10.07.1989

Von Könnern für Kenner

Für den "Melody Maker" waren sie die "talentierteste und beständigste Experimental-Rockgruppe Europas", und auch die übrigen Pop-Fachblätter sahen sie als "Pioniere", als "zeitlos", als Musiker, die sich "bravourös von der musikalischen Massenware absetzten". Auch wenn sich ihre Titelmusik zum Durbridge-Krimi "Das Messer" rund 200 000 Mal verkaufte - eine Hitmaschine waren die exzentrischen Musiker um Holger Czukay und Irmin Schmidt nie. Der vielleicht einzige Makel der Kölner Rockgruppe "Can" war vielleicht der, daß sie zu gut war. Wie gut wirklich, läßt sich jetzt, genau 20 Jahre nach ihrem Debüt-Album "Monster Movie", noch einmal nachhören: Jetzt gibt es die ersten acht Platten der Gruppe auf CD. Meilensteine wie "Soundtracks", "Future Days", "Ege Bamyasi" oder die legendäre Doppel-LP "Tago Mago" - rauschfreie akustische Weltraumfahrten, die den Konservenstumpfsinn der achtziger Jahre glatt vergessen lassen. Erschienen sind die Kultstücke auf dem kleinen, hauseigenen Label "Spoon" Records. Am Jahresende sollen den bisher acht "Can"-Oldies auf CD weitere folgen. Elf Jahre nach ihrer Trennung hat sich die Gruppe erneut ins Studio begeben - im September erscheint ein neues "Can"-Opus bei Phonogram. Titel: "Rite Time".

DER SPIEGEL 28/1989
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