeit die Inhalte. Der Überfall auf den Geschäftsmann Dominik Brunner an einer Münchner S-Bahn-Haltestelle etwa hat gleich zwei Drehbuchautoren der Reihe inspiriert.
Die Grimme-Preisträgerin Dorothee Schön sagt, genau deshalb schreibe sie so gern Drehbücher für den "Tatort": "Hier kann ich mich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzen. In Deutschland ist das nirgends so gewünscht wie im Krimi."
Allerdings unterscheidet sich die Sonntagswirklichkeit vom echten Leben. Entgegen der Kriminalstatistik sind die Täter im "Tatort" selten Ausländer oder Migranten. Schon allein, um die Reihe nicht dem Rassismusverdacht auszusetzen.
Eine Ausnahme bildet der Kampf gegen den kurdischen Astan-Clan bei Til Schweiger, der im kommenden Jahr mit einer Doppelfolge sein Ende finden soll. Oder der berühmt gewordene Aleviten-"Tatort" mit Maria Furtwängler von 2007, der einen solchen Massenprotest der Religionsgruppe nach sich zog, dass der damalige Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier vor einem Kulturkampf warnte. Die Folge wird seither im Giftschrank des NDR verwahrt.
Die Aufklärungsquote der "Tatorte" liegt bei nahezu hundert Prozent. Denn Ordnung muss sein in deutschen Wohnzimmern, sonntags um Viertel vor zehn. Sonst gehen die Zuschauer auf die Barrikaden.
NDR-Fernsehfilmchef Christian Granderath hat das 2012 erlebt, als er einen Hannover-"Tatort" mit Maria Furtwängler ausstrahlte, der sich über zwei aufeinanderfolgende Sonntage erstreckte. Es ging um Menschenhandel und Zwangsprostitution.
"Nach der ersten Folge hatte die Kommissarin den falschen Täter gefasst. Scheinbar hatte das Unrecht gesiegt. Manche Zuschauer hatten aber nicht mitbekommen, dass es eine Woche später den zweiten Teil geben würde, und waren entsetzt", sagt Granderath. Das NDR-Team habe Hunderte Beschwerdebriefe und -anrufe bekommen. Noch ein Jahr später hätten verstörte Zuschauer ihm den Ausgang der ersten Folge bei einer Podiumsdiskussion vorgeworfen.
Unmut über den "Tatort" entsteht nicht nur in der Altersgruppe, die sonst typisch ist für die öffentlich-rechtlichen Sender. Die Diskussionen haben sich längst in die sozialen Netzwerke verlagert, die ureigene Domäne jüngerer Fernsehzuschauer. Sie haben die in sparsamen 140 Zeichen pointiert zusammengefasste Kritik am "Tatort" zur neuen Stil- und Kommunikationsform erhoben. Die Unterhaltung, so scheint es, entfaltet für manche erst dann ihren vollen Genuss, wenn sie den "Tatort" auf Twitter mit Spott übergießen können.
Dabei geht es entweder ernsthaft zu, wie etwa bei jenen Innen- und Rechtspolitikern der Grünen, die als @TatortWatch eine Zeit lang jede Folge darauf abklopften, ob die Kommissare mal wieder die Bürgerrechte verletzten.
Oder mit ironisch-bissigem Unterton, wie beim ersten Einsatz Til Schweigers. Hier echauffierte man sich auf Twitter über den "Nuschel-Til" und die angeblich mangelhafte darstellerische Kraft seiner Tochter. Die Süddeutsche Zeitung nennt diese Zuschauer "Twitter-Spießer" und ihre Tweets "ein allsonntägliches Fest der hämisch schlechten Laune".
Gebhard Henke hingegen findet für dieses Phänomen freundliche Worte. Der Fernsehfilmchef des WDR tummelt sich gern in den sozialen Netzwerken. "Auch wenn es manchmal wehtut: Viele Kommentare sind brillant." Selbst Schimpf und Schande macht er sich zu eigen: "Die Erregung über das, was einem nicht gefällt, ist Teil der Begeisterung. Twitter ist eine Form der Wertschätzung."
Henke ist nicht nur für die Kriminaler in Köln, Münster und Dortmund zuständig. Er ist auch der "Tatort"-Koordinator der ARD. In dieser Funktion hat er "alle Ermittler gleich lieb".
Viel reinreden kann er ihnen ohnehin nicht. Jede ARD-Anstalt ist für ihre Krimis selbst verantwortlich. Henke achtet lediglich darauf, dass Teams nicht zu dicht hintereinander zum Einsatz kommen. Und dass sich die Themen nicht doppeln. Trotzdem kommt es vor, dass innerhalb weniger Monate zwei "Tatorte" im Zirkus spielen und zwei im Gefängnis. Henke sagt, manchmal lasse sich das nicht vermeiden. Er nennt das "koordinierte Anarchie".
Zu seinen Aufgaben gehört zudem der Schutz der Marke. Henke bestimmt, wer den Namen und das Logo der Reihe benutzen darf. Und das wollen viele.
Absagen bekamen etwa der Privatdetektiv, der seine Website mit dem Fadenkreuz schmücken wollte. Die beiden Pastoren, die zu einem "Tatort-Gottesdienst" einladen wollten. Oder Gaststätten, die sich offiziell "Tatort-Kneipe" nennen wollten. Mit Bierdeckeln, Fußabdruck-Aufklebern und Flugblättern, die auf die sonntägliche Ausstrahlung hinweisen, versorgt die ARD sie dagegen gern. Auch eine "Tatort"-App ist in Planung.
Noch lieber als auf Twitter betreibt Henke seine Zuschauerforschung in der U-Bahn. Bevorzugt montagsmorgens, auf der Fahrt von seiner Wohnung zum WDR am Appellhofplatz. Er will wissen, ob die Leute über den "Tatort" sprechen. Über ihre fiktiven Mitbürger Ballauf und Schenk hört er die Kölner manchmal reden wie über alte Bekannte.
Am Morgen nach dem jüngsten Fall belauschte Henke zwei Frauen, beide Mitte vierzig. Der einen dämmerte gerade, dass sie offenbar das Ende verpasst hatte. Sie hatte den Fernseher nach der obligatorischen Szene an der Würstchenbude ausgeschaltet, die üblicherweise die Folgen abbindet. Ihre Begleiterin erklärte sie daraufhin für blöd.
Henke sagt, er unterscheide zwei Arten von Zuschauern: jene, die eine Freundschaft mit den Kommissaren eingehen und auch deren Privatgeplänkel mögen. Ihm zufolge bilden sie die Mehrheit. "Die andere Gruppe aber artikuliert sich lauter." Die nennt er Puristen. Sie fordern etwa, dass die Kommissare sich mehr auf ihre Ermittlungen konzentrieren sollen.
Der Mannheimer François Werner, 40, gehört dann wohl zur zweiten Kategorie. Er betreibt die Seite tatort-fundus.de, auf der Fans sich über aktuelle Folgen und die Historie der Reihe austauschen. Werner hat ein Buch in Vorbereitung mit 1000 "Tatort"-Fakten und ein Quiz zur Reihe. Beides soll im Herbst auf den Markt kommen.
Seinen ersten Fall hat er als Zehnjähriger gesehen. "Ich war ein Schlüsselkind und habe oft ferngeschaut." Fasziniert hat ihn damals, dass im "Tatort" so viel mehr drinsteckte als in den immer gleichen ZDF-Krimis "Der Alte" oder "Ein Fall für Zwei". Schon als Kind interessierte es ihn, wenn Bild mal wieder gezählt hatte, wie oft Schimanski pro Film "Scheiße" sagte.
Werner kann von mehr als drei Jahrzehnten "Tatort"-Liebe schwärmen. Ohnehin glaubt er, dass der heutige Erfolg im Wesentlichen auf dem beruht, was in den frühen Jahren gesät wurde. Gerade aber sorgt er sich ein bisschen um eine Reihe. Kritisch sieht er vor allem "die Überflutung mit Teams", 22 sind es inzwischen, inklusive Wien und Luzern. Sogar Franken hat jetzt eigene Ermittler.
Und er bemängelt, dass die Beamten neuerdings immer persönlich in den Fall involviert sind. Im jüngsten "Tatort" mit Wotan Wilke Möhring etwa war die Tote eine Liebschaft des Kommissars. Eine Woche später wiederholte sich das Muster bei den Münchnern. Am Sonntag darauf wurde dann Max Ballauf vor die Kölner U-Bahn geschubst.
Werner sagt, er wünsche sich mal wieder einen Kriminalfall, der nur ein Kriminalfall ist. "Früher hat das doch auch funktioniert."
Manchmal allerdings hat die Betroffenheit der Beamten ganz banale Gründe. So wie in Stuttgart. Dort hadert Felix Klare als Kommissar Sebastian Bootz gerade mit dem Auseinanderbrechen seiner Familie. Schuld daran trägt die Schauspielerin Maja Schöne, die bisher seine Frau spielte. Als sie der Redaktion verkündete, keine Lust mehr auf den "Tatort" zu haben, war die Bestürzung groß.
Was also tun?
Sie durch eine andere Darstellerin zu ersetzen erschien albern. Gegen den Tod der Figur sperrte sich ihr Filmgatte Felix Klare: "Ich hätte da ja mindestens acht Folgen lang dran knabbern müssen. Das hätte eine Schwere über die ganzen Filme gelegt." Stattdessen trennen die beiden sich nun, und das über mehrere Folgen hinweg.
Daraus ist so etwas wie das Markenzeichen des Schauspielers geworden. Leute sagen auf der Straße: "Sie sind doch der aus Stuttgart, dem die Frau weggelaufen ist?"
Der nächste Stuttgarter Fall läuft am Pfingstmontag. Darin bekommt Bootz per Post die Scheidungspapiere, die ihn sichtlich mehr mitnehmen als die neben ihm liegende Leiche.
Es wird die letzte Erstausstrahlung bis August sein. Denn mit dem "Tatort" ist es wie mit den Schokopralinen von Mon Chéri: Im Sommer gibt es keine neuen. Aber selbst die Wiederholungen werden vermutlich höhere Quoten erreichen als viele anderen Filme bei ihrer Premiere.
Der Erfolg der Reihe, so könnte man meinen, müsse die Sender durchweg mutiger machen. Trotzdem sind viele Folgen nach Schema F gebaut. Leiche, Kommissar, bei der Ehefrau klingeln: "Wo waren Sie gestern zwischen zehn und elf?"
Axel Prahl sagt, er würde sich mal einen Fall wünschen, in dem kein Mord geschieht, sondern einer verhindert wird.
Auch Ulrike Folkerts hat einen "Tatort"-Traum. Als Lena Odenthal ist sie in Ludwigshafen die dienstälteste Ermittlerin der Reihe. Mit ihrem 60. Fall begeht sie im Oktober ihr 25-jähriges Dienstjubiläum.
Hätte sie alle Freiheiten, eine Folge zu gestalten, sähe die so aus: "Lena wäre verliebt, am Feiern, Lachen und in glücklichen Momenten zu sehen, sie würde mal zu viel vom wahren Leben einatmen, den Fall als störend empfinden, weil er ihre Freiheit und Freizeit beschränkt, sie wäre für ihre Kollegen eine Zumutung und permanent hin und her gerissen zwischen Liebe und Tod."
Doch beides wird vorerst Wunschtraum bleiben. Spricht man mit "Tatort"-Machern, kommt man früher oder später auf die Frage: Wie viel kann man den Zuschauern eigentlich zumuten? Wie viel echtes Leben vertragen die Deutschen am Sonntagabend auf der Couch? Ziemlich viel, gerade beim "Tatort", glaubt Drehbuchautorin Schön. Sie würde gern mal einen schwulen Kommissar erfinden. Oder ein Team, das aus zwei Frauen besteht. Überhaupt würde sie gern mehr Experimente wagen in ihren Drehbüchern. "Der Zuschauer denkt weit weniger schematisch, als mancher Fernsehredakteur glaubt", sagt Schön. "Gibt es in den ersten Minuten keine Leiche, kann ein Redakteur schon mal nervös werden. Der Zuschauer nicht."
16 "Tatorte" hat sie bereits verfasst, für verschiedene Teams. Die nächste Münster-Folge, in der es um einen Pharmaskandal gehen wird, stammt von ihr.
Sie ist überzeugt, dass die übliche Krimidramaturgie, in der nacheinander die Verdächtigen abgeklappert werden, inzwischen auch den Zuschauer langweilt. "Wenn einer finster in die Kamera guckt, glaubt heute doch niemand mehr, dass das der Mörder ist. Je verdächtiger sich einer am Anfang verhält, desto schneller weiß der Zuschauer: Der war es nicht."
Wer als Autor die bekannten Pfade des Erzählens verlassen will, muss bei den Sendern Überzeugungsarbeit leisten. Meist gelingt Schön das. Nur einmal hat sie sich mit den "Tatort"-Verantwortlichen eines Senders verkracht. Weil denen ihr Drehbuch nicht klamaukig genug erschien, schrieben sie noch ein paar groteske Wendungen hinein, die Schön bis heute peinlich sind. Im Abspann tauchte dann der Name eines Koautors auf, den es nie gegeben hat. Es war das Pseudonym des Produzenten.
Mit den Anstalten müssen Autoren und Produzenten nicht nur über die Frage diskutieren, was der Zuschauer verträgt. Sondern auch darüber, wie viel das Filmteam aushält. Denn die Budgets der "Tatorte" sind trotz des wachsenden Erfolgs nicht gestiegen, teilweise sogar gesunken.
Selbst am Leuchtturm "Tatort" wird gespart - auch wenn es dem Zuschauer meist nicht auffällt. Die Teams in Köln oder Münster etwa teilen sich seit je die Pathologie, die drei SWR-Ermittler sogar ein ganzes Haus am Sendersitz Baden-Baden. Im Erdgeschoss befindet sich das Büro von Lena Odenthal, im ersten Stock sitzt Klara Blum, im zweiten sind die Stuttgarter. Unter Fans hat das "Tatort"-Haus deshalb Berühmtheit erlangt.
Manchmal aber leidet die Produktion darunter, dass nicht ein paar Millionen Euro pro Folge zur Verfügung stehen wie für die gepriesenen amerikanischen Serien. Sondern eben nur die üblichen 1,3 bis 1,5 Millionen. Es sei denn, der Hauptdarsteller heißt Til Schweiger.
Aus Spargründen werden Drehbuchautoren schon mal angehalten, eine Sprechrolle zum Statisten zu schrumpfen. Denn wer nicht redet, erhält nur eine mickrige Gage. Außendrehs sollen am liebsten in Innenräume verlagert werden, Nachtszenen in den Tag. Dreharbeiten mit Kindern oder Tieren: schwierig, da unberechenbar.
Auch die Anzahl der Drehtage hat bei vielen Teams abgenommen. Früher waren für einen "Tatort" schon mal 25 Tage üblich, heute sind es im schlechtesten Fall 21. Schauspieler wie Klaus J. Behrendt, die sich das erlauben können, haben sich eine Mindestanzahl von 23 Tagen vertraglich zusichern lassen.
Dabei ist der "Tatort" inzwischen so stark, dass seine Kraft auf andere ausstrahlt. Andere Medien leben gut von ihm. Und er von ihnen.
Die Süddeutsche Zeitung begleitet jede Folge mit einer Vorkritik, SPIEGEL ONLINE kommentiert live via Twitter. Bild und neuerdings auch faz.net warten nach der Ausstrahlung mit einem Faktencheck auf, der Krimi und Wirklichkeit abgleicht. Die dritten ARD-Programme erzielen mit den Wiederholungen Bestwerte. Und Günther Jauch profitiert, wenn der vorangehende Krimi ihm den roten Teppich auslegt.
Vom letzten Fall aus Köln hatte Jauch das Thema Jugendkriminalität übernommen. Klaus J. Behrendt war zum Talk eingeladen, ging aber nicht hin, "weil ich zwar meine persönliche Meinung zum Thema Jugendgewalt habe, aber denke, dass diese in einer Expertenrunde nicht relevant ist". Jauch erreichte mit der Sendung die bis dahin beste Quote des Jahres.
Am Segen des "Tatorts" möchte auch so manche sächsische Stadt teilhaben, deren Oberbürgermeister bereits beim MDR vorstellig geworden ist. Der Sender sucht gerade ein neues Team für seinen Sachsen-"Tatort". Da man sich noch nicht auf einen Ort festgelegt hat, bewerben sich die Stadtoberen mit einem Elan, als ginge es um die Ausrichtung der Olympischen Spiele oder mindestens der Bundesgartenschau.
Vermutlich werden sie wenig bewirken können. Denn es wird weniger auf die Anmut einer Stadt ankommen als auf das passende Konzept. Auf die Ausschreibung des MDR hin haben 35 Produzenten Vorschläge für das neue Ermittlerteam eingereicht. Im Sommer will der Sender darüber entschieden haben. Mehr will Fernsehfilmchefin Jana Brandt dazu nicht verraten.
Fest steht: Simone Thomalla und Martin Wuttke, die beiden Ermittler aus Leipzig, werden noch zwei Folgen drehen, die im kommenden Jahr zu sehen sind. Das war's dann. Über die Gründe für die Absetzung schweigt Brandt, sagt nur etwas vom "Wunsch, die Krimifamilie des MDR neu aufzustellen". Auch die beiden Darsteller wollen sich zu ihrem Aus nicht äußern.
Im Sender heißt es, die beiden hätten sich ausgezeichnet verstanden. Doch habe die Boulevard-Berühmtheit Thomalla stets versucht, mit der Schauspielkunst von Theaterstar Wuttke mitzuhalten, was ihr sichtlich schwerfiel.
Wuttke wiederum, heißt es, habe eigentlich gar nicht so recht Lust aufs Fernsehen. Warum also zusammenpressen, was nicht passt? Eine Marke zu pflegen bedeutet auch, sie von Ballast zu befreien.
Beim "Tatort" ist das immer ganz gut gelungen. Anders als dem ZDF mit "Wetten, dass ..?" ist es dem Ersten geglückt, sein wertvollstes Erbe in Schuss zu halten.
Doch schon sorgt man sich innerhalb der ARD, wie lange das noch gut gehen wird. "Auf jedes Hoch kann eine Abwärtskurve folgen", warnt Jana Brandt vom MDR. "Die Frage ist, wie sehr wir die Grenzen ausdehnen können."
Im Moment treibt Brandt vor allem die Frage um, wie viel Gewalt der Sonntagskrimi verträgt. Die hat ihrer Ansicht nach zuletzt erheblich zugenommen. Und das nicht nur in Hamburg, wo Schweiger als Nick Tschiller schon mal Nägel in die Schulter getackert wurden. Gemeinsam mit "Tatort"-Koordinator Henke hat Brandt für Mitte Juni alle Fernsehfilmchefs zu einer Tagung einberufen - in Begleitung der sendereigenen Jugendschützer.
Auch HR-Fernsehfilmchefin Liane Jessen sorgt sich um die Marke. Sie sagt: "Wir müssen schauen, dass wir das Ding nicht zu sehr aufblähen. Sonst fliegt es uns irgendwann um die Ohren wie die Immobilienblase." Noch aber pumpt Jessen kräftig mit. Innerhalb der "Tatort"-Riege ist ihre Redaktion das Zentrum des produktiven Wahnsinns. Denn sie verantwortet die Fälle von Ulrich Tukur alias Kommissar Felix Murot, der gerade von seinem Gehirntumor Lilly befreit wurde, mit dem er sich in den ersten beiden Folgen unterhalten hatte.
Der nächste Tukur-Fall, der im Oktober zu sehen ist, wird als Rekord in die "Tatort"-Geschichte eingehen: Zu verzeichnen sind 47 Tote. Mehr als doppelt so viele wie beim bisherigen Leichenrekord, dem zweiten Schweiger-Fall.
Der Film beginnt mit einem Theatermonolog im Stile Shakespeares, gleitet über in eine Szene auf einem Bahnsteig, die an "Spiel mir das Lied vom Tod" erinnert. Die Massenschießerei, auf die alles zuläuft, ist gefilmt im Stil Quentin Tarantinos, Blut spritzt, das Bild gefriert. Das Massaker wird unterlegt mit Verdi-Chören, die Filmmusik gestaltet das HR-Sinfonieorchester.
"Man muss Grenzen austesten, um das Bestehende zu erhalten", sagt Jessen. "Mit dem ,Tatort' ist es wie mit einer guten Ehe. Man muss über die Stränge schlagen, damit man den Alltag behalten darf."
Und wer schon diese Tukur-Folge für irre hält, sollte sich die übernächste anschauen. Zu Beginn des Films soll der "Tatort"-Darsteller Ulrich Tukur verhaftet werden. Am Ende trifft er auf Kommissar Murot, die von ihm gespielte Figur, und beginnt mit ihm einen Dialog. Tukur spricht mit Tukur. Die Quadratur des "Tatorts".
In der ARD sind sie sich noch nicht einig, wie sie die anstehenden Auswüchse des HR einordnen sollen. Als neue Dimension im Erzählen von Kriminalgeschichten. Oder als Anfang vom Ende.
Von Alexander Kühn

DER SPIEGEL 23/2014
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