04.11.1991

GESTORBENBill Graham

60. Er gehörte als Veranstalter und Organisator zu den Schlüsselfiguren des amerikanischen Rock'n' Roll. Graham, der 1931 in Berlin als Wolfgang Grajonca geboren wurde und vor den Nazis in die USA floh, galt als feinfühlig, professionell und zugleich experimentierfreudig. Von den einen als Genie verehrt, von anderen als "Kapitalistenschwein" gehaßt, sorgte Graham Mitte der sechziger Jahre mit seinen beiden Konzertsälen, dem Fillmore West in San Francisco und dem Fillmore East in New York, dafür, daß sich mit Stroboskopen und einer Menge Drogen die psychedelische Rockkultur entwickeln konnte. Janis Joplin, Jefferson Airplane, Grateful Dead und Carlos Santana stiegen von dort aus zu Superstars auf. Nach dem Woodstock-Festival setzte bei Graham Ernüchterung ein. Er verkündete: "Rock ist tot", verkaufte seine Hallen und widmete sich nur noch dem ganz großen Geschäft, indem er Tourneen für Bob Dylan, die Rolling Stones sowie andere Rockriesen veranstaltete und 1985 den amerikanischen Teil von "Live Aid" organisierte. Bill Graham starb am vorvergangenen Freitag bei einem Hubschrauberabsturz in Kalifornien. *ÜBERSCHRIFT: EHRUNG

DER SPIEGEL 45/1991
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