23.09.1991

PLO vor der Zerreißprobe

Israels arabische Anrainerstaaten haben sich auf ein Konzept für ihre Teilnahme an der regionalen Nahost-Friedenskonferenz geeinigt. Nach Ansicht des syrischen Präsidenten Hafis el-Assad könnten sich schon im Oktober israelische Unterhändler mit Delegationen aus Syrien, dem Libanon und Jordanien zusammensetzen. Nun steht die PLO, die noch in dieser Woche auf einer Sitzung ihres Exilparlaments über die Teilnahme an den Nahost-Verhandlungen befinden muß, erneut vor einer Existenzkrise: Sollte PLO-Chef Jassir Arafat sich der arabischen Viererkoalition (Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien) anschließen - was Mahmud Abbas, Mitglied des PLO-Exekutivrats, bereits angedeutet hat -, werden ihm die Betonköpfe seiner Organisation die Gefolgschaft aufkündigen. Die immer wieder von Spaltungen bedrohte PLO wäre dann politisch vollends handlungsunfähig. Den arabischen Konferenzteilnehmern scheint das gleichgültig zu sein: Die Drohung von US-Außenminister Baker, im Falle einer Verweigerung der PLO werde die Konferenz ohne die Palästinenser stattfinden, fand keinen Widerspruch.

DER SPIEGEL 39/1991
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