10.01.2015

ChinaDie Bling-Dynastie

Sie sind die erste Generation von Chinesen, die im Wohlstand aufgewachsen ist: Die heute 20- bis 30-jährigen Kinder des Wirtschaftswunders genießen ihr Dasein, bleiben am liebsten unter sich und suchen nach einem Lebenssinn jenseits des Reichtums. Von Bernhard Zand und Jonathan Browning (Fotos)
Der Bai-Sheng-Turm, ein nachtblau angestrahlter Wolkenkratzer am Stadtrand von Hangzhou: Porsche fahren vor, Jaguar, ein weißer Maserati und dunkle Audi-Limousinen. Eine junge Frau im Nerzmantel empfängt die Gäste in der Lobby und begleitet sie zum Lift. Es ist kalt und zugig, bibbernd schweigen sich die Eingeladenen auf dem Weg nach oben an.
Im elften Stock öffnet sich die Fahrstuhltür, es ist warm, die Gäste verlieren sich in einem sparsam möblierten Loft. Von den Decken baumeln weiß lackierte Äste, jeder mit vier, fünf Kostümen, Tüchern und Pelzmänteln behängt. Auf den kleinen, handgeschriebenen Etiketten stehen die Namen chinesischer und internationaler Modemarken - Hermès, LIL Paris, Hobbs - und Preise zwischen 100 und 10 000 Euro.
Dazwischen viele schöne junge Menschen, Männer in Anzug und Frauen in Abendrobe, manche tragen Frisuren wie aus den Zwanzigerjahren. Wer sich nicht unterhält, sitzt auf einer Chaiselongue und textet auf seinem neuen iPhone.
Zhou Yufei, 27, hat an diesem Abend zur Eröffnung ihres neuen Modelabels und ihres Onlineshops geladen. Drei Jahre lang hat sie in London studiert, sie stellt sich unter dem Namen Sophie vor. Sie trägt Stilettos, ein schwarzes Kleid mit Schlitz an der Seite und ein Collier aus ihrer eigenen Kollektion.
"Ich freue mich, dass ihr alle gekommen seid", sagt sie. "Ich hoffe, ihr findet etwas, das euch gefällt. Lasst uns ein Spiel spielen: Wir haben am Eingang alle Mädchen fotografiert. Die Jungs ziehen jetzt blind ein Polaroid aus dem Stapel, versuchen das Mädchen zu finden und fangen eine Unterhaltung an. Viel Spaß."
Sophie ist erst seit ein paar Monaten aus England zurück. Dies hier ist ihr erster großer Auftritt unter den Mitgliedern des "Shao Shuai Hui", übersetzt des "Klubs der Jungen und der Schönen", in dem sich die Jeunesse dorée von Hangzhou versammelt. Mitglieder sind 20- bis 30-Jährige, die reich geboren oder im schnellen Aufschwung ihres Landes reich geworden sind. Der Name ist ein Wortspiel: Er lässt sich auch als "Klub der jungen Kommandeure" übersetzen.
Die Kommandeure fahren teure Autos, tragen teure Kleidung, unternehmen kostspielige Reisen. Das Chinesische hat bereits ein Wort für sie und ihr Milieu: die "Tuhao" - die jungen Arrivierten, die prahlen und protzen und das Netz der Verbindungen, das sie im Strudel von Chinas Wirtschaftswunder nach oben spülte, immer enger knüpfen. "Tu" bedeutet "roh", "hao" bedeutet "Pracht".
Die heute 20- bis 30-Jährigen sind die erste Generation im modernen China, die in bescheidenem Wohlstand aufgewachsen ist, manche von ihnen im Reichtum. Ihre Eltern haben diesen Wohlstand erwirtschaftet, meist um den Preis eines mühsamen, oft kurzen Lebens. Der Druck der Erwartung, der auf ihren Kindern lastet, ist erheblich.
Wie leben die "Kommandeure" des neuen China? Was interessiert sie?
Was fangen sie mit dem Selbstbewusstsein an, das ihnen ihre Eltern mitgegeben, der Erziehung, die sie ihnen bezahlt haben, und dem Vermögen, das sie ihnen hinterlassen werden?
Ihr Leben sei sehr anstrengend, sagen sie, es ist nicht einfach, ein Tuhao zu sein. Ein Tuhao muss stets die neueste Mode tragen, immer das neueste Auto fahren, stets ein Büro im neuesten Wolkenkratzer haben. Sophie, die Modeschöpferin, hat gleich zwei Wohnsitze - ein Hotelappartement in Hangzhou und eine Wohnung in der Nähe ihrer Eltern, ihr Vater ist Chemiefabrikant. "Ich bin noch dabei, die Wohnung einzurichten. Das solltet ihr euch ansehen."
Dem 33-jährigen Feng Wei, der neben ihr steht, gehört der weiße Maserati vorm Haus. Seine erste Million hat er vor zehn Jahren mit Immobilien verdient. Aber das sei nun vorbei, sagt er. Er ist jetzt Partner in einer Investmentgesellschaft, die Fernsehshows finanziert. "Haben Sie Kontakt zu deutschen Fernsehproduzenten?"
Feng trägt einen Maßanzug und wie viele Männer auf Sophies Party einen Gürtel von Hermès, mit einem großen, goldenen "H" als Schnalle.
"Wann ich begonnen habe, teure Anzüge zu tragen? Als ich genug Geld beisammen hatte! Wenn Sie mehr über die Leute im Klub wissen wollen, sollten Sie mit meinem Freund Andy reden", sagt er. "Er hat gerade angerufen: Der Klub macht morgen eine Reise nach Japan. Hier, das ist seine Handynummer."

DIE REISE NACH TOKIO

Man muss schon lange nicht mehr in Peking oder Hongkong umsteigen, wenn man von Hangzhou nach Tokio, Amsterdam oder Doha fliegt. Dafür ist die Achtmillionenstadt südwestlich von Shanghai zu wohlhabend geworden. Das Bruttoinlandsprodukt von Hangzhou ist höher als jenes Ungarns, ebenso das Pro-Kopf-Einkommen.
In der Stadt hat der Autokonzern Geely seinen Sitz, der 2010 Volvo kaufte, der Softdrinkriese Wahaha, dessen Chef als der reichste Mann Chinas galt - und Alibaba, der Onlinehändler, der im Sommer in New York an die Börse ging. Alibaba-Chef Jack Ma hat den Getränkekönig von Wahaha als reichsten Chinesen abgelöst. Als der US-Taxidienst Uber vor ein paar Monaten nach China kam, stellte er in Hangzhou fünf Sportwagen der Prestigemarke Tesla in Dienst. So etwas gibt es in Peking nicht.
Die Japan-Reise des Klubs der Jungen und Schönen von Hangzhou ist organisiert wie ein Staatsbesuch: Montag Tokio, Treffen mit einem IT- und einem Recyclingunternehmer. Dienstag Yamaha-Werke und Besuch des Vulkans Fuji. Donnerstag Toyota - und so weiter.
In den Pausen geht es in die Shoppingmalls im Ginza-Viertel. Andy, 32, braucht dringend neue Polohemden von "Comme des Garçons"; die japanische Marke von Rei Kawakubo ist unter reichen Chinesen sehr beliebt. Andy, chinesischer Name: Ying Renguang, ist aus Las Vegas zu der Reisegruppe gestoßen. Er war in den USA, um für die Produkte seiner Firma in Hangzhou zu werben - Kohlefaserteile für den Rennwagenbau.
Er verbringt viel Zeit damit, die richtigen Polohemden zu finden. Er versucht es in zwei Modegeschäften in Ginza, wird aber nicht fündig.
Er steuert Mitsukoshi an, Japans ältestes Warenhaus, doch auch dort kann ihm niemand helfen. Vielleicht liegt es daran, dass Andy die Marke nur unter dem Szenebegriff kennt, unter dem sie in China bekannt ist: "CDG". Am Ende findet er die passende Boutique im vierten Stock, kauft drei Hemden und entspannt sich.
Eineinhalb Stunden hat der Spaß gedauert. "Macht nichts", sagt Andy und scherzt an der Kasse mit dem japanischen Verkäufer.
Vor einigen Monaten veröffentlichte der in Hongkong lebende Bankanalyst Erwan Rambourg ein Buch über den Kaufrausch der Chinesen, Titel "The Bling Dynasty". Was liegt Menschen wie Andy daran, bestimmte Marken zu besitzen, woher kommt diese Obsession?
"Ich kann es nicht erklären", sagt Andy. "Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir so lange auf diese Dinge warten mussten. Ich habe mir in den USA in drei Wochen fünf Anzüge gekauft."
Andys Großvater war Bauer in einer Kommune, sein Vater, ein Soldat, übernahm nach der wirtschaftlichen Öffnung Chinas mit Kollegen eine staatliche Schuhsohlenfabrik. Anfang der Neunziger meldete er ein Patent zur Stahlarmierung von Gummirohren an, fünf Jahre später war er reich.
"Mein Vater hat mich nie für was gelobt", so Andy, "er sagt immer nur: mehr, mehr, mehr." 2005 machte sich Andy selbstständig. Sein erstes Auto war ein alter Passat, das zweite ein Tiguan, seither fährt er einen BMW X5, immer das neueste Modell.
Er hat mehr als hundert Angestellte, eine halbe Etage in einem der teuersten Bürotürme von Hangzhou, eine Fabrik im Hinterland. Das Geschäft läuft sehr gut. "Tesla und BMW bauen jetzt Elektroautos in Serie", sagt Andy, "also wird Kohlefaser boomen." Elektroautos sollten ja leicht sein. Wird es ihm in fünf Jahren noch besser gehen als heute? Werden es seine Kinder leichter haben als er? Andy schaut erst ratlos und antwortet dann, was die meisten Chinesen auf diese Fragen antworten: "Ja" und "Ja".
Andy ist ein Familienmensch. Als sich sein Freund Feng später mit ihm für einen Sonntag verabreden will, entschuldigt sich Andy. Der Sonntag gehört den Kindern.
Wenn er schon Wochenenden opfert, dann für eines der Wohltätigkeitsprojekte des Klubs der Jungen und der Schönen. Auch für reiche chinesische Familien liegt die Erfahrung von Armut nur eine Generation zurück.
Andy zeigt auf seinem Handy, was der Klub im letzten Frühjahr Gutes tat: Einen Laster voll Decken, Mützen, Schulbücher und Basketbälle haben sie da in die arme Provinz Guizhou gebracht. Die Kinder, es ist nicht zu übersehen, hatten Spaß mit den reichen Leuten aus Hangzhou in ihren schicken Anoraks.
Doch Andy ist nicht in der Partei, Politik interessiert ihn nicht, so geht es den meisten im Klub. Was er mit seinem Wohlstand anfängt, ist seine persönliche Entscheidung, so sieht er es.
Im Jahr 2000 starb seine Mutter an Leberkrebs. Der Verlust schmerzt ihn bis heute, er glaubt, dass sie in einem Land mit besseren Krankenhäusern noch leben könnte: "Vielleicht werde ich eines Tages reich genug, um ein Krankenhaus zu bauen. Es sollte eine Klinik für Leberkranke sein."

DIE MODESCHÖPFERIN

Sophie hat eine SMS geschickt: "Bitte auf keinen Fall vor Mittag, ich schlafe lange". Sie sieht blass und übernächtigt aus, als sie ihren Porsche geparkt hat und aus der Tiefgarage kommt. Sie trägt eine dunkelbraune Lederjacke, einen rosa Pullover und rosa Mokassins. Sie schließt die Tür zu ihrem Apartment auf, zwei Handwerker warten schon.
Die Wohnanlage "International Monarch Garden" in ihrer Heimatstadt Yuyao besteht aus einem neoklassizistischen Hochhausriegel, durch den ein mächtiges Portal ins Innere führt. Dort stehen, durch Springbrunnen und Palmen voneinander getrennt, 20 Villen im Stil Pariser Stadtpalais. Sophies Apartment geht über zwei Etagen, ihr Vater hat knapp eine Million Dollar dafür bezahlt.
Die Beletage ist mit Marmorböden ausgelegt, das Boudoir und die Schlafzimmer im Stock darüber mit künstlich geriffeltem Parkett. Die Wohnung ist etwa 350 Quadratmeter groß, ganz genau weiß Sophie das nicht. Wird sie hier jemals wohnen? Sie zuckt die Achseln: "Mein Vater will, dass ich heirate. Chinesische Eltern sind merkwürdig: In der Schule darfst du Jungs nicht mal ansehen, aber kaum hast du die Uni fertig, kann es ihnen nicht schnell genug gehen. Aber ich bin noch nicht so weit, ich fühle mich zu jung dafür."
Ihre Schwester, 32, hat bereits eine Familie, sie wird die Firma übernehmen. Sophie hat staatliche Schulen in Yuyao besucht, bestand die schwierige Hochschulaufnahmeprüfung und studierte dann in China und in London Betriebswirtschaft, im Sommer flog sie für einen Philosophiekurs nach Berkeley.
Kurz bevor sie zurückkam, eröffnete sie ihrem Vater, dass sie keine Lust habe, in seiner Chemiefabrik zu arbeiten. Sie wolle etwas mit Mode machen. "Yuyao ist für seine Pelzindustrie berühmt, also hat er mir eine Pelzfabrik gekauft. Ich habe es ein paar Monate lang versucht, aber ich konnte dort nichts Eigenes beitragen, nichts erfinden."
Ihr Vater finanziert auch ihre beiden Autos und das Hotelappartement in Hangzhou, dabei, so sagt sie, glaube er nicht an ihren Erfolg: "Er hat längst einen genauen Plan: Mein Modelabel wird scheitern, ich werde nach Yuyao zurückkommen, heiraten und am Ende doch in seine Firma eintreten. So stellt er sich das vor. Aber ich werde ihm das Gegenteil beweisen."
Es sei nicht wahr, dass Mode in China keine Zukunft habe. "Das Problem ist, dass wir bislang nur für die Marken aus dem Westen produzieren." Peng Liyuan, die Ehefrau des Präsidenten Xi Jinping, trage nur chinesische Mode, schlichte, aber sehr hochwertige Sachen. Genau dort liege die Zukunft der Industrie. "Wir brauchen ein chinesisches Gucci, ein chinesisches Chanel, und ich habe den Ehrgeiz, so etwas zu schaffen."
Inzwischen gibt es einen ersten Erfolg: In "Fei Cheng Wu Rao", der populärsten Datingshow im chinesischen Fernsehen, trug eine Kandidatin ein Kleid und eine andere einen Halsschmuck aus ihrer Kollektion. "Genau hier werde ich jetzt weitermachen: kleine Partys organisieren, Politiker, Beamte und Bankmanager einladen - Netzwerke knüpfen."

DIE SELFMADEMEN

Andys Freund Feng Wei brettert in seinem weißen Maserati die Binjiang-Straße in Hangzhou hinunter. Es ist Sonntagmorgen, am Tag zuvor war er auf einem Treffen des Klubs der Jungen und der Schönen. Zwei von Chinas erfolgreichsten Internetunternehmern waren gekommen, der ehemalige israelische Wirtschaftsminister, ein Professor von der Harvard Business School. Leute, die Feng Wei bewundert. Er hat eine Sakkotasche voller Visitenkarten verteilt und eingesammelt. Es war ein guter Tag.
Und heute früh hat er einen 25-Millionen-Euro-Vertrag unterschrieben - eine Firma aus Peking investiert in eine Fernsehproduktion, deren Finanzierung er managt. Er ist noch ganz aufgekratzt.
Bei "Angel Capital", der Investmentfirma, die er mit seinem Partner Xu Jiong betreibt, sind trotz des Wochenendes alle Mitarbeiter erschienen. Sie schauen Feng bewundernd an, Xu klopft ihm zur Begrüßung kurz auf die Schulter.
Im Büro, das sich die beiden teilen, glimmt ein riesiges blaues Aquarium, in dem drei Bambushaie schwimmen. Am Eingang steht die Skulptur eines fetten Froschs, der eine Goldmünze im Maul hat, im Regal hinter dem riesigen Schreibtisch stehen drei chinesische Wirtschaftsratgeber: "Erfolg ist kein Zufall" von Li Jiacheng. "Das Geheimnis der Wall Street" und "Jüdische Business-Weisheiten", Autor unbekannt.
"Also, kennen Sie nun eine deutsche Fernsehshow, die wir nach China importieren könnten?", fragt er. "Ich meine es ernst. Habt ihr Formate, die hier funktionieren würden?"
Feng und Xu stammen aus dem rauen Süden von Hangzhou, wo die großen Geschäfte gemacht werden. "Natürlich prahlen wir mit unserem Geld", sagt Xu Jiong, "doch was viele nicht verstehen, ist: Du musst ein Tuhao sein, um Erfolg zu haben." Er und Feng hätten sich in den vergangenen zehn Jahren bei der Merchants Bank eine Kreditlinie von einer Milliarde Yuan erarbeitet, 136 Millionen Euro. Doch eine solche Summe müsse man einem Geschäftsmann auch ansehen, wenn er Vertrauen erwecken will.
"Wenn ich einen Geschäftspartner suche, dann überlege ich mir sehr genau, wem ich vertraue", sagt Feng. "Dann sehe ich meinen Partner hier, Boss Xu Jiong, ich sehe seine Häuser, sein Auto, seinen Anzug, ich höre, wie andere über ihn sprechen - und ich weiß, dass er die Verbindungen hat, die auch mir weiterhelfen."
Tuhaos, diese Profiteure des chinesischen Wirtschaftswunders, die Neureichen und Parvenüs, sind 24 Stunden lang im Dienst. Und selbst die Familie wird eingespannt.
"Meine Frau ist Kindergärtnerin", sagt Fengs Partner Xu. "Sie müsste seit Jahren nicht mehr arbeiten, aber ich bin froh, dass sie es tut. Sie geht auf Partys, auf Wohltätigkeitsbälle, sie hat Zugang zu Menschen, die ich sonst nie kennenlernen würde." Es zahle sich aus, dass sie einen großen Mercedes fahre. "Sie wird auf jede Veranstaltung, jede Weinverkostung, jeden Kaffeeklatsch eingeladen. Diese Kontakte sind unbezahlbar."
Xu trinkt kaum Alkohol und raucht nicht. "Trotzdem gebe ich im Jahr etwa 50 000 Yuan, fast 7000 Euro, für Zigaretten aus." Auch die sind in China ein Statussymbol.
Das Tuhao-System, sagt Xu, funktioniere erstaunlich gut. "Ich bin manchmal selbst verwirrt, wie reich wir in so kurzer Zeit geworden sind." Sein Vater sei ein pensionierter Parteisekretär, "kein hohes Amt, nur ein kleiner Kommunalbeamter", doch er fahre inzwischen einen Audi, den ihm sein Sohn gekauft hat, und wohne in einer Villa, die er ihm gebaut hat.
"Wenn ich heute mein ganzes Geld tauschen und auswandern würde - ich glaube, ich wäre in vielen Ländern ein wohlhabender Mann. Aber in China, hier in Hangzhou, empfinde ich mich nicht als besonders reich." Wäre das eine Option - auszuwandern? Viele schnell reich gewordene Chinesen haben ihr Geld über die Grenzen geschafft, weil sie sich selbst oder dem Staat nicht trauen, den Erfolgsdruck, die schlechte Luft oder die giftigen Lebensmittel nicht mehr ertragen. 80 Prozent von ihnen wollen angeblich, dass ihre Kinder im Ausland studieren.
"Warum sollte ich auswandern?", fragt Xu Jiong. "Ich habe Vertrauen in unser Land. Aber sollte uns etwas zustoßen, ein Krieg gegen Japan oder dergleichen - dann weiß ich, was ich zu tun habe: Ich werde Geld für die Armee spenden."
Von Bernhard Zand und Jonathan Browning (Fotos)

DER SPIEGEL 3/2015
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