20.02.1989

Hausmitteilung Betr.: Titel

Um die Deutschen in Sachen libyscher Giftgasfabrik zu nageln, gaben die Amerikaner Anfang des Jahres ein Staatsgeheimnis preis. "Offizielle Stellen", meldete das NBC-Fernsehen, hätten 1988 ein Telephongespräch zwischen Rabita und Lahr abgehört. Das ganz unübliche Eingeständnis von Abhöraktivitäten fügte sich als ein weiterer Mosaikstein in die Recherchen eines SPIEGEL-Teams, das der "National Security Agency" (NSA) auf der Spur war. Weitgehend unbemerkt von der westdeutschen Öffentlichkeit hat dieser geheimste der US-Geheimdienste, wie Redakteur Ulrich Manz herausfand, in einem "gigantischen Bauboom" Antennenwälder hochgezogen, Computerbatterien verbunkert und sich den Zugriff auf Tausende Telephonkabel der Bundespost gesichert. "Von Westdeutschland aus", erfuhr Redakteur Rainer Paul in Washington, "lauschen wir tief nach Osteuropa und Nahost hinein, in Deutschland sowieso." Der für den SPIEGEL tätige Photograph Wolfgang Weber wurde beim Versuch, die NSA-Anlagen bei Bad Aibling aufzunehmen, auf öffentlicher Landstraße von US-Militärpolizei und deutschen Polizisten angehalten und mußte Filmmaterial abliefern. Ein Münchner Kollege kam aus dem Auto zum Schuß, versteckt unter einem Pappkarton. Als Paul Ex-NSA-Mitarbeiter befragen wollte, erhielt er die Standard-Antwort: "Das geht Sie gar nichts an." Geht wohl doch - siehe Titel Seite 30.

DER SPIEGEL 8/1989
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