25.11.1991

MODERNES LEBEN24 Stunden Wortprogramm

Jetzt wird nur noch geredet: Interviews, Kommentare, Korrespondentenberichte plätschern auf den Wellen des Berliner "Inforadio" - ein 24stündiger Nachrichtenfluß, den keine Musik aufhält, allein die Werbespots mit ihren Musikfetzen schieben sich als Melodieninseln in den Redestrom. Seit vergangenem Freitag macht der Hauptstadt-Sender auf 101,3 Megahertz ein reines Wortprogramm. Nach "Bayern 5 aktuell" (SPIEGEL 19/1991) versucht sich nun ein zweiter Kanal als "CNN des Radios"; allerdings mit dem Unterschied, daß der Berliner Privatfunk die Hälfte der Zeit mit lokalen Nachrichten wie Stauberichten, Trendmeldungen von der Mitwohnbörse und Veranstaltungstips füllt. Im 30-Minuten-Rhythmus informiert der Sender außerdem über Politik, Sport, Wetter und Börse, zu wichtigen Pressekonferenzen gibt es Live-Schaltungen. Weil reine Wortprogramme eigentlich zu teuer für einen Privatsender sind, spart das Inforadio am Personal und protzt mit Technik: Die Einspielungen werden nicht auf Tonbänder oder Kassetten aufgenommen, sondern im Computer gespeichert. Fällt allerdings - wie drei Tage vor Sendebeginn geschehen - der Zentralrechner aus, wird aus dem High-Tech-Sender improvisierter, altmodischer Rundfunk. Kommt das Konzept bei den Berlinern an, können München, Frankfurt und Hamburg mit Filialen rechnen.

DER SPIEGEL 48/1991
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