10.07.1989

Hongkong-Chinesen nach Schottland?

"Der Ort für ein neues Hongkong müßte an einer Seehandelsroute liegen und zwischen 150 und 200 Quadratmeilen umfassen. Ein internationaler See- und ein Flughafen müßten gebaut werden." So beschreibt das konservative Londoner Adam Smith Institute ein nach dem Vorbild von Singapur geplantes Refugium für Millionen Hongkong-Chinesen, die sich vor der Übergabe der britischen Kronkolonie an China 1997 fürchten und auswandern wollen. Diese Hongkonger, so schlägt das Institut vor, könnten ihre neue Heimstatt an der "verhältnismäßig untervölkerten Westküste von Wales oder Schottland" errichten. Sie würden Lebensmittelüberschüsse der EG und überzählige Energiekapazität aus England abnehmen und schließlich zum Wirtschaftswachstum Großbritanniens beitragen. Zu ähnlichen Erkenntnissen kommen Wirtschaftswissenschaftler der Universität London. Sie wollen freilich kein Neu-Hongkong gründen, sondern notfalls die 3,28 Millionen (von insgesamt 5,8 Millionen) Hongkonger, die einen britischen Paß besitzen, verteilt über Nordengland und Schottland ansiedeln, weil dort die Einwohnerzahlen schon seit langem zurückgehen.

DER SPIEGEL 28/1989
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