02.12.1991

RÜCKSPIEGELZitate, Der SPIEGEL berichtete . . .

Die Süddeutsche Zeitung über einen Auftritt des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth vergangene Woche vor dem Untersuchungsausschuß des Landtags:
Die mittlerweile penibel aufgelisteten mehr als 500 kostenlosen Flüge mit Firmenjets wären für sich allein kein Grund für die abrupte Aufgabe des Regierungsamtes gewesen. Weshalb hat er den Bettel hingeworfen? Waren es die bedenkenlos angenommenen Einladungen von betuchten Freunden zu diversen Urlaubsvergnügen - auf dem Lande, zu Wasser und in der Luft? Einmal schien es, als hätte man einen faulen Kern dieser innigen Kontaktpflege zwischen Wirtschaft und Politik freigelegt: Das war, als der SPIEGEL zeitgleich mit dem Rücktritt eine Geschichte voller Anzüglichkeiten über einen Solotrip Späths auf die Insel Penang brachte. Der Landesvater allein in einem fernöstlichen Luxushotel - das übersteigt den Pegel christdemokratischer Grundwerte erheblich, noch dazu in Baden-Württemberg. *EINLEITUNG:
Professor Theodor Eschenburg zum Thema Politik und Korruption in einem Gespräch im Südkurier über den SPIEGEL:
Man könne über den SPIEGEL denken, wie man wolle - er sei in manchen Punkten vielleicht zu weit gegangen -, bei der Aufdeckung von Verfehlungen habe er aber höchst Beachtliches geleistet. *ÜBERSCHRIFT: Der SPIEGEL berichtete . . . *EINLEITUNG: . . . in Nr. 50/1990 SPORT - DAS MUSS MAN NEHMEN über die Doping-Praktiken des Diskus-Bundestrainers Karlheinz Steinmetz, die von der ehemaligen deutschen Diskus-Meisterin Brigitte Berendonk in ihrem Buch "Doping-Dokumente - Von der Forschung zum Betrug" aufgegriffen wurden. Brigitte Berendonk warf dem Bundestrainer außerdem vor, ein "Doping-Experte" zu sein, der bei einem Länderkampf das Ergebnis einer Dopingkontrolle verfälscht und an seine Athleten leistungsfördernde Präparate weitergegeben habe. Karlheinz Steinmetz klagte gegen diese Veröffentlichung beim Landgericht Heidelberg (SPIEGEL 47/1991, Doping - Senfkorn im Ohr).
Am vergangenen Mittwoch stellte das Landgericht Heidelberg in einem Urteil über den Bundestrainer und Oberstudienrat Karlheinz Steinmetz fest: "Sein gesamtes Verhalten rechtfertigt den Vorwurf, er sei ein ,Doping-Experte'." Karlheinz Steinmetz wird am 31. Januar 1992 als Diskus-Trainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes zurücktreten.

DER SPIEGEL 49/1991
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DER SPIEGEL 49/1991
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