04.04.2015

BolivienNächste Generation

Evo Morales, der erste indigene Präsident des Landes, hat ausgerechnet in zwei seiner Hochburgen von Stammwählern ein Warnsignal erhalten: In der Hauptstadt La Paz und im benachbarten El Alto gehört die Mehrheit der Einwohner dem Volk der Aymara an, wie auch Morales. Doch dessen Kandidaten unterlagen jetzt bei den Regional- und Kommunalwahlen zum ersten Mal, seit er vor zehn Jahren mit seiner indigen geprägten "Bewegung zum Sozialismus" MAS die traditionell herrschenden Weißen von der Macht verdrängte. Er nahm auch die Rechtsprinzipien seiner indigenen Landsleute in die Verfassung auf. Für Oppositionsparteien traten diesmal jedoch zwei Kandidaten an, die ebenfalls aus vom Land zugewanderten Aymara-Familien stammen. Sie haben Hochschulabschlüsse und stehen für eine neue Generation von Indigenen, die in den Städten erfolgreich sind. Deshalb waren sie auch für die Mittelschicht wählbar, der hauptsächlich Mestizen angehören. Morales wurde abgestraft wegen Korruptionsfällen in seiner MAS. Außerdem hatte er gedroht, er werde von der Opposition regierten Städten und Regionen Investitionen verweigern. Deshalb wird die Pädagogin Soledad Chapetón jetzt Bürgermeisterin der 900 000 Einwohner zählenden Handelsstadt El Alto. Von der Politikerin der konservativen "Nationalen Einheit" versprechen sich gerade junge Aymara wirtschaftlichen Aufschwung und bessere Aufstiegschancen.
Von Hzu

DER SPIEGEL 15/2015
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