04.08.2014

Meeresforschung„Jo-Jo in der Wassersäule“

Ulrich Schwarz-Schampera, 48, von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover über die geplante Exploration von Erzvorkommen im Indischen Ozean
SPIEGEL: Ende Juli hat die Internationale Meeresbodenbehörde Deutschland eine neue Lizenz zur Erkundung von Bodenschätzen am Meeresgrund erteilt. Wo genau wollen Sie auf die Suche gehen?
Schwarz-Schampera: Wir werden ein 10 000 Quadratkilometer großes Gebiet im Indischen Ozean erkunden, fünf Tagesreisen südöstlich von Madagaskar. In etwa 3000 Meter Tiefe existieren dort sogenannte Schwarze Raucher. Aus diesen bis zu 400 Grad heißen Vulkanquellen am Meeresgrund treten schwarze Wolken aus Mineralien aus, die auf verborgene Erzlager hinweisen können.
SPIEGEL: Um welche Erze geht es dabei?
Schwarz-Schampera: Dort unten haben einige Felder einen Kupfergehalt von 24 Prozent, das sind damit die höchsten Metallanreicherungen, die bisher vom Meeresboden bekannt sind.
SPIEGEL: Wie funktioniert die Erkundung?
Schwarz-Schampera: Wir konstruieren derzeit einen mit Sensoren bestückten Schnüffelschlitten, der hinter unserem Erkundungsschiff hergezogen wird und sich dabei wie ein Jo-Jo in der Wassersäule auf und nieder bewegt. Mit dieser Methode wollen wir nach den Wolken voller Mineralien fahnden, die aus den Schwarzen Rauchern austreten und uns mögliche Lagerstätten anzeigen.
SPIEGEL: Kritiker warnen, dass die unterseeischen Biotope unter der Exploration leiden könnten.
Schwarz-Schampera: Wir nehmen Proben aus der gesamten Wassersäule, Biologen ermitteln anschließend alle darin vorkommenden Lebensformen. Die empfindlichen Biotope bleiben garantiert unangetastet.
Von Hil

DER SPIEGEL 32/2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 32/2014
Titelbild
Der digitale SPIEGEL
Diese Ausgabe jetzt digital lesen

Die digitale Welt der Nachrichten. Mit interaktiven Grafiken, spannenden Videos und beeindruckenden 3-D-Modellen.
Sie lesen die neue Ausgabe noch vor Erscheinen der Print-Ausgabe, schon freitags ab 18 Uhr.
Einmal anmelden, auf jedem Gerät lesen - auch offline. Optimiert für Windows 8, Android, iPad, iPhone, Kindle Fire, BlackBerry Z10 sowie für PC/Mac.

Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Meeresforschung:
„Jo-Jo in der Wassersäule“