19.06.1989

„Das Hirn wird brüchig wie ein alter Stiefel“

Zum Volksleiden ist die nach ihrem Entdecker benannte Alzheimersche Krankheit aufgerückt - rund 600 000 Bundesbürger sind von der Krankheit befallen, die zuerst das Gedächtnis, dann die Selbstkontrolle zerstört und schließlich zum Tode führt. Bis zum Jahre 2000 wird sich die Zahl der Alzheimer-Kranken mindestens verdoppeln. Wie es zu dem unaufhaltsamen Zerfall der Gehirnzellen kommt, darüber gibt es inzwischen mehrere Hypothesen.
Ein paar gaffende Passanten umringten die verwirrte Frau, die trotz sengender Junisonne im Pelzmantel auf der Straße stand. Ratlos starrte sie auf die Drehtür des Wilshire-Hotels in Los Angeles: "Wo ist hier der Eingang?" fragte sie kopfschüttelnd. Bevor jemand antworten konnte, war sie resigniert davongeschlurft.
Es war der letzte, gespenstisch wirkende Auftritt einer Schauspielerin, die in den vierziger Jahren als Hollywoods "Liebesgöttin" gefeiert worden war. Nun, im Sommer 1981, kannte Rita Hayworth an manchen Tagen ihren eigenen Namen nicht mehr.
Begonnen hatte ihr Abstieg schon mehr als zwei Jahrzehnte zuvor. Nach 60 Erfolgsfilmen ("Gilda", "Reich wirst du nie") war sie immer häufiger unvorbereitet in den Studios erschienen. Mal hatte sie ihren Text nicht gelernt, mal stand sie vor laufenden Kameras plötzlich wie gelähmt in den Kulissen. Kritik quittierte sie mit wilden, furchteinflößenden Wutanfällen - 1971 mußte sie die Filmarbeit endgültig aufgeben.
Danach bot die fünfmal geschiedene Diva das Schreckbild einer einsamen Trinkerin, die ihrem Nachbarn, dem Filmstar Glenn Ford, im Rausch leere Ginflaschen über die Hecke warf. Wenn sie, verwahrlost und selbstvergessen, durch die Straßen von Beverly Hills irrte, trug sie Zettel in der Tasche, auf denen ihre Adresse verzeichnet war.
Doch als sie, entmündigt, gelähmt und umnachtet, in ihrer New Yorker Wohnung starb, hatten die Ärzte sie längst vom Verdacht der unheilbaren Trunksucht freigesprochen: Nicht der Alkohol, sondern ein tückisches Hirnleiden hatte sie aus der Bahn geworfen und an Geist und Körper zerrüttet - die Diagnose: "Morbus Alzheimer".
Der allmähliche, in den Medien lückenlos dokumentierte Verfall des Weltstars machte erstmals auch die Laienöffentlichkeit mit dem Horror einer Krankheit vertraut, die ihre Opfer auf eine lange, demütigende Höllenfahrt schickt. Das Alzheimer-Leiden, ein schleichender Hirntod, raubt ihnen Stück für Stück das Gedächtnis, den Verstand und am Ende das Leben. Nichts, kein Heilmittel, keine Kur kann den Zerfallsprozeß aufhalten, der die Patienten in den Zustand der "senilen Demenz", des Altersschwachsinns, treibt.
Ihren Namen verdankt die Krankheit dem deutschen Neurologie-Professor Alois Alzheimer, der sie um die Jahrhundertwende entdeckt und am Beispiel einer rätselhaft verstörten Patientin zuerst beschrieben hatte. Doch seine bis heute vorbildliche Fallstudie war archiviert und vergessen worden; kein Nachfolger Alzheimers mochte sich mit dem tristen Gehirnleiden näher befassen.
Noch in den siebziger Jahren galt der Morbus Alzheimer als eine exotische, selten auftretende Alterskrankheit, die in den Lehrbüchern meist nur mit ein paar knappen Zeilen abgehandelt wurde. Seither aber sind in aller Welt ganze Forscher-Bataillone zum Kampf gegen die Krankheit angetreten - ein Unternehmen, das in den USA längst mehr Geld verschlingt als die Aids-Forschung.
46 Alzheimer-Experten aus aller Welt werden als Vortragende bei einem Internationalen Symposium über die Alzheimer-Krankheit auftreten, das vom Mittwoch dieser Woche an in Würzburg abgehalten wird - in Marktbreit nahe Würzburg wurde Alzheimer vor 125 Jahren geboren.
Der wachsende Aufwand wird dem einst ausgefallenen Hirn-Syndrom zuteil, seit es sich in eine Seuche verwandelt hat, die sich in den westlichen Industrieländern unaufhaltsam ausbreitet. In aller Stille, so konstatierte das Ärzte-Fachblatt "Selecta", sei die ruinöse Gehirnkrankheit "von der Rarität zum Volksleiden" aufgerückt. Bis ins nächste Jahrhundert, prophezeit die Zeitschrift, werde die Zahl der Alzheimer-Kranken "explosionsartig ansteigen".
Die "stille Epidemie", wie Ärzte sie nennen, hat schon jetzt ein beklemmendes Ausmaß erreicht: An die 600 000 Bundesbürger leiden derzeit am Alzheimer-Syndrom, etwa 50 000 Neuerkrankungen kommen in jedem Jahr hinzu. In den USA ist das Heer der Alzheimer-Kranken inzwischen auf zwei bis vier Millionen angewachsen. Nach Schätzungen von Experten wird sich die Zahl bis zum Jahr 2000 verdoppeln und in den dann folgenden Jahrzehnten gar verfünffachen.
"Eines der größten medizinischen Probleme in der heutigen Welt" sieht die Weltgesundheitsorganisation WHO in der Alzheimer-Epidemie. Sie werde, fürchtet der britische Mediziner David Kay, "demnächst ganze Staaten arm machen". Rund 80 Milliarden Dollar geben die USA mittlerweile für die enorm aufwendige Pflege der Kranken aus - zwischen den ersten Alzheimer-Symptomen und dem Tod liegen meist acht bis 15 Jahre.
In 50 Jahren, schätzt "Selecta", könnten die Pflegekosten "die Horrorzahl von 400 Milliarden Dollar pro Jahr" erreicht haben, eine Schreckensvision, die von den Gesundheitspolitikern vorerst noch nach Kräften verdrängt wird. Was da auf sie zukomme, warnte soeben das "Deutsche Ärzteblatt", werde demnächst zu "gewaltigen sozialen und ökonomischen Problemen" führen.
Alarm schlug kürzlich auch der Frankfurter Anatomie-Professor Heiko Braak, der Soforthilfe-Maßnahmen forderte: "Angesichts der katastrophalen Lage, auf die wir zusteuern", wären nach seiner Ansicht "erheblich größere Anstrengungen nötig". Die Alzheimer-Epidemie, glaubt er, "droht schon in naher Zukunft unser gesamtes Gesundheitswesen lahmzulegen".
Gleich einem Apokalyptischen Reiter ist der Morbus Alzheimer aus dem Dunkel aufgetaucht, und er schickt sich an, seine altbekannten Gefährten - Krebs, Herzinfarkt und Arteriosklerose - im Parforceritt zu überholen. Sehr bald schon wird er, wie der Heidelberger Molekularbiologe Konrad Beyreuther glaubt, überall in der westlichen Welt die Rolle des "Top-Killers" übernehmen; in der Statistik der Todesursachen liegt er dort bereits auf Platz vier.
Daß die Krankheit ihre Opfer fast stets erst im vorgerückten Alter dahinrafft, mildert ihre Schrecken kaum. Wie zum Spott ruiniert der neue Killer die schönsten Hoffnungen auf einen möglichst langen, friedlichen und gesicherten Lebensabend: Wer dank medizinischer Hilfe oder gesunder Lebensführung heil ins biblische Alter kommt, dessen Aussichten steigen dramatisch, am Morbus Alzheimer dahinzusiechen.
Nur ein Prozent der Gesamtbevölkerung leidet in der Bundesrepublik an der Alzheimer-Krankheit, bei den mehr als 65jährigen sind es schon fünf Prozent. Von den Deutschen, die das 80. Lebensjahr überschritten haben, sind mehr als 20 Prozent an dem schleichenden Gehirnleiden erkrankt.
Erst die immer noch steigende Lebenserwartung in den Wohlstandsländern - mühsam erkämpft im Lauf vieler Generationen - hat dem Alzheimer-Killer freie Bahn verschafft. Seit Jahrzehnten wächst dort immer schneller der Bevölkerungsanteil gerade jener Altersgruppen, die dem Leiden besonders häufig zum Opfer fallen: Rund 20 Prozent der Bundesbürger sind derzeit älter als 60 Jahre, nach der Jahrtausendwende wird jeder vierte Deutsche im Rentenalter sein.
Vom großen Alzheimer-Sterben, notiert Professor Braak, merke die Öffentlichkeit einstweilen wenig, es finde überwiegend "hinter den Mauern alterspsychiatrischer Klinik-Abteilungen statt". Seine düstere Aura verdankt der Morbus Alzheimer bislang eher seinen prominenten Opfern wie der unglücklichen Rita Hayworth, die vom umschwärmten Idol zum traurigen Zerrbild ihrer selbst geworden war.
"Erniedrigend" nannte die Hayworth-Tochter Yasmin den Leidensweg ihrer Mutter, die durch Phasen der Hysterie und des Verfolgungswahns getaumelt und zuletzt im Zustand pflanzenhafter Lethargie verdämmert war; Schreie und ein leeres Lächeln waren ihre letzten Lebensäußerungen.
Wie finsterer Hohn wirkt auch das Alzheimer-Schicksal des ehemaligen SPD-Politikers Herbert Wehner, der einst mit seinen furios herausgeschleuderten Reden die Parteigegner erzittern ließ. Der früher unbeugsame, wortgewaltige Mann starrt heute stumpf ins Nichts, wenn Freunde ihn besuchen; ihre Gesichter erkennt er nicht mehr.
Entmündigt werden, so hieß es letzte Woche, soll auf Antrag seiner Tochter der Maler Willem de Kooning, dessen Bilder derzeit auf dem Kunstmarkt zu Höchstpreisen gehandelt werden - auch er ein Alzheimer-Fall.
Besiegt hat die Krankheit den einstigen, mehrfachen Boxweltmeister Sugar Ray Robinson, einen Helden legendärer Ringschlachten, ebenso den sensiblen Impresario Rudolf Bing, vormals Direktor der Metropolitan Opera in New York, der nun in einem New Yorker Pflegeheim lebt. Sie alle verloschen gleichsam lange vor dem Tag ihres Todes.
Den Verlauf des Leidens hat die Schulmedizin säuberlich in drei Phasen gegliedert: Es beginnt, unmerklich fast, mit leichter Vergeßlichkeit und Störungen bei der Wortfindung. Der Patient versäumt Termine, irrt sich im Wochentag und kann sich neue Namen und Gesichter nur noch mühsam einprägen. Auch fällt es ihm schwerer als früher, sich in fremder Umgebung zu orientieren; er verläuft sich oft, findet sich im Kaufhaus schlecht zurecht oder nimmt auf dem Heimweg den falschen Bus.
Anfangs gelingt es ihm noch, die sich häufenden Ausfallerscheinungen zu kaschieren; mit humorigen Ausreden entschuldigt er seine Zerstreutheit, mit floskelhaften Wendungen tarnt er seine wachsende Unfähigkeit, anspruchsvollen Gesprächen zu folgen. Dabei wirkt er apathisch und wortkarg; seine Hobbys läßt er einschlafen, auch dem Stammtisch bleibt er fern.
Im zweiten, fortgeschrittenen Stadium läßt sich der geistige Abbau nicht länger verbergen. Schwere Sprachstörungen stellen sich ein, der Kranke stottert, das Gedächtnis und der Wortschatz schrumpfen immer rascher. Bald hat der Patient Mühe, etwa das Eßbesteck zu handhaben, oder er vergißt, wie eine Jacke zugeknöpft wird. Sogar die eigene Wohnung kommt ihm zunehmend fremd vor; oft verläßt er sie mit dem Vorsatz, "nach Hause" zu gehen.
Bis zu diesem Punkt bleibt er noch ansprechbar und umgänglich, auch wenn er manchmal unter Sinnestäuschungen leidet oder in panische Erregung gerät. Dann aber, nach etwa sechs Jahren, beginnt die letzte, verheerende Phase der Alzheimer-Krankheit.
Nun erkennt der Patient auch die eigenen Familienangehörigen nicht mehr; sein Gedächtnis ist fast völlig leergeräumt, nur noch wirre Laute gehen ihm von den Lippen. Der Bewegungsablauf ist gestört. Am Ende wird der Patient hilflos wie ein Kleinkind, er kann den Löffel nicht mehr zum Mund führen und verliert die Kontrolle über seine Körperfunktionen.
"Es scheint", so umschreibt die Heidelberger Hochschulzeitung "Unispiegel" das Endstadium des Leidens, "als schlösse sich der Kreis des Lebens auf eine brutale Weise: 80jährige werden unfreiwillig wie Säuglinge, nässen sich wieder die Windeln voll, müssen gefüttert werden, greifen und saugen wie Babys und erinnern sich an kaum etwas". Und das Schlimmste dabei: "Ein Prinzip Hoffnung wie beim Kleinkind gibt es, zumindest für die Zeit im Diesseits, nicht mehr."
Hoffnung auf Heilung der Krankheit, "die den Menschen ihr Ich nimmt" (so Alzheimer-Forscher Beyreuther), ist in der Tat einstweilen nirgendwo in Sicht. Bislang gibt es nicht einmal eine zuverlässige Untersuchungsmethode, mit der sich der Morbus Alzheimer noch zu Lebzeiten des Patienten sicher feststellen ließe.
Nur "per exclusionem", durch Ausschluß aller anderen möglichen Ursachen, kann die Krankheit ermittelt werden. Zu der überaus aufwendigen und entsprechend kostspieligen Alzheimer-Diagnostik gehören außer der Computer-Tomographie und Messungen der Gehirnströme (EEG) Laboruntersuchungen aller Art, psychiatrische Erhebungen sowie allerlei Wahrnehmungstests, die in jüngster Zeit entwickelt wurden.
Untersuchungen des Gesichtssinnes beispielsweise ergaben, daß bei Alzheimer-Kranken schon im Frühstadium subtile Sehstörungen auftreten. So konnten sie etwa auf Testbildern mit gestrichelten Linien abgebildete Gegenstände nicht identifizieren; überdies hatten sie Probleme bei der Farbwahrnehmung oder dem Erkennen perspektivischer Zeichnungen (siehe Kasten Seite 163).
Auch Irritationen des Riechorgans, etwa Geruchshalluzinationen, gelten als frühzeitiger Hinweis auf die Krankheit - alles Befunde, die wegen fehlender Behandlungsmöglichkeiten freilich nur einer "Botschaft des Todesengels" gleichen, wie die Hamburger "Zeit" formulierte.
Erst nach dem Hinscheiden des Patienten, auf dem Sektionstisch des Pathologen, kann die Verdachtsdiagnose gesichert werden - dabei zeigt sich: Das Gehirn des Alzheimer-Kranken, das gleichsam schon vor dem Tod seinen Geist aufgab, ist sichtbar geschrumpft, mitunter auf ein Drittel seines ursprünglichen Volumens; die Hirnkammern (Ventrikel) sind stark erweitert, die normalerweise engen Hirnfurchen klaffen spaltenbreit auseinander.
Gewebsuntersuchungen offenbaren, daß in weiten Hirnregionen die Nervenzellen fast restlos abgestorben sind. In ihrem Inneren haben sich feine Proteinfäden, sogenannte Neurofibrillen, gebildet. Außerhalb der Zellen sind massenhaft seeigelförmige "Plaques" zu erkennen, winzige Klümpchen aus ähnlichen Proteinen. Die Einlagerungen machen die einst elastische Hirnsubstanz "steif und brüchig wie ein Paar alte Stiefel" (so das US-Fachblatt "Medical World News").
Die Frage, was die bizarren Veränderungen im menschlichen Zentralorgan auslöst, ist bislang so gut wie unbeantwortet. Schon Alois Alzheimer hatte den Zerstörungsprozeß, anno 1906, in seiner Studie über die "eigenartige Erkrankung der Hirnrinde" exakt beschrieben, nachdem er das Gehirn seiner Patientin nach deren Tod im Laboratorium untersucht hatte. Alzheimers Lehrer, der berühmte Psychiater Emil Kraepelin (1856 bis 1926), taufte die Krankheit später auf den Namen seines Schülers, der 1915 mit erst 51 Jahren gestorben war.
"Realistisch gesehen", urteilt Anatom Braak, seien die Ursachenforscher bis heute "kaum weiter, als es schon Alzheimer war". Untätig sind sie nicht. Nur bieten sie gegenwärtig noch den Anblick eines wilden Heerhaufens, der entschlossen, doch ohne Führung und gemeinsamen Plan zum Sturm auf die Festung Alzheimer angetreten ist.
Entsprechend verwirrend und widersprüchlich wirkt der Wust von Hypothesen, den die Alzheimer-Forscher in den letzten Jahren publiziert haben. Für die Entstehung der Krankheit wurden, unter anderem, verantwortlich gemacht:
Toxine, vor allem Aluminium - in jeder absterbenden Hirnzelle eines Alzheimer-Kranken, so wurde entdeckt, verzehnfacht sich der Aluminium-Gehalt; das Leichtmetall verbindet sich mit den rätselhaften Plaques und Neurofibrillen im Hirngewebe der Patienten.
Viren - US-Forscher hegen den Verdacht, daß ein noch unbekanntes, langsam wirkendes Virus ("slow virus") die Krankheit auslöst.
Hirnverletzungen - bei vielen Berufsboxern, die am sogenannten Punchdrunk-Syndrom litten, wurden im Hirngewebe ähnliche Veränderungen festgestellt wie beim Morbus Alzheimer; auffallend viele Alzheimer-Kranke haben, wie eine Studie ergab, früher in ihrem Leben Gehirnverletzungen erlitten.
Genschäden oder eine erbliche Disposition - britische Forscher haben bei der Untersuchung von sechs Familien, in denen das Alzheimer-Leiden gehäuft vorkommt, einen Gen-Defekt lokalisiert; er liegt auf dem Chromosom 21, das auch für andere erbliche Hirnkrankheiten wie etwa das Down-Syndrom (Mongolismus) verantwortlich ist.
Störungen des Hirnzell-Stoffwechsels - nach Ansicht des Heidelberger Stoffwechsel-Experten Professor Siegfried Hoyer sterben beim Alzheimer-Leiden die Hirnzellen vor allem an Glukose-Mangel; weil ihnen (womöglich aufgrund von Fehlern im Insulin-Haushalt) der Brennstoff ausgeht, verfeuern sie "hirneigene Substrate" und fressen sich so gleichsam selber auf.
Einige Wissenschaftler schließlich sehen im Morbus Alzheimer nichts weiter als eine katastrophal beschleunigte Form des normalen Hirnalterns; das Zentralorgan, meinen sie, gehe dabei sozusagen im Zeitraffer-Tempo zugrunde.
Gegen die letzte, wohl deprimierendste Hypothese - der zufolge das Alzheimer-Schicksal irgendwann jedermann treffen müßte, sofern er nur alt genug wird - sprechen, gottlob, gravierende Einwände anderer Gelehrter, die heftig bestreiten, daß bei Alzheimer-Patienten lediglich die Lebensuhr schneller abläuft.
Im Normalfall, so betonen etwa die Neurologen, trotze gerade das Gehirn dem Zahn der Zeit mit bemerkenswerter Zähigkeit: Bis zum 75. Lebensjahr sind bei Durchschnittsgreisen maximal fünf Prozent der Hirnzellen abgestorben.
Bis ins sehr hohe Alter, meint der Münchner Psychiatrie-Professor Hans Lauter, sei der Homo sapiens "durchaus noch zu intellektuellen Höchstleistungen in der Lage" - der Morbus Alzheimer müsse als eindeutig krankhafte Sonderform, nicht als normaler Alterungsprozeß betrachtet werden.
Dafür spricht: Nur im Gehirn von Alzheimer-Patienten läßt sich ein bestimmtes Protein ("A 68") isolieren, das als Indikator für die Krankheit gilt; die verräterische Substanz fehlt selbst im Hirn von Greisen, die an anderen Formen von Altersschwachsinn leiden.
Auf wackeligem Grund steht auch die vieldiskutierte Aluminium-Hypothese; das Leichtmetall ist etwa in Tabletten gegen zuviel Magensäure enthalten und wird, in Form von Aluminiumsulfat, zur Trinkwasseraufbereitung verwendet. In Verdacht geriet es durch eine großangelegte Untersuchung, die britische Wissenschaftler 1988 in 88 Landkreisen Südenglands angestellt haben. Ergebnis: Wo der Aluminium-Gehalt im Trinkwasser am höchsten lag, gab es mehr Alzheimer-Kranke als anderswo.
Was sich hinter dem scheinbar simplen Zusammenhang verbirgt, ist noch unklar, mit Sicherheit aber ziemlich kompliziert. "Das gesunde Gehirn", so hat der Alzheimer-Forscher Leopold Liss von der Ohio State University entdeckt, "ist gegen Aluminium geschützt." Drei Jahre hat Liss Versuchskaninchen mit einer stark aluminiumhaltigen Diät gefüttert; danach hatte sich das Metall überall im Körper der Tiere abgelagert, nur nicht im Gehirn.
Liss schließt daraus: Erst wenn die Alzheimer-Krankheit schon ausgebrochen ist, gelangt das Aluminium (wie, ist unbekannt) über die Hirnflüssigkeit in die Nervenzellen und beschleunigt dort das Zerstörungswerk. Der US-Forscher sucht jetzt nach einem Mittel, das die Alu-Invasion ins Gehirn der Patienten stoppen soll.
Das Hauptaugenmerk der Alzheimer-Forschung gilt jedoch den mysteriösen Plaques und Neurofibrillen, die offensichtlich ein selbstmörderisches Eigenprodukt des Hirngewebes sind. Im Zentralcomputer unter dem Schädeldach verursachen die steinharten Knötchen und Fadenknäuel eine Art Kabelbrand: Sie blockieren die Nachrichtenleitungen des immens dicht vernetzten Kommunikationssystems, bis diese verrotten und absterben.
Jede einzelne der insgesamt 15 Milliarden Nervenzellen des menschlichen Gehirns steht mit bis zu 50 000 anderen in Verbindung und tauscht mit ihnen Signale aus - elektrische Impulse, die am Bestimmungsort in chemische Botschaften übersetzt werden müssen.
Genau dort, wo die Empfangsleitungen in die Hirnzellen eingestöpselt sind, an den sogenannten Synapsen, behindern die Alzheimer-Proteine die chemische Übersetzungsarbeit, die von einem noch wenig erforschten Sammelsurium von Botenstoffen (Neurotransmittern) besorgt wird.
Erst in den letzten Jahren ist es den Wissenschaftlern gelungen, den chemischen Aufbau der Alzheimer-Störenfriede zu enträtseln: Die nervtötenden Krümel bestehen aus einer tonartigen Aluminium-Komponente und einem Protein namens Amyloid, das wiederum aus 43 Aminosäuren zusammengesetzt ist.
Es war eine Heidelberger Forschergruppe unter der Leitung des Molekularbiologen Beyreuther, die das Protein-Puzzle löste - und zugleich noch ein Stück weiter in das Alzheimer-Labyrinth vordrang: Beyreuther erkannte als erster, daß es sich bei dem Amyloid nur um das Bruchstück eines 16mal größeren Proteins handelt, das bei gesunden Nervenzellen an der Zellwand klebt und von dort für eine ordnungsgemäße Abwicklung der Nachrichtenübermittlung sorgt.
Nach dem Tod einer Nervenzelle, so formuliert Beyreuther, bleibe das Alzheimer-Amyloid quasi "als Flaschenpost dieses Untergangs" im Hirngewebe zurück. Doch ob die Protein-Trümmer nun die Ursache oder nur die Folge der Krankheit sind - diese Frage ist vorerst noch offen.
Möglicherweise, so spekulieren die Heidelberger Wissenschaftler, entstehen die fatalen Amyloid-Proteine erst nach einer Verletzung der Zellmembran, herbeigeführt etwa durch Schadstoffe oder Stoffwechselstörungen im Gehirn. Doch für denkbar halten die Forscher auch, daß ein fehlerhaftes Gen den Aufbau der Alzheimer-Proteine veranlaßt.
Auf der Suche nach einem solchen Erbfaktor sind die Wissenschaftler, wie sie glauben, schon ein Stück vorangekommen. Sie entdeckten die genetische Blaupause für die Konstruktion jenes Riesen-Proteins, das für die korrekte Signalübermittlung zwischen den Hirnzellen sorgt - das Gen fand sich auf dem hochverdächtigen Chromosom 21.
Eben dort wurden auch belgische Wissenschaftler fündig: Sie hatten eine Familie mit 120 Mitgliedern untersucht, von denen jedes zweite am Morbus Alzheimer erkrankt war; eine Gen-Analyse brachte einen Defekt auf Chromosom 21 ans Licht - allerdings nicht an der Stelle, wo die Heidelberger Forscher das Alzheimer-Gen vermuten.
Trotz solcher Indizien betrachtet Molekularbiologe Beyreuther die Gen-Hypothese mit gedämpftem Mißtrauen. Er neigt, wie viele andere Forscher auch, zu dem Verdacht, daß es mehrere Formen des Morbus Alzheimer gibt, eine erbliche, doch zugleich noch andere, deren Ursachen vorerst im Dunkel liegen; schlechte Aussichten also auf Heilmittel, die das Übel an der Wurzel packen könnten.
Ohnehin besteht kaum Hoffnung, daß Alzheimer-Kranke im fortgeschrittenen Stadium jemals wieder zu Verstand kommen. Einmal abgestorbene Zellen im Hirn sind für immer verloren, sie werden nicht, wie im übrigen Körpergewebe, permanent durch Nachwuchs ersetzt.
Und: Jene festgebackenen Bröckchen aus Protein und Aluminiumsilikat, die wie winzige Grabsteine vom massenhaften Zelltod künden, dürften sich kaum je aus dem Hirn der Patienten wieder entfernen lassen. Selbst im Labor, nach stundenlangen Bädern in kochender Säure, lösten sich die staubfeinen Körnchen nicht auf.
In dieser trostlosen Lage konzentrieren sich die Mediziner auf Versuche, die "schleichende Katastrophe im Gehirn" ("Deutsches Ärzteblatt") wenigstens zu bremsen und die Leidenssymptome der Kranken soweit wie möglich zu lindern.
Dazu experimentieren sie derzeit unter anderem mit allerlei Medikamenten, die das schwindende Denkpotential im Hirn der Alzheimer-Patienten mobilisieren sollen. Einige dieser Mittel dienen dem Ziel, jene chemischen Botenstoffe zu stimulieren, die bei Alzheimer-Kranken mehr und mehr den Dienst versagen.
Eine Forschergruppe am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in Martinsried bei München hat eine körpereigene Substanz entdeckt, die Hirnzellen dazu stimulieren kann, neue Leitungsfasern zu entwickeln, was die Zellen zugleich vor dem Untergang bewahrt. Im Tierversuch mit hirngeschädigten Ratten erwies sich der "Nervenwachstumsfaktor" als wirksam. Ob er auch menschliche Gehirnzellen retten kann, ist noch fraglich.
Inzwischen haben US-Forscher von der Harvard-Universität in Cambridge genetisch manipulierte Zellen, die den Wachstumsfaktor produzieren, in vorgeschädigte Rattenhirne implantiert - mit Erfolg. Doch derlei Experimente bleiben schon deshalb wenig beweiskräftig, weil sich der Morbus Alzheimer nicht auf Tiere übertragen läßt.
Andere Wissenschaftler schließlich, wie etwa der Heidelberger Stoffwechsel-Fachmann Hoyer, bemühen sich, die mangelhafte Ernährung der siechen Alzheimer-Zellen zu verbessern; schon im Frühstadium der Krankheit, so hat sich gezeigt, verbraucht das Gehirn der Patienten nur 50 Prozent der normalen Energiemenge. Mit dem kombinierten Einsatz der gegenwärtig verfügbaren Medikamente, so resümierte kürzlich das Fachblatt "Selecta", sei in manchen Alzheimer-Fällen immerhin "ein Hauch von Heilung" erzielt worden.
Viele Kliniker, aber auch Patienten-Angehörige, sorgen sich allerdings mehr um die labile Gemütslage der Kranken, die häufig unter Depressionen, Verfolgungswahn (Paranoia), Erregungszuständen und quälenden Ängsten leiden. "Die Psychiater drücken sich", klagt die Ehefrau eines Betroffenen, "sie füttern die Kranken wahllos mit Beruhigungsmitteln oder wahndämpfenden Drogen, ohne zu fragen, ob sie damit den Verlauf des Leidens nicht beschleunigen."
Eine US-Studie, soeben publiziert im "American Journal of Psychiatry", bestätigt das Laien-Urteil: Bislang, konstatieren die Autoren, ignoriere die Seelenheilkunde die schweren psychischen Nebenfolgen der Krankheit; es sei höchste Zeit, ein sinnvolles Behandlungskonzept für die verstörten Patienten zu entwickeln.
Vor "therapeutischem Nihilismus" warnen auch andere Experten; es sei weder moralisch vertretbar noch medizinisch sinnvoll, meinen sie, die Alzheimer-Kranken als ausgebrannte Fälle abzuschreiben. Schon kleinste Fortschritte in der Behandlung könnten sich segensreich auswirken: Wenn es gelänge, die Endphasen der Krankheit auch nur für ein paar Jahre hinauszuzögern, glauben manche Ärzte, würde vielen der ohnehin betagten Patienten das Schlimmste erspart bleiben.
Bislang tragen die Angehörigen die Hauptlast bei der Versorgung der schwierigen Alzheimer-Kranken, eine Bürde, die oft ganze Familien an den Rand der Erschöpfung treibt. Rund 90 Prozent der Patienten werden viele Jahre hindurch zu Hause gepflegt, in die Klinik kommen sie meist erst kurz vor ihrem Tod.
Nach amerikanischem Vorbild sind in den letzten Jahren auch in der Bundesrepublik überall Selbsthilfegruppen entstanden, die dem Erfahrungsaustausch und der wechselseitigen Unterstützung dienen. "Als meine Mutter erkrankte", berichtet Helmut Megele, Initiator einer Münchner Notgemeinschaft, "hatte ich keine Ahnung und machte Fehler auf Fehler."
Nur mühsam lernte Megele "die richtige Form der Zuwendung" für die verwirrte Kranke, die einfühlsam und umständlich auf alle Alltagsverrichtungen vorbereitet werden mußte. Das Wichtigste für Verwandte wie Nachbarn sei, meint Megele, "sich bewußt zu machen, daß dieser Mensch ein schwerkranker Patient ist und nicht vertrottelt und verkalkt".
"Der Geist stirbt bei dieser Krankheit, aber nicht die Seele", sagt der Münchner Psychiater Alexander Kurz; auch er verlangt mehr Mitgefühl für die Alzheimer-Kranken, doch seine Erfahrung hat ihn gelehrt: "Wenn die Angehörigen nicht lernen, mit der Krankheit zu leben, kann es zu Katastrophen kommen."
Kurz kennt die Aggressionsgefühle Angehöriger, die sich manchmal bis zur Mordlust steigern können - etwa wenn der Kranke in einem unbewachten Augenblick die Wände der Wohnung mit Kot beschmiert, alle Schränke leert oder im Schlafzimmer Feuer legt.
Zermürbend wie ein endloser Alptraum sei die Krankheit ihres Ehemannes für sie gewesen, erklärt die Bremer Rentnerin Lisa Spenrath: "Erst war mein Mann wie ein Sechsjähriger, dann wie ein Fünfjähriger, am Schluß wie ein Einjähriger. Immer nur abwärts. Es war fürchterlich."
Noch in diesem Jahr wollen führende Experten eine "Deutsche Alzheimer-Gesellschaft" gründen, die nicht nur die Forschung koordinieren und fördern, sondern auch den bedrängten Angehörigen Luft verschaffen soll. Die Initiatoren wollen die Politiker mobilisieren, mehr Geld für professionelle Helfer auftreiben und Pläne für eine besser organisierte Alzheimer-Pflege ausarbeiten.
Das "nahezu überall zu beobachtende Desinteresse" an der Alzheimer-Krankheit müsse endlich überwunden werden, fordern auch die Autoren eines jüngst erschienenen Handbuchs, das eine engere Zusammenarbeit von Familien, Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern vorschlägt*. Die Verfasser plädieren für eine "grundsätzliche Änderung der Einstellung zu dieser Krankheit". Doch da fällt Optimismus schwer.
Mit der Opferbereitschaft geduldiger Angehöriger werden kommende Generationen von Alzheimer-Kranken immer weniger rechnen können. Für diese Annahme sprechen die Daten der Sozialwissenschaftler, die in allen Industrieländern eine Art Atomisierung des Gesellschaftskörpers beobachten.
Seit langem wächst dort die Quote der Single-Haushalte unaufhaltsam, in Großstädten wie Hamburg liegt sie inzwischen bei 47 Prozent. Zugleich schwindet die Bindungskraft der verbliebenen "Kernfamilien", auch "Alt-Ehen" (so Bundesfamilienministerin Ursula Lehr) werden immer häufiger geschieden.
Vom neuen Typus der wohldotierten, unternehmungslustigen "jungen Alten", glauben die Experten, sei die entsagungsvolle Krankenpflege im Familienhaushalt künftig kaum mehr zu erwarten. Alzheimer-Kranke werden deshalb wohl in Zukunft immer häufiger und früher in Pflegeheime abgeschoben werden.
Dort aber herrschen, wie Alzheimer-Forscher Braak zu berichten weiß, schon jetzt "verheerende Zustände", denen vor allem das Pflegepersonal längst nicht mehr gewachsen ist. Was geschehen und erst recht was es kosten würde, wenn in den überfüllten Anstalten auch noch Hunderttausende von Alzheimer-Kranken Unterkunft finden müßten, daran wagen die Sozialpolitiker bislang nicht einmal zu denken.
Auf die Solidarität der jüngeren Generation können die Alterskranken nicht bauen. Zu erwarten sei in den nächsten Jahrzehnten "ein Krieg der Jungen gegen die Alten, der gnadenlos wird", prophezeite vor kurzem die Zeitschrift "Wiener" aufgrund einer Umfrage unter 1610 Bundesbürgern im Alter von 18 bis 35 Jahren.
"Wir kündigen den Generationenvertrag! Wir wollen die Suppe nicht auslöffeln, die uns die Alten eingebrockt haben!" So faßte das Zeitgeist-Blatt das Ergebnis der Befragung zusammen; 46 Prozent der Interviewten fühlen sich nicht mehr an den vielbeschworenen "Sozialpakt" gebunden, 49 Prozent sind strikt gegen jede weitere Steigerung der sozialen Gesundheitskosten.
"Altenhaß" mache sich breit, schreibt auch die Zürcher "Weltwoche", die "das Ergrauen Europas als wahre Zeitbombe" bezeichnet - mit dem Morbus Alzheimer als besonders gefährlichem Sprengsatz?
Der klinische Terminus, meint die US-Zeitschrift "Insight", stehe jedenfalls wie ein Menetekel am Ende einer Epoche, die im Kampf gegen Krankheit und Tod die menschliche Lebenserwartung beispiellos gesteigert habe.
Nun ernte sie, gleichsam als faule Frucht ihrer Fortschritte, die deprimierende Erkenntnis, daß der schleichende Hirntod die gewonnene Lebenszeit wieder aufzehrt. Den Medizinern, schreibt "Insight", gehe es wie Kindern beim Spiel mit der russischen Puppe, die in ihrem Inneren immer neue Puppen birgt.
Doch neu ist die "schwarze Pest" Alzheimer nicht: Die Krankheit, behaupten Medizinhistoriker, habe vor 185 Jahren schon Europas unerbittlichsten Denker um Verstand und Leben gebracht - den Königsberger Philosophen Immanuel Kant, der die "Kritik der reinen Vernunft" geschrieben hat.

DER SPIEGEL 25/1989
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