17.01.2015

Zentralafrikanische RepublikKopfgeld für Milizen

Die muslimische Seleka-Miliz, berüchtigt für Morde und Plünderungen, fordert fünf Millionen Dollar Kopfgeld von Washington - für einen ugandischen Rebellenkommandeur, den sie an Uganda ausgeliefert hat. Sein Name: Dominic Ongwen, er ist ein Führungskader der berüchtigten Lord's Resistance Army (LRA). Die Terrorsekte, die sich selbst als christlich bezeichnet, mordet und brandschatzt in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und der Zentralafrikanischen Republik. Sie hat bisher etwa 100 000 Menschen getötet. Die USA haben hohe Kopfgelder auf die LRA-Führer ausgesetzt und sind mit Spezialtruppen im Einsatz, um die mittlerweile geschwächte LRA endgültig zu zerschlagen. Vergangene Woche stellte sich Ongwen dann offenbar den Seleka-Rebellen, die die Amerikaner verständigten. Per Hubschrauber wurde Ongwen auf einen Stützpunkt der ugandischen Armee gebracht, von wo er direkt zum Internationalen Strafgerichtshof nach Den Haag geflogen werden sollte. Zur unverfrorenen Forderung der Kopfgeldjäger schweigt Washington. Schließlich haben die Seleka-Rebellen die Zentralafrikanische Republik vor zwei Jahren in einen Bürgerkrieg gestürzt. "Wenn sie uns schon nicht die Dollar geben, könnten sie sich wenigstens bedanken", sagte einer der Miliz-Führer.
Von Jpu

DER SPIEGEL 4/2015
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