10.07.1989

Chinesen suchen neue Heimat

Aus Angst vor den Kommunisten in Peking, die 1997 in der britischen Kronkolonie Hongkong die Regierungsgewalt übernehmen, sehen sich immer mehr Hongkong-Chinesen nach einer neuen Heimat um. Vor allem hochqualifizierte Arbeitskräfte, in der Kolonie ohnedies bereits Mangelware, zieht es ins Ausland. So will jetzt ein Drittel des Wartungspersonals auf dem Hongkonger Flughafen nach Australien auswandern. Dort sind die rund 130 Fachleute hoch willkommen. Die australische Fluggesellschaft Qantas lockt die Chinesen mit der australischen Staatsbürgerschaft. Der Paß eines anderen Staates wird auch für Chinesen, die vorerst in Hongkong bleiben wollen, bei der Arbeitsplatzwahl immer wichtiger. Deutsche Banken in der Kronkolonie klagen über Wettbewerbsnachteile, weil sie kaum noch qualifizierte Mitarbeiter finden. Insbesondere die staatlichen französischen Banken und britische Geldhäuser locken die Experten mit einem neuen Paß; die Regierungen leisten bei der Abwerbung Hilfestellung. Deutsche Banken haben offenbar einen weniger guten Draht zu ihrer Regierung. Ein deutscher Banker in Hongkong: "Die anderen schnappen uns die guten Leute weg."

DER SPIEGEL 28/1989
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