10.07.1989

Die Metastasen kommen

Hypochonder seien gewarnt vor diesen zwei Frauen! In Carl Schenkels gleichnamigem Krebsmelodram könnten nicht nur ihre von den samstäglichen Downern aus dem Fernseh-OP kaum erholten Nerven unheilbar Schaden nehmen, auch ihren Tränendrüsen droht eine Überfunktion. Der Schweizer Schenkel, seit dem Fahrstuhl-Thriller "Abwärts" unerbittlich auf dem Weg nach oben, hat in den zur High-Tech-Klinik umgestalteten Bavaria-Ateliers ein international besetztes Quälprogramm aufgeboten, samt der dicken Oberschwester mit dem sadistischen Neger-Akzent. Dabei ist wieder einmal, und in den Zeiten der Gesundheitsreform besonders eindrucksvoll, der gute Wille der beste Arzt. Und so muß die aufmüpfige Claudia (Martha Plimpton) ihren Haß auf alle Gesunden mit dem Leben zahlen, die tapfere Tänzerin Eva (Jami Gertz) aber mausert sich vom sterbenden Schwan zur Frau in Rot. Vergeblich: Durch Schenkels Pfusch krebst selbst das größte Talent ab.

DER SPIEGEL 28/1989
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