13.05.1991

GESTORBENHans Bender

84. Hob Okkultes sein gräßliches Haupt, bogen sich Gabeln, spukte es beim Dentisten - flugs war der Graukopf aus Freiburg vor Ort und ortete: Psi. Denn was Troglodyten zum Hobby reicht, betrieb der Professor als Wissenschaft, versehen mit einem Lehrstuhl und einem "Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene". Mit den Medien vertraut, den raunenden wie den öffentlichen, wurde er zum Psycho-Paten der Neuen Gläubigkeit, zum "Gespenster-Professor", zum Don Quichotte. Als solcher verfing er sich in der eigenen Windmühle, denn der jahrzehntelang vorgewiesene Titel Dr. med. war Sinnestrug, die ehemalige NS-"Reichsuniversität" Straßburg auch keine Empfehlung. Vor zehn Jahren holte er die Promotion nach, naturgemäß über Fälle von "Poltergeist", zu dessen Wesen, so die wissenschaftliche Ernte, ein "infantil anmutendes Necken" gehöre. Hans Bender starb am vergangenen Dienstag in Freiburg.

DER SPIEGEL 20/1991
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