25.11.1991

Phantomjagd aufs Bernsteinzimmer

Unverdrossen fahnden Schatzsucher nach dem berühmten Bernsteinzimmer. Fest steht: Die Wandtäfelung aus dem goldfarbenen Samland-Strandgut, 1701 für Preußenkönig Friedrich I. angefertigt und von seinem Sohn Friedrich Wilhelm I. an Zar Peter den Großen verschenkt, ist 1941 von deutschen Truppen aus Zarskoje Selo bei Leningrad abtransportiert worden. Der Schatz kam ins Königsberger Schloß, über spätere Auslagerungsversuche weiter nach Westen wird spekuliert. Dabei konnte ein Ende letzen Jahres beim NDR gesendeter Fernsehfilm sowjetische Zeitzeugen und Dokumente dafür aufbieten, das Wunderwerk sei in Königsberg vernichtet worden - in Brand geschossen offenbar durch die anrückende Rote Armee. In der Göttinger Universitätsbibliothek hat der Verleger Tete Böttger nun außerdem Akten aufgestöbert, die besagen, kleinere (Sockel-) Elemente des Bernsteinzimmers seien noch in ein nahes Bergwerk gelangt, das aber von den Briten gründlich gesprengt wurde. Die Enthüllung kam pünktlich zur Ausstellung "Bernstein - Der Stolz der Zaren", die mit vielen Rekonstruktionen bis Ende Dezember im Alten Rathaus Göttingen gezeigt wird. Eine letzte Woche in Moskau verbreitete Meldung, nach der das Bernsteinzimmer an einem thüringischen Truppenstützpunkt der Sowjets aufgetaucht sein sollte, wurde von der Armee prompt dementiert.

DER SPIEGEL 48/1991
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 48/1991
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Phantomjagd aufs Bernsteinzimmer

  • Ex-Fußball-Torhüter: Petr Cech wird zum Eishockey-Helden
  • Optische Illusionen: Alles höchst verwirrend
  • Wiedereröffnung des britischen Parlaments: "Die Queen musste ein Tory-Wahlprogramm vorstellen"
  • Queen's Speech: Elizabeth II. verliest Johnsons Pläne