10.07.1989

Samuel Fullers Wiederkehr

Altmeister Samuel Fuller, 76, dessen Hollywood-Laufbahn schon Mitte der sechziger Jahre endete, ist in Frankreich zu einer Spätkarriere gestartet: Zwei neue Filme sind fertig, ein dritter ist in Planung; mit dem ersten davon, "Straße ohne Wiederkehr", hat er nun seine Wiederkehr auch in deutschen Kinos. Die Gesetze der "Schwarzen Serie" gelten für Fuller noch immer: Die unwirkliche Nachtwelt, die er zeigt, ist zusammengeballt aus allen Urschauplätzen aller Hafenstadt-Krimis; seine Lapidar-Dialoge kultivieren die knackende Härte eines Schlagabtauschs; seine Brutalschurken sind aus dem Holz alter Klischees geschnitzt. Der Film erzählt, wie der gefeierte Popsänger Michael (Keith Carradine) durch die Liebe zu einem Gangsterliebchen (Valentina Vargas) ins Unglück stürzt - Fuller treibt die Geschichte mit solcher Energie und Schärfe voran, daß die Fetzen fliegen - erst das Finale adelt sie zum Melodram, also zu dem, was Kinomanen gern "mythisch" nennen.

DER SPIEGEL 28/1989
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 28/1989
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Samuel Fullers Wiederkehr

  • ESA-Astronaut Matthias Maurer: Der erste Deutsche auf dem Mond?
  • Seltene Tiefseespezies: Grüner Bomberwurm gefilmt
  • Neues Transportsystem: Katar testet schienenlose Tram für WM 2022
  • Carola Rackete: Retterin äussert sich nach Vernehmung