25.11.1991

Friedrich Gulda,

61, österreichischer Pianist mit Weltruf, fühlt sich von einem Kritiker zutiefst gekränkt und fordert Sanktionen. Der Wiener Musikrezensent Franz Endler hatte die Besprechung eines Konzerts von Gulda mit den Wiener Philharmonikern, in dem der Meister neben Mozart auch seine eigene Komposition "Concerto for Myself" spielte, übertitelt: "Mozart und ein Furz". Guldas Tondichtung, so höhnte der Kritiker weiter, sei "muntere Gartenzwergmusik". Der Gescholtene ließ nun die Wiener wissen, er werde dort nicht mehr auftreten, solange Franz Endler Musikkritiken schreibt. "Das Publikum", so der Musikus in Briefen an Kritikerkollegen Endlers, "soll nicht um ,seinen Gulda' weinen, sondern handeln und Herrn Endler Saalverbot erteilen (per Publikumsbegehren). Dann komme ich gerne wieder. Vorher nicht."

DER SPIEGEL 48/1991
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