23.09.1991

Otto Graf Lambsdorff,

64, FDP-Vorsitzender, plauderte parteiinternen Zwist aus. Nach einer Präsidiumssitzung seiner Partei hatte sich der Graf am vorigen Montag sehr zurückhaltend über eine Anerkennung Kroatiens durch Bonn geäußert: Ein Bonner Alleingang störe die laufenden Verhandlungen in Belgrad. Der Bonner Sat-1-Korrespondent Udo Philipp, Bräutigam von Lambsdorffs Stellvertreterin Irmgard Adam-Schwaetzer, griff daraufhin Lambsdorff in einem Bild-Kommentar an: "Wollen die Lambsdorffs, will Bonn so lange warten, bis Zagreb in Schutt und Asche liegt?" Am nächsten Morgen rief Lambsdorff bei Philipp an: Auch er sei eigentlich für die Anerkennung Kroatiens. Doch Hans-Dietrich Genscher habe von ihm die gegenteilige Erklärung nach der Präsidiumssitzung verlangt.

DER SPIEGEL 39/1991
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