27.10.2014

PressefreiheitSieg für die Berliner Morgenpost

Die Staatsanwaltschaft Berlin hat ihr Ermittlungsverfahren gegen den Chefreporter der Berliner Morgenpost nach zwei Jahren eingestellt. Wegen des Verdachts auf Beamtenbestechung hatten Kripo-Fahnder im November 2012 die Wohnung des Journalisten und Redaktionsräume durchsucht, Computer und Unterlagen beschlagnahmt. Der Reporter hatte den Fall eines Zwölfjährigen aus Berlin recherchiert, der Mitte der Neunzigerjahre verschwunden war. Um Hinweisen nachzugehen, der Junge könnte Opfer von Pädophilen geworden sein, reiste der Journalist 2011 nach Amsterdam. Aus Sicherheitsgründen ließ er sich von einem LKA-Beamten begleiten, der dafür gut 3000 Euro bekam - ein offiziell verbuchtes Honorar, keine Bestechung, wie die Zeitung darlegte. Nach der Razzia reichte der Axel Springer Verlag Beschwerde beim Landgericht Berlin wegen Verletzung der Pressefreiheit ein. Vorvergangene Woche ließ die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen nun fallen, weil sich der Tatverdacht nicht bestätigte. "Wenn die Berliner Justiz schon zu Beginn des Verfahrens die Fakten nüchtern analysiert hätte, wäre es nicht zu den Durchsuchungen gekommen, die in jeder Hinsicht unverhältnismäßig waren", sagt die Anwältin des Journalisten, Simone Kämpfer. Sie hat auch Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, über die indes noch nicht entschieden wurde.
Von Ih

DER SPIEGEL 44/2014
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