23.09.1991

RÜCKSPIEGELZitate

Die taz zum SPIEGEL-Titel "Umweltkonzern im Zwielicht - Geldmaschine Greenpeace" (Nr. 38/1991):
Alle spenden, auch die SPIEGEL-Mitarbeiter verschenken jedes Jahr ihr Weihnachtsgeld an den Öko-Multi - und wundern sich dann, daß der immer reicher wird. Der SPIEGEL-Bericht "McDonald's der Umweltszene" enthalte keine falschen Tatsachen, sagte Greenpeace-Geschäftsführer Thilo Bode in Hamburg, aber den Vorwurf, seine Organisation würde Geld horten und nichts dafür tun, weist er entschieden zurück. Die hohen Rücklagen, aufgrund derer der CDU-Bundestagsabgeordnete Claus-Peter Grotz fordert, dem Verein die Gemeinnützigkeit abzuerkennen, brauche Greenpeace als Sicherheit - nicht zuletzt wegen möglicher Schadensersatzklagen der Industrie . . . Den Vorwurf, seiner Organisation fehle es an innerbetrieblicher Demokratie, kontert Bode: "Wir sind eine politische Pressuregroup und nicht der Alpenverein." Die internationalen Richtlinien würden Basisdemokratie explizit ausschließen, außerdem sei Greenpeace immer schon hierarchisch organisiert gewesen. *EINLEITUNG:
Die Welt über die Rolle des SPIEGEL im Machtgefüge um Bundeskanzler Kohl:
Des Kanzlers Freundschaft ist Rühes politische Versicherungspolice - auf Gegenseitigkeit: Nach dem Sturz des rebellischen "Generals" Geißler vor zwei Jahren bietet Rühe die Gewähr, daß der Parteiapparat nie wieder als Gegenmacht wider Kohls Kanzlergewicht benutzt werde - wobei übrigens der SPIEGEL jederzeit gern den publizistischen Verstärker abgab, denn Kohl ist ein SPIEGEL-Verächter. Um so mehr hat es nicht allein Lothar de Maiziere gewundert, daß Kohl es offenbar dulde, wenn der SPIEGEL gegen seinen (nun nicht mehr) Ost-Vize mit hochrangigen CDU-Kreisen zusammenspiele. Maizieres Schlußfolgerung: Der Kanzler sei "nicht gut umgeben". *EINLEITUNG:
Der hessische Umweltminister Joschka Fischer in der Zeitschrift Bunte über Rudolf Augstein:
Bunte-Umfrage bei deutschen Politikern: Wer schreibt die besten Leitartikel und politischen Kommentare? Welchen Journalisten gehört ihr Vertrauen als Leser? Joschka Fischer, 43, hessischer Umweltminister: "Für mich verdient Rudolf Augstein vom SPIEGEL den Titel "Bester Leitartikelschreiber", schon allein wegen der Überschrift zu einem Kommentar, "Wo Barzel den Most holt" (SPIEGEL 42/1984 -Red.).

DER SPIEGEL 39/1991
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