02.05.2015

LebensmittelMedikamente in Fischprodukten

Der Bundesregierung liegen alarmierende Zahlen über antimikrobielle Medikamente in Fisch- und Krustentierprodukten aus Zuchtbetrieben vor. Bei Untersuchungen im Rahmen des Europäischen Schnellwarnsystems für Lebensmittel meldeten die Prüfer des Bundes in 183 Fällen Nachweise von pharmakologisch wirksamen Stoffen. Überwiegend handelte es sich um Rückstände der Fischarznei Malachitgrün, die im Verdacht steht, Krebs zu erregen, es folgen Abbauprodukte verschiedener Antibiotika und Antiseptika. Bei Krustentieren meldete Deutschland 306-mal den Fund solcher Abbauprodukte. Die Daten stammen aus Untersuchungen von Lachs, Forelle oder Shrimps aus Aquakulturen im Zeitraum von 2005 bis Ende März dieses Jahres. Bei sechs Prozent aller Stichproben fanden die Kontrolleure demnach Arzneimittel. Aus welchen Betrieben die belasteten Proben im einzelnen stammen, kann das Bundeslandwirtschaftsministerium nicht sagen. Für Oliver Krischer, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen, sind die Ergebnisse ein deutlicher Hinweis darauf, dass in der Fischzucht Medikamente, im Falle von Malachitgrün sogar illegal, ins Futter gemischt werden. "Dieser Masseneinsatz von Arzneien sorgt für Resistenzen und gefährdet die Gesundheit von Menschen", so Krischer.
Von Gt

DER SPIEGEL 19/2015
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