27.02.1989

RÜCKSPIEGELZitate, Der SPIEGEL berichtete ...

Zitate
Die Hamburger "Morgenpost" zu den Prognosen des ZDF-Politbarometers und der SPIEGEL-Umfrage über die politische Situation im Monat Dezember in Nr. 52/1988:
Nun erfährt der Bundeskanzler die bittere Wahrheit auch mal aus erster Quelle: Weil er ja so stolz darauf ist, den SPIEGEL nicht zu lesen, mußte er aufs ZDF warten. Helmut Kohl und seine Regierungskoalition haben keine Mehrheit mehr bei den Wählern. Heute bei den Mainzelmännern, vor Wochen in der SPIEGEL-Umfrage. Das müßte sitzen, auch bei Aussitzer Kohl.
Die Münchner "Abendzeitung":
Doch auch Helmut Kohl ist nicht mehr unantastbar, seit seine CDU eine Wahl nach der anderen verliert und der Kanzler-Bonus sich bei ihm hartlebig als Malus entpuppt. Seine Politik sei "konfus und hilflos", wird selbst in eigenen Reihen analysiert. Der SPIEGEL sieht schon "Kanzlerdämmerung" heraufkriechen. Da Kohl den nicht liest, wird er sich wohl selbst bei Laune halten und sich mit seinem Lieblingspruch trösten "Die Hunde bellen, die Karawane zieht weiter". Nur: Ein neuer Karawanenführer steht schon parat: Kohls CDU-Vize Lothar Späth. In der Popularitäts-Hitliste ist er schon die Nummer eins.
Der SPIEGEL berichtete . . .
. . . in Nr. 12/1988 EXPORTE - DEUTSCHE WAFFEN FÜR DIE CONTRAS? über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Firma Heckler & Koch in Oberndorf, der vorgeworfen wird, Waffen über den US-Geheimdienst CIA nach Mittelamerika geliefert zu haben. Der SPIEGEL berichtete in diesem Zusammenhang auch über den Direktor der Schweizer Heckler & Koch-Tochter, den Kaufmann Wolfhart Fritze. Fritze sei Direktor der Firma Heckler & Koch in Oberndorf, habe in Las Vegas bei einem Kongreß für Waffennarren eifrig mitgeschossen, Verbindungen zur CIA gehalten und mit ihr über Waffengeschäfte verhandelt. Zum Beweis für diese Verbindungen zitierte der SPIEGEL aus angeblicher Korrespondenz der Firma Heckler & Koch über den Handel mit Munition und Waffen für Mittelamerika.
Es hat sich im Verlauf der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen herausgestellt, daß die Briefe, die Herrn Fritze belasten und die der Staatsanwaltschaft und dem SPIEGEL in Kopie vorlagen, von einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma Heckler & Koch gefälscht worden sind. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft Rottweil ein Ermittlungsverfahren wegen Urkundenfälschung und falscher Anschuldigung eingeleitet. Der SPIEGEL hält daher die obengenannten Behauptungen nicht aufrecht.

DER SPIEGEL 9/1989
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DER SPIEGEL 9/1989
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