25.04.2015

GriechenlandSoli für die Armen

Über vier Millionen Griechen leben unterhalb des Existenzminimums. Die Armutsbekämpfung war eine wichtige Forderung von Syriza im Wahlkampf, deshalb gibt es im neuen Kabinett auch eine Vizeministerin für Gesellschaftliche Solidarität. Diese darf nun, trotz der Geldknappheit der Athener Regierung, 200 Millionen Euro für Bedürftige ausgeben. "Wir haben es wegen der Krise hier mit kriegsähnlichen Zuständen zu tun, auch wenn wir in Zeiten des Friedens leben", sagt Theano Fotiou, die Vizeministerin. Seit Montag kann sich daher jeder Bürger in "extremer Armut" auf der Website des Ministeriums registrieren. Am ersten Tag meldeten sich 8666 Griechen. "Insgesamt erwarten wir 700 000 Menschen", sagt Fotiou. Als extrem arm gilt eine Familie mit zwei Kindern, deren Einkommen weniger als 4800 Euro im Jahr beträgt. Die Anmeldungen werden mit der Steuerverwaltung abgeglichen, um Missbrauch zu verhindern. Die Bedürftigkeit soll mithilfe eines Punkteverfahrens ermittelt werden, auf dieser Grundlage wird die Hilfe vergeben: 300 Kilowattstunden kostenloser Strom im Monat, ein Mietzuschuss von 70 bis 220 Euro sowie Zuschüsse für Lebensmittel. "Wir bereiten eine Prepaid-Karte mit Guthaben vor, mit der beim Metzger, Obsthändler oder im Supermarkt bezahlt werden kann", so die Vizeministerin. Das Programm ist auf neun Monate angelegt, das Geld dafür kommt aus allen Athener Ministerien.
Von Kku

DER SPIEGEL 18/2015
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