25.11.1991

US-Anrufe zum Spartarif

Eine kleine amerikanische Firma sorgt für Unruhe bei der deutschen Telekom und anderen europäischen Fernmelde-Unternehmen. Sie vermittelt Telefonate in die USA zu Niedrigpreisen und unterläuft so, völlig legal, das Monopol der Telefon-Gesellschaften in den Anrufer-Ländern. Der Trick: Eine simple Rückrufautomatik sorgt dafür, daß die Ferngespräche zum amerikanischen Niedrigtarif abgerechnet werden können. Die Dienste der International Discount Telecommunications (IDT) in New York können ausländische Kunden (etwa Firmen mit US-Niederlassungen) für rund 250 Dollar im Monat in Anspruch nehmen. Wenn der Kunde, zum Beispiel von Deutschland aus, mit einer für ihn reservierten Nummer den Telefoncomputer von IDT anwählt und nach dem ersten Klingeln wieder auflegt, wird er umgehend zurückgerufen; er kann dann direkt den gewünschten Gesprächspartner in Amerika anwählen. So kostet die Verbindung, weil sie von Amerika aus aufgebaut wird, nur noch zwischen 80 Pfennig und 1,20 Mark pro Minute. Bei der Telekom müßte der Anrufer 3,12 Mark zahlen. Drei Unternehmen in Deutschland, darunter eine große Bank, nutzen bereits das IDT-Angebot.

DER SPIEGEL 48/1991
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