17.05.1999

GESTORBENTheodor Ritterspach

95. Er war einer der Verfassungsrichter der "ersten Stunde". 24 Jahre lang, von der Gründung des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 1951 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975, gehörte er dem Ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts an - dank mehrfacher Wiederwahl, die damals noch möglich war. Ritterspach wirkte als Mitglied des sogenannten Grundrechtssenats an zahlreichen Entscheidungen mit, die richtungweisend waren für das Verfassungsrecht der jungen Bundesrepublik: 1956 beim KPD-Verbot, 1958 beim "Lüth-Urteil", wonach Grundrechte nicht nur im Verhältnis zum Staat, sondern auch in die Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern hineinwirken. Im selben Jahr prägte er auch das "Apothekenurteil", das Maßstäbe setzte für das Verhältnis von staatlicher Berufslenkung und freier Berufswahl. 1974, bei der ersten Entscheidung zur Fristenregelung beim Schwangerschaftsabbruch, gehörte er zu der knappen Mehrheit der Richter, die die Fristenregelung für verfassungswidrig hielt. Theodor Ritterspach starb vergangenen Mittwoch.

DER SPIEGEL 20/1999
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GESTORBEN:
Theodor Ritterspach

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