10.07.1989

RÜCKSPIEGELZitate

Zitate
Die "Welt" über CDU-Generalsekretär Heiner Geißler:
Wie steht es mit Hintergrundgesprächen? "Hintergrundgespräche sind keine seriöse Quelle, sind es noch nie gewesen und müssen infolgedessen auch entsprechend bewertet werden." Manche machen Geißler zum Vorwurf, er "instrumentalisiere" den SPIEGEL. Kohl selbst lehnt es ab, dem Magazin ein Interview zu geben, nach dem Motto: Ich bedanke mich nicht bei denen, die mir ständig in den Hintern treten. Was sein Verhältnis zum SPIEGEL betrifft, so unterstellt Geißler hier "manchmal gewollte Mißverständnisse". Er sei der Meinung, daß eine große Volkspartei nicht in einem "Dauerkriegs-Verhältnis" zu großen Magazinen leben sollte. "Ich habe meine feste Meinung über den SPIEGEL oder über den Stern, aber ich kann keinen Quarantäne-Journalismus befürworten. Deswegen halte ich es für notwendig, daß unsere Leute auch dort Interviews geben, wo die Leser nicht unbedingt zur Stammwählerschaft der CDU gehören, damit auch dort unsere Meinung zur Geltung kommt."
Die Kreuzberger Stadtteilzeitung "Südost-Express" zum SPIEGEL-Interview mit den Kreuzberger Autonomen Alex und Ronnie WIR MACHEN NICHT AUS SPASS KRA-WALL in Nr. 19/1989:
"Völlig vergessen" haben nach eigenem Bekunden zwei autonome Kämpen, dem Schweinesystem finanziellen Schaden zuzufügen. Sie gaben dem SPIEGEL ein mehrere Seiten langes Interview, in dem sie des langen und breiten den antiimperialistischen Kampf im allgemeinen und seine Kreuzberger Variante im besonderen erläuterten. Für den SPIEGEL-Photographen posierten die beiden in Haßkappen auf dem Dach der Admiralstraße 17 - wild romantisch. Auf die Idee, das Montags-Magazin wenigstens zu einer Spende für die Knastkasse und den Kampf für Zusammenlegung zu überreden, kamen sie vor lauter Aufregung nicht. Mittlerweile klagen Anwohner der Admiralstraße über erhöhte Wannen-Präsenz (Polizeifahrzeuge zum Abtransport von Festgenommenen, die Red.). Ob die auf das Interview zurückzuführen ist?

DER SPIEGEL 28/1989
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DER SPIEGEL 28/1989
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