25.11.1991

Danys neue Revolte

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis Daniel Cohn-Bendit, 46, auch die Filmkunst zu revolutionieren trachtete. Am Donnerstag dieser Woche kommt sein Spielfilm "C'est la vie" in die Programm-Kinos. Frankfurts Multi-Kulti-Dezernent spielt darin, unter eigener Regie, einen Klein-Dealer, der zur Zeit des Mauer-Falls einer Film-Kauffrau bisher unentdeckt gebliebenes Material über die sechziger Jahre verheißt. Es soll zeigen, wie die verstorbenen Symbolfiguren Rudi Dutschke und Francois Truffaut ihr Jahrzehnt filmisch interpretiert hätten. Die ungelenke Spielhandlung - mit dem Kabarettisten Matthias Beltz und dem Truffaut-Darsteller Jean-Pierre Leau - läßt die instinktsicher arrangierten Wochenschau- und TV-Szenen um so komischer erscheinen. Und wenn der NSU-Prinz grausige Wiederkehr als Trabi feiert, dann wird deutlich: Die Sixties waren im Westen auch bloß Fifties, im Osten dauerten sie ewig.

DER SPIEGEL 48/1991
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