08.12.2014

Besondere Momente aus 34 Jahren

Ging gut los: Nach der 1. Sendung am 14. Februar 1981 schrieb das Hamburger Abendblatt: "Die Post meldet, es seien ,zahllose begeisterte Telegramme' an das ZDF nach der Sendung aufgegeben worden." Das ZDF selbst registrierte mehr als 600 Anrufe, "fast alle positiv", und gab sich entzückt über den bisherigen ARD-Star Elstner: "Wir haben schon lange nicht mehr solche hymnischen Lobessprüche gehabt, eigentlich seit Frankenfeld nicht mehr."
Der Buntstiftskandal: Ein Redakteur des Satiremagazins Titanic gab sich als "Thomas Rautenberg, Grafiker aus München" aus und behauptete, er könne die Farbe von Buntstiften an ihrem Geschmack erkennen. In der nächsten Titanic-Ausgabe verriet er: Er habe die Farbe der Stifte unter dem Rand der verdunkelnden Brille sehen können (1988).
Im Dauerstreit: Der eine notorisch misslaunig, der andere stets charmant-arrogant. Mit Götz George und Thomas Gottschalk trafen sich zwei Diven im Ring. 1998 nannte George Gottschalk einen "Oberlehrer". Und 2010 beschied er ihm, dieses Mal im Spaß: "Du verstehst wenig von der Schauspielerei. Ich sitz halt nicht seit 40 Jahren auf einer Couch und nerve Leute."
Rassismusvorwürfe: Die Saalwette in Augsburg verlangte, dass mindestens 25 Paare als Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer auf die Bühne kämen, "schwarz geschminkt", mit "Schuhcreme oder Kohle", so die Vorgabe. Im Internet brach darauf ein Shitstorm aus. Das ZDF rufe zum "Blackfacing" auf. Am Ende machten mehr als hundert Paare mit, unter ihnen präsentierten sich der Augsburger Oberbürgermeister und seine Partnerin (2013).
Der tragischste Moment: Im Dezember 2010 wollte der damals 23-jährige Samuel Koch mit speziellen Springstiefeln über ihm entgegenfahrende Autos springen. Er stürzte und blieb regungslos liegen. Die Sendung wurde abgebrochen, Koch ist seither querschnittsgelähmt. Heute arbeitet er als Schauspieler am Theater in Darmstadt, er spielte in der Telenovela "Sturm der Liebe" den Rennfahrer Tim, der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt.
Seltsames Deutschland: Internationale Gäste wunderten sich hinterher oft über die schräge Show, in der sie da stundenlang gesessen hatten (Tom Hanks, Robbie Williams, James Blunt und viele andere). Hanks etwa mutmaßte nach seinem Auftritt, bei dem er gezwungen wurde, eine Katzenmütze aufzusetzen, in den USA wäre der Verantwortliche einer Live-Unterhaltungsshow, die drei Stunden dauert, "gefeuert worden".

DER SPIEGEL 50/2014
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