12.06.1989

„Jeder von uns will die ganze Macht“

Was wird aus dem Iran nach dem Tod des Ajatollah Chomeini?
Der Alte sprach unmittelbar nach seiner Landung auf dem Teheraner Flughafen Mehrabad, noch an Bord des Air-France-Jumbos, der ihn nach 14jährigem Exil in seine Heimat zurückgebracht hatte. Was er denn in diesem historischen Moment empfinde, wollten Vertraute vom Ajatollah Ruhollah Chomeini wissen. Schroff und mit versteinertem Gesicht antwortete der: "Nichts."
Doch draußen vor dem Flughafengelände und in den Straßen der iranischen Hauptstadt tobten seine Anhänger vor Begeisterung. Offenkundig tief bewegt, warteten Millionen Menschen, um wenigstens einen Blick auf jenen wundersamen Mann zu werfen, der sie von der blutigen Tyrannei des Schahs befreit hatte und ihnen nun unter einer islamischen Regierung das "Paradies auf Erden" in Aussicht stellte.
Chomeinis erster Weg nach seiner triumphalen Heimkehr, so hatte er es schon seit langem verfügt, sollte ihn zum Heldenfriedhof Behescht-e Sahra führen, zu den Gräbern Tausender Opfer des Schah-Regimes. Doch die Straßen waren von den wogenden Menschenmassen derart verstopft, daß Chomeini statt in seinem Wagenkonvoi per Hubschrauber transportiert werden mußte. Es war der 1. Februar 1979.
Gut zehn Jahre später, am vergangenen Dienstag, war der Revolutionsführer erneut zum Friedhof Behescht-e Sahra unterwegs, und das riesige Areal war, nach einem Jahrzehnt Chomeini-Herrschaft, die größte Grabstätte der Welt geworden. Die meisten der nach vorsichtigen Schätzungen rund 300 000 iranischen Opfer des Golfkriegs, im Revolutionsjargon zu "Märtyrern" ernannt, haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.
Wieder blockierten Millionen Menschen die Straßen zum Friedhof, 30 Kilometer südlich von Teheran gelegen. Wieder wurde Chomeini deshalb an Bord eines Hubschraubers nach Behescht-e Sahra transportiert - diesmal war es sein letzter Weg. Er lag in einem silberfarbenen Metallsarg.
Die Trauerfeierlichkeiten für den Schiitenpapst, 88, der am vorletzten Samstag an den Folgen einer zum Teil im Fernsehen übertragenen Darmoperation gestorben war, arteten zu einem ebenso makabren wie bewegenden Massenspektakel aus, wie es die Millionen-Metropole Teheran noch nie erlebt hatte - am ehesten noch vergleichbar mit hysterischen Szenen bei Chomeinis Rückkehr aus dem Exil.
Vereint in kollektiver Trauer und lautstarkem Lamento verharrten Millionen Menschen viele Stunden lang in der Gluthitze. Aus Feuerwehrschläuchen und Wasserwerfern spendeten die Revolutionswächter Pasdaran, die treu ergebene Prätorianergarde Chomeinis, nur unzureichend Erfrischung.
Massen schwarzgekleideter Perser, ihre Fäuste wie in Trance gegen Brust und Stirn schmetternd, bahnten sich den Weg zum Mossalla-Platz im Norden der Stadt. Dort war der Verstorbene, eingehüllt in ein weißes Leichentuch, wie Schneewittchen hinter Glas aufgebahrt.
Da kam es zu einem bei Staatsbegräbnissen bislang beispiellosen Eklat: Als Chomeinis Leichnam vom Katafalk gehoben wurde, stürmten Hunderte Männer und Frauen das Podest. Hilflos mußten die Pasdaran zusehen, wie die Menge das Leichentuch zerriß und der schmächtige Körper zu Boden fiel.
Augenzeugen berichteten, sie hätten an dem halbnackten Körper "sogar noch die Operationsnarben" gesehen. Erst durch Warnschüsse gelang es den Revolutionswächtern schließlich, die Menge zurückzudrängen und den Toten zu evakuieren.
In dem qualvollen Gedränge während der Trauerfeierlichkeiten wurden 11 000 Menschen verletzt, berichteten vergangenen Donnerstag iranische Zeitungen. Die Zahl der Iraner, die sich für einen Blick auf den hehren Toten oder einen Griff nach seinem Leichentuch zu Tode quetschen ließen, soll "mehrere Dutzend" betragen haben.
Anders als bei den großen Revolutionsfesten der letzten Jahre, zu denen Hunderttausende Jubelperser zwangsweise angekarrt worden waren, schienen sich die meisten dem lebensbedrohlichen Chaos diesmal freiwillig ausgesetzt zu haben. Trauer und Bestürzung, so überspannt sie nach westlichen Maßstäben wirkten - geheuchelt waren sie nicht. Zeugnisse einer fast wahnhaften Chomeini-Verehrung beweisen es.
"Chomeini war einzigartig", meinte etwa der junge Lehrer Hamse Dschalali: "Er war der Supermann und brachte uns die größte Revolution seit dem Propheten. Dies ist das Jahrhundert Chomeinis."
Oder der 19jährige Hassan Schiri, der 14 Monate an der Golffront kämpfte: "Wie alle großen Männer der Weltgeschichte, zum Beispiel Shakespeare, wird Chomeini niemals sterben."
Chomeini war ein Schock für die moderne Welt, er lehrte sie, daß ihre technische Zivilisation der Kraft des Islam nicht standhält und daß der scheinbar armselige Orient mit dem übermächtigen Okzident immer noch fertig wird. Insofern gab er Millionen Iranern und Moslems ihr in Jahrhunderten beschädigtes Selbstbewußtsein zurück.
Aber mit archaischer Unerbittlichkeit und nahezu unstillbarem Rachedurst verfolgte er im Namen der von ihm definierten Rechtgläubigkeit Zehntausende wirkliche oder vermeintliche Feinde seines Regimes, die er oft nach grausamster Folter hinrichten ließ.
Er war subjektiv gewiß ein frommer Mann, aber in menschenverachtender Strategie verheizte er zwischen 50 000 und 100 000 Kinder und Jugendliche im Golfkrieg als Kanonenfutter, um der Rache am irakischen Diktator Saddam Hussein willen, der ihn 1978, auf Druck des Schahs, aus seinem irakischen Exilort Nadschaf vertrieben hatte.
Chomeinis Gottesstaat - gespeist von revolutionärem Schwung, religiös überhöhtem Patriotismus und schiitischem Todesmut - brachte dem Volk keineswegs das versprochene "Paradies der Massen" oder die "Insel des Friedens" nach all den Jahren der grausamen kaiserlichen Diktatur. Er brachte den Persern vor allem die traurige Gewißheit, daß sie für ihr Heil im Jenseits alle Hoffnungen auf ein bißchen Glück im Diesseits aufgeben müssen.
Denn so sah die bittere Bilanz nach zehn Jahren "Islamischer Republik" im Februar dieses Jahres aus: So gut wie keines der vollmundigen Versprechen der geistlichen Führung war in Erfüllung gegangen. Der achtjährige Golfkrieg, vom Irak begonnen, aber von den Mullahs mit blutigem Fanatismus verlängert, hat den Iran wirtschaftlich ruiniert. 4,2 Millionen Flüchtlinge sind obdachlos, mindestens eine halbe Million Abiturienten warten derzeit auf einen Studienplatz. Erstmals seit 30 Jahren ist die Zahl der Analphabeten im Iran wieder gestiegen.
Doch, seltsam und für Westler nur schwer nachvollziehbar: Diese schreckliche Bilanz lastete die große Mehrheit der Bevölkerung nicht etwa dem allmächtigen Staatsführer Chomeini an, sondern der Regierung, dem Parlament und den Mullahs.
Der finstere Greis hingegen, der sich in den letzten Jahren immer seltener der Öffentlichkeit zeigte, blieb für seine Bewunderer die nicht kritisierbare Lichtgestalt. Er war die personifizierte islamische Revolution, die den verhaßten Schah verjagt und den "großen Satan" USA mehrmals "mit der Schnauze in den Dreck" gesteckt hatte.
Er blieb, trotz aller Rückschläge und Exzesse, jene Identifikationsfigur, die den weltweit etwa 100 Millionen Schiiten Selbstachtung und Stolz zurückgegeben hatte.
Geschickt hat Chomeini es stets verstanden, daß die brutalen Übergriffe der Revolutionsgarden, vor denen kein Iraner sicher war, den Ruf seiner Makellosigkeit als spirituelles Oberhaupt der Schiiten nicht berührten.
Wie ein moderner PR-Mann nutzte und genoß er es, um seine Person Mythen wuchern zu lassen. So pflegte er, die letzten Jahre aus seiner Villa im Nordteheraner Stadtviertel Dschamaran, das Bild des religiösen Denkers, der abgehoben von den schmutzigen Niederungen des politischen Geschäfts über die großen Fragen des Islam und der Nation meditiert.
Das Image als überparteilicher, weiser Vater, den das Volk liebt und der zwischen den rivalisierenden politischen Fraktionen vermittelt, wurde durch Propaganda gezielt verstärkt - alle Medien unterliegen im Iran mindestens so strikter Zensur wie zu Zeiten des Schahs.
Die landesweite Sympathie verdankte Chomeini auch seiner spartanischen Lebensweise, die ihn von den Allüren vieler Spitzenmullahs positiv abhob. Längst gehören zum täglichen Erscheinungsbild in den großen iranischen Städten die gepanzerten Luxuslimousinen, mit denen sich selbst subalterne Mullahs, von Leibwächtern beschützt, durch die Gegend kutschieren lassen.
Hohe Regierungsfunktionäre, weltliche wie geistliche, haben sich mit ihren Familien in Villen an eigens für sie geräumten Straßenzügen einlogiert, wo es, so ein Teheraner Basar-Händler, "mindestens ebensoviel zum Saufen gibt wie früher in einem Schah-Puff".
Längst auch hat sich im Land herumgesprochen, daß manche einflußreiche Mullahs gegen harte Devisen bei der Beschaffung eines gefälschten Passes zur Hand gehen, mit dem der Spender das Land verlassen kann.
Nur Chomeini selbst, das bestreiten auch seine erklärten Feinde nicht, war sein Leben lang bescheiden und bedürfnislos, immun gegen alle weltlichen Anfechtungen und in diesem Punkt ohne den geringsten dunklen Fleck in seiner Biographie.
Wahrscheinlich wurde Chomeini im Jahr 1900 als Sohn eines armen Geistlichen im persischen Chomein geboren. Sein Vater, Enkel eines aus Kaschmir zugewanderten Mullahs persischer Abkunft, kam ums Leben, als Chomeini fünf Monate alt war. Angeblich fiel der engagierte Regime-Gegner einem Mordkomplott von Geheimagenten zum Opfer.
Von Mutter und Tante großgezogen, begann der junge Mann früh, den Koran zu studieren. Persönlicher Fleiß, aber auch eine Heirat ließen ihn in der Mullah-Nomenklatura aufsteigen. 1927 ehelichte er Ghodsi, Tochter aus einer bedeutenden Ajatollah-Familie, deren Name ihm rasch den Zugang zur theologischen Elite des Landes öffnete.
Politisch trat der Gelehrte, mittlerweile im Range eines Ajatollah, erstmals in den sechziger Jahren hervor. Seinen Widerstand gegen den verwestlichten Schah büßte er 1964 mit Ausweisung.
In der heiligen südirakischen Stadt Nadschaf organisierte er den Widerstand gegen den verhaßten Herrscher auf dem Pfauenthron - ein Theologe im politischen Untergrundkampf, das hatte es bei allen revolutionären Bewegungen in der Dritten Welt noch nicht gegeben.
Und dieser Fromme wußte sich für seinen Kampf auch noch der Technik zu bedienen: Vom Irak, später von Frankreich aus schickte er Tausende von ihm besprochene Tonbandkassetten mit Brandreden gegen den Schah ins Land. Aufgeputscht von diesen Reden und angeführt auch von fanatischen Mullahs, erhob sich schließlich das Volk.
Im Januar 1979 floh Schah Resa Pahlewi, Amerikas wichtigste, mit teuerstem Kriegsgerät hochgerüstete Stütze in Mittelost, mit seiner Familie nach Ägypten; zwei Wochen später kehrte Chomeini in den Iran zurück. Getragen von einer unbändigen Begeisterung rief er nach einem Referendum die "Islamische Republik Iran" aus und krempelte, streng nach den Gesetzen des Korans, Gesellschaft und Staat radikal um.
Zielstrebig und ohne zunächst auf Widerstand zu stoßen, setzte er sich an die Spitze der neuen Machtpyramide. Seine alles und alle überragende Rolle als "Wali-je Fakih", als herrschender Gottesgelehrter, ließ er gleich in die Verfassung des jungen Staates schreiben. Danach soll der "erleuchtete Führer des Volkes" (so eine Chomeini-Eigenbeschreibung) "gerecht, tugendhaft, vertraut mit den Entwicklungen der Gegenwart" sein, dazu auch noch "mutig, tüchtig und geschickt".
Daß der "Wali-je Fakih" seinen Auftrag nicht von dieser Welt bekommen habe, daran ließ Chomeini nicht den geringsten Zweifel - er baute sich selbst auf extravagante Art in die schiitische Glaubenstradition ein.
Danach ist Imam Mahdi ein seit über 1100 Jahren verschollener rechtmäßiger Nachfolger des Propheten. Er hält sich irgendwo auf der Erde verborgen, wird eines Tages als Erlöser wiederkehren und die Welt mit Gerechtigkeit erfüllen.
Bis dahin fungierte Chomeini aus eigener Machtvollkommenheit als dessen Statthalter auf Erden - ein Schritt, mit dem er nicht nur das politische System des Iran, sondern, so der Tübinger Islamwissenschaftler Heinz Halm, auch "die schiitische Glaubensrichtung selbst" revolutionierte.
Denn die direkte Ausübung politischer Macht durch die Geistlichkeit hatte bis dahin keineswegs schiitischer Lehre entsprochen. Vielmehr waren nur die direkten Nachkommen des Propheten Mohammed in der Linie des bei Kerbela getöteten Enkels Hussein zum Amt des Imam, des geistlichen wie weltlichen Oberhaupts, berufen.
Als Chomeini sich durch Artikel 5 der Verfassung die Regierungsgewalt als Stellvertreter des verborgenen Imam übertragen ließ, erregte er den Zorn hochrangiger schiitischer Geistlicher. Für den Ajatollah Schariat Madari etwa, einen langjährigen Rivalen Chomeinis, war dies "Anmaßung und Gotteslästerung".
Die Ausrufung eines "Gottesreiches" ohne den zurückgekehrten Mahdi - genau das war Chomeinis Absicht und Tat - erscheint vielen orthodoxen Schiiten ebenso blasphemisch wie orthodoxen Juden die Errichtung eines jüdischen Staates vor dem Erscheinen des Messias.
So muß den konservativen Gralshütern der reinen schiitischen Glaubenslehre der Tod des gotteslästernden Schiiten-Führers als eine Art Befreiung erscheinen - ebenso wie den laizistischen Iranern, denen die Tyrannei des Schahs im Vergleich mit Chomeinis Theokratie heute als beinahe schon liberale Epoche gilt. Chomeinis Nachfolger, Staatspräsident Ali Chamenei, hat jedenfalls weder Ansehen noch Format, in Personalunion die weltlichen wie die geistlichen Geschicke des Iran so autoritativ zu lenken wie der Republik-Gründer.
Die rasche Wahl Chameneis - nach wenigen Stunden Beratung des 83köpfigen "Expertenrates" und schon am Tag nach Chomeinis Ableben - läßt den Schluß zu, daß Chomeini selbst die Nachfolge geregelt hatte, nachdem der zunächst vorgesehene Erbe, Ajatollah Montaseri, vor zweieinhalb Monaten beim Chef in Ungnade gefallen war.
Seit acht Jahren im Amt des Staatspräsidenten, könnte Chamenei, 48, wie kaum ein anderer Spitzenmullah die tiefen Gräben zwischen den politischen und religiösen Richtungen in Teheran überbrücken. Der stille, intellektuelle Politiker, der über keine bedeutende Hausmacht verfügt, ist sowohl für die radikalen wie auch die gemäßigten Elemente innerhalb der Mullahkratie akzeptabel.
Am nächsten steht er noch den Pragmatikern um den mächtigen Parlamentspräsidenten Ali Akbar Rafsandschani. Seine gepflegte Erscheinung paßt so gar nicht in das vor allem im Westen verbreitete kriegerische Bild eines radikalen Mullahs.
Er gilt denn auch als Zauderer und hielt bislang mit einer politischen Meinung weitgehend zurück. Nur einmal wagte er sich aus der Deckung, und da wurde er gleich von Chomeini persönlich zurechtgewiesen: Nachdem der Ajatollah den indisch-britischen Gotteslästerer Salman Rushdie wegen seiner "Satanischen Verse" zum Tode verurteilt hatte und dem Iran weltweiter Protest entgegenschlug, meinte Chamenei, Rushdie könne möglicherweise sein Leben retten, wenn er sich bei den "Moslems entschuldige".
Chomeinis Tadel machte Chamenei auf der Stelle folgsam: Rushdies Leben sei in jedem Fall verwirkt, berichtigte er sich selbst in Belgrad: "Der schwarze Pfeil des Todes ist abgeschossen und auf dem Weg zu seinem Ziel."
Die Grenzen der Macht des neuen geistlichen Führers neben Rafsandschani, der sich im August zum Staatspräsidenten wählen lassen möchte und per Verfassungsänderung auch noch die Kompetenzen eines Regierungschefs anstrebt, wird vor allem Chomeinis Lieblingssohn Ahmed, 42, bestimmen.
Geschickt hatte er die vergangenen Monate, da er als einziger Mullah unbegrenzten Zugang zu dem schon vom Tode gezeichneten Ajatollah hatte, für seine eigene politische Karriere genutzt. Ahmed, Anhänger eines radikalen und kompromißlosen Kurses gegenüber dem Westen, durfte denn auch als Beweis seiner neuen Macht das politische Testament des Vaters verlesen. So konnte er auch entscheiden, welche Stellen er einfach wegließ.
Der Ajatollah Ruhollah Chomeini hat in den zehn Jahren seiner Regierung Ungeheures bewegt. Islamischen Fundamentalismus gab es schon vor ihm - aber Chomeini hat ihn von Marokko bis Indonesien zu einer politisch-revolutionären Kraft gemacht, die den Säkularismus der modernen Staaten in die Schranken fordert und zumal die bigotten moslemischen Ölfürsten am Golf erzittern ließ.
In den mörderischen Schlachten am Schatt el-Arab konnten sie die Gefahr unter Einsatz von Milliarden Dollar gerade noch bannen. Aber Chomeinis Botschaft, daß der politische Kampf aus dem Geist der Religion geführt werden muß - in einer auf den Westen bizarr, mitunter zynisch wirkenden Verquickung beider -, wird mit Chomeinis Tod nicht erledigt sein.
Sohn Ahmed erinnert sich mit Sicherheit noch an das Bekenntnis, das der Vater im Juni 1981 wenigen Vertrauten, darunter auch Ahmed, verkündet hatte. Es lautete: "Unser Streit geht nicht um Gott. Schlagt euch das aus dem Kopf. Es geht auch nicht um den Islam. Das ist Unsinn. Jeder von uns will die Macht, die ganze Macht."

DER SPIEGEL 24/1989
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