01.12.2014

GesundheitskarteZeitverzug entlastet Kassen

Die Verzögerungen beim Ausbau der elektronischen Gesundheitskarte haben für die gesetzlichen Krankenkassen einen positiven Nebeneffekt: Sie müssen der Betreibergesellschaft Gematik im nächsten Jahr voraussichtlich weniger Geld als bislang überweisen. So könnte die Umlage, die AOK, Barmer und Co. pro Jahr und Mitglied zahlen, 2015 von derzeit 1,50 auf dann 1,09 Euro sinken. Darauf haben sich die Gesellschafter der Gematik geeinigt, zu denen die Verbände von Kassen, Ärzten, Kliniken und Apothekern gehören. Weil Aufträge für Tests nicht wie geplant vergeben werden konnten, fallen die Rücklagen der Gematik höher als erwartet aus. Insgesamt hat das umstrittene Kartenprojekt bislang rund eine Milliarde Euro an Beitragsgeldern verschlungen. Vom 1. Januar 2015 an wird beim Arztbesuch nur noch die elektronische Gesundheitskarte akzeptiert, die ein Foto des Versicherten zeigt. Allerdings ist ihr Nutzen überschaubar: Gespeichert sind bislang nur Stammdaten wie Alter, Adresse oder Versichertenstatus. Wann mit der Karte auch ein elektronisches Rezept oder eine Patientenakte gelesen werden kann, ist unklar. Die Karte sollte ursprünglich bereits im Jahr 2006 eingeführt werden.
Von Cos

DER SPIEGEL 49/2014
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