10.07.1989

Hausmitteilung Betr.: China

Erst nach langem Kreuz-und-quer-Telephonieren und über allerhand Kontaktleute, "sozusagen per Bambustelegraph", konnte SPIEGEL-Redakteur Stefan Simons die beiden prominenten China-Dissidenten in Frankreich ausfindig machen. "Schon recht konspirativ" war dann auch das Treffen am vergangenen Donnerstag: Wu Er Kaixi, Literaturstudent und Führer der Pekinger Protestbewegung, und Professor Yan Jiaqi, ehemaliger Berater des gestürzten Parteichefs Zhao Ziyang, erwarteten Simons in einer ungenutzten Pariser Fabriketage. In China werden sie als "Konterrevolutionäre" steckbrieflich gesucht. In Frankreich leben sie im Versteck - der chinesische Staatssicherheitsdienst hat Spitzelkommandos nach Westeuropa entsandt. Wu Er Kaixi und Yan Jiaqi wollen die Opposition innerhalb und außerhalb Chinas in einer Dachorganisation zusammenfassen. Sie sind optimistisch: Politisch werde Deng Xiaoping höchstens noch zwei Jahre überleben (Seite 124).

DER SPIEGEL 28/1989
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