10.07.1989

Volkswagen „in Gefahr“?

Neun Jahre gehörte Claus Borgward, 50, dem Vorstand des Volkswagen-Konzerns in Wolfsburg an, ohne je besonders aufzufallen. Erst jetzt, bei seinem Abschied, sorgte er für Aufregung. In einem Brief an seine engsten Mitarbeiter schrieb er, künftig sei die bislang "herausragende" Qualität der Volkswagen-Fahrzeuge "ernsthaft gefährdet". Dadurch könne, so Borgward, sogar "das Unternehmen in Gefahr geraten". Hintergrund des Borgward-Briefes: Die Qualitätskontrolle des Unternehmens, bislang ein eigenes, von Borgward geleitetes Vorstandsressort mit rund 8000 Beschäftigten, wird aufgelöst und den Bereichen Produktion, Forschung und Entwicklung zugeschlagen. Borgward hat bis zuletzt gegen diese Neuordnung gekämpft, wurde aber im Vorstand von allen anderen überstimmt. Nach der entscheidenden Vorstandssitzung am vergangenen Montag schrieb der scheidende VW-Vorstand noch mal alle seine Argumente auf. Bald schon wurde der Brief vervielfältigt im Konzern herumgereicht. Als Borgward erfuhr, welche Verbreitung sein Schreiben erfahren hat, bat er seinen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Liesen um sofortige Beurlaubung.

DER SPIEGEL 28/1989
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 28/1989
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Volkswagen „in Gefahr“?

  • Ein Surfer und seine Begleiter: Delfine, alles voller Delfine!
  • Neue Kommissionspräsidentin: EU-Parlament stimmt für von der Leyen
  • Unglück auf Baustelle: Kran bricht zusammen
  • Trumps neue Angriffe auf Kongressfrauen: "Diese Leute hassen unser Land"