25.11.1991

MODERNES LEBENAuf Turnschuh und Tod

Einen Kampf auf Turnschuh und Tod liefern sich in südamerikanischen Großstädten besitzende und besitzlose Jugendliche. Allein in Sao Paulo wurden in den vergangenen Monaten drei Teenager ermordet, weil sie teure Marken-Turnschuhe, Rucksäcke oder Uhren trugen. Mit solchen Attributen gehe er "glatt für Mittelklasse oder sogar für reich durch", meinte ein Fabrikarbeiter, der für seine Sneakers einen halben Monatslohn hingeblättert hatte. Bei einem Überfall war er bereit, seine Brieftasche rauszurücken, doch als die Diebe seine Schuhe wollten, stellte er sich stur und zahlte mit dem Leben. Für den Ersatz der Statussymbole bieten Hersteller wie Nike, Reebok oder All Star bereits Versicherungen an, die beim Kauf abgeschlossen werden können. Auf ihr Leben müssen die Besitzer selber achten. Besorgte Firmen warnen davor, übertriebene Opfer zu bringen: Turnschuhe seien dazu da, das Leben zu verschönern, aber es lohne sich nicht, "für sie zu sterben".

DER SPIEGEL 48/1991
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