30.01.1989

Scheidung: Späte Folgen bei den Kindern

In der bislang gründlichsten Studie über die Auswirkungen der Scheidung kommt eine amerikanische Psychologin zu überraschenden Ergebnissen. So leiden jüngere Männer und ältere Frauen besonders schwer unter der Trennung, und Kinder haben oft noch nach zehn Jahren den Verlust der Familiengemeinschaft nicht überwunden.
Wenn die Erde bebt oder der Deich bricht, ist die Lage klar: "Bei Naturkatastrophen bringen Eltern instinktiv ihre Kinder in Sicherheit", sagt die amerikanische Psychologin Judith Wallerstein. Nicht so bei einer Scheidung, bei der die elterlichen Instinkte zu versagen scheinen. "Die Kinder kommen erst mal aufs Abstellgleis", weil die Erwachsenen "vorrangig mit eigenen Problemen beschäftigt sind".
Als sei Scheidung eine "ansteckende Krankheit", bleibt auch das soziale Auffangnetz ungeknüpft. Freunde ziehen sich zurück, Verwandte meiden den Schauplatz der Krise, und auch Pfarrer oder Kollegen versagen zumeist Rat und Mitgefühl. "Sie fürchten, Partei ergreifen zu müssen" oder "wollen nicht zwischen die Fronten" der auseinanderbrechenden Ehegemeinschaft geraten.
Ebensowenig verläßlich ist die sprichwörtliche Heilkraft der Zeit. Zehn und noch mehr Jahre reichen offenbar nicht aus, um bei den geschiedenen Partnern und deren Kindern die mit der Scheidung verbundenen "Gefühle und Erinnerungen zu verscheuchen, Schmerzen und Depressionen zu lindern, Eifersucht, Zorn und Wut auszulöschen".
Die Erkenntnisse der amerikanischen Psychologin basieren auf der bislang umfangreichsten Langzeitstudie über Ehescheidungen und deren Auswirkungen für die unmittelbar Betroffenen. 60 Ehepaaren (mit insgesamt 131 Kindern), die sich 1971 hatten scheiden lassen, ist Judith Wallerstein auf der Spur geblieben. Seit über anderthalb Jahrzehnten hält die Psychologin mit Unterstützung eines kleinen Mitarbeiterstabs den Kontakt zu den Mitgliedern der geschiedenen Familien aufrecht.
Die untersuchten Ehepaare waren zum Zeitpunkt der Scheidung durchschnittlich elf Jahre verheiratet, ihre Kinder zwischen einem und 18 Jahren alt gewesen. Sie wohnten in der Nähe von San Francisco und gehörten soziologisch der weißen amerikanischen Mittelklasse an. Eingehend befragt (das Verhalten von Kleinkindern wurde in einem kinderzimmerähnlichen Testraum beobachtet) wurden die Probanden während der Trennungsphase über einen Zeitraum von sechs Wochen, dann zunächst 18 Monate, schließlich 5 und 10, etliche sogar 15 Jahre nach der Scheidung.
Die Ergebnisse der zehnjährigen Befragung sind nun vollständig ausgewertet. Gemeinsam mit der Wissenschaftsjournalistin Sandra Blakeslee hat Judith Wallerstein das Zehnjahresfazit niedergeschrieben. Es erscheint Mitte nächsten Monats mit einer Erstauflage von 150 000 Exemplaren auf dem amerikanischen Buchmarkt, zwei Wochen später auch in deutscher Übersetzung**.
Wohl kann die US-Psychologin ihren Untersuchungsergebnissen nicht die einer gleichartigen Kontrollgruppe von intakten Familien vergleichend gegenüberstellen. Doch dies "streng wissenschaftliche Manko" beeinträchtige "nicht die Aussagefähigkeit der Wallersteinstudie", urteilt der Münchner Psychologe und Direktor des bayrischen Staatsinstituts für Frühpädagogik und Familienforschung, Wassilios Fthenakis. Der gebürtige Grieche hält die Ergebnisse durchaus für auf deutsche Verhältnisse übertragbar.
Die US-Studie hat neben der einmalig langen Beobachtungsdauer den Vorzug, daß die Folgen der Scheidung nicht auf einzelne Mitgliedergruppen der geschiedenen Familien getrennt untersucht wurden. Statt wie bei ähnlichen Studien, die sich mitunter nur auf die jeweiligen Reaktionen der Mütter, Väter oder Kinder konzentrierten, habe Judith Wallerstein "ihr Augenmerk auf die Gesamtfamilie gerichtet - und das ist auch richtig und wichtig", sagt Fthenakis.
Die seit über anderthalb Jahrzehnten beibehaltene Versuchsanordnung hat zu einer Reihe von überraschenden Ergebnissen geführt, die vielfach gängigen Auffassungen zuwiderlaufen.
Auf rund ein Jahr hatte die amerikanische Psychologin anfangs ihre Studie ausgelegt. Innerhalb dieses Zeitraums, so die Erwartung, würden "normale, gesunde Menschen mit den Problemen einer Scheidung fertig werden"; hernach, glaubte die Psychologin, hätte "man bei Eltern und Kindern nur noch ihre allmähliche Wiedergesundung dokumentieren und beobachten" müssen.
Doch war die durch das "schwere Trauma" Scheidung ausgelöste Krise zum Zeitpunkt der ersten Nachfolgebefragung, nach 18 Monaten, nicht vorüber. Ebensowenig nach drei Jahren, einem Zeitraum, in dem nach bisher gültiger Faustregel Scheidungskinder die akuten Folgen der Trennung, wie Leistungsabfall in der Schule oder Depressionen, überwunden und auch die Erwachsenen ihr Leben neu eingerichtet haben.
"Scheidung ist ein schillernder Begriff", schreiben die Autorinnen. Nur rein juristisch sei sie "ein einmaliges, zeitlich begrenztes Ereignis". Psychologisch jedoch werde durch eine Ehescheidung eine ganze, mitunter endlose Kette von Änderungen der Lebensverhältnisse und Beziehungen in Gang gesetzt - "ein Prozeß, der das Leben der Betroffenen ein für allemal verändert".
Mehrheitlich ging der Scheidungswunsch von den Frauen aus. Sie setzten in 65 Prozent der Fälle die Trennung gegen einen widerwilligen Ehemann (Anteil der männlichen Scheidungsbetreiber: 35 Prozent) durch.
Dies Ungleichgewicht war auch zehn Jahre später noch ablesbar. Obwohl sie nach eigenen Angaben mit ihrem Leben nicht zufrieden waren, standen weitaus mehr Frauen (80 Prozent) zu ihrer Scheidungsentscheidung, während nur jeder zweite Mann die damalige Auflösung der Ehe vorbehaltlos als richtig ansah.
Keinen Zweifel lassen die Autorinnen daran, daß sie die Ehescheidung für ein "nützliches und notwendiges Mittel" halten, "um einen sozialen Mißstand zu beheben". Es sichere den beteiligten Ehepartnern "nicht mehr, aber auch nicht weniger" als die Möglichkeit, "einen großen Fehler ihres Lebens zu korrigieren" sowie "einen zweiten Versuch zu starten".
Diese Möglichkeit nutzten die Partner unterschiedlich. Dennoch kristallisierte sich an der Zehnjahresmarke eine Reihe auffälliger Verhaltens- und Entwicklungsmuster heraus. Sie waren häufig an das jeweilige Alter der ehemaligen Eheleute gekoppelt:
Keine der über 40jährigen Frauen ging eine neue Ehe oder eine stabile Partnerschaft ein;
jede zweite der Frauen, die nicht wieder geheiratet hatten, klagte unabhängig vom Alter über eine Vielzahl körperlicher Gebrechen wie etwa Migräne, Rückenschmerzen, Bluthochdruck oder Darmkrämpfe. Vergleichbare Symptome waren bei wiederverheirateten Frauen selten;
obwohl sie häufiger als ihre Ex-Partnerinnen wieder heirateten, verliefen die zweiten oder dritten Ehen der über 40- und 50jährigen Männer mehrheitlich unglücklich;
jeder zweite über 40jährige Vater, gleich ob neuerlich geschieden oder nicht wieder verheiratet, fühlte sich "total isoliert" und "regelrecht blockiert", hatte zudem Schwierigkeiten, den Kontakt zu den eigenen Kindern zu suchen;
Männer, die bei der Scheidung zwischen 30 und 39 Jahre alt waren, zählten zehn Jahre später zu den Hauptgewinnern: Sie waren selten einsam, hatten viele Freunde, führten hervorragende zweite Ehen und kamen im Beruf voran.
Bei Frauen in dieser Altersgruppe waren glückliche Gewinner selten. Viele suchten zwar sozialen Anschluß in lokalen Klubs und Arbeitsgruppen, um so den Scheidungsschmerz zu lindern. Der Aufbau neuer Partnerschaften aber schlug häufig fehl. "In meinem Alter findet man nicht mehr so leicht einen geeigneten Mann", nannten die Betroffenen als Begründung, sich mit dem Verlust "sozialer, sexueller und persönlicher Bedürfnisse" abgefunden zu haben.
Ihr Konzept von den offensichtlichen "Gewinnern und Verlierern" einer Scheidung gründet Judith Wallerstein vor allem auf die Untersuchungsergebnisse der Männer und Frauen, die in ihren Zwanzigern geheiratet, Kinder bekommen, dann aber auch wieder auseinandergegangen waren.
War es den meisten Frauen in dieser Altersgruppe gelungen, die Scheidungsfolgen zu überwinden und ihren Lebenskurs erfolgreich zu ändern, begann für die 20- bis 29jährigen Männer mit ihrer ersten Scheidung eine "Schlingerfahrt nach unten" (Wallerstein).
Wohl heirateten alle dieser Männer wieder. Doch zehn Jahre nach der ersten, zumeist von der Frau ("Mein Mann ist so kindisch") betriebenen Scheidung war auch fast jede (90 Prozent) Zweitehe gescheitert. Zurückgeblieben in ihrer "psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung" schlidderten diese Männer durchs Leben. Jeder zweite hatte keinen festen Beruf, nur jeder vierte kam regelmäßig seinen Unterhaltsverpflichtungen nach, keiner fiel durch ausgeprägtes Selbstbewußtsein auf.
Während die Erwachsenen gemeinhin den Verlauf und Stand ihrer ehelichen Beziehung beurteilen und die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Scheidung abschätzen können, haben die Kinder nur selten vollen Einblick in die Beziehungskrise ihrer Eltern. Einzige Ausnahme ist, wenn es zwischen Vater und Mutter zu offen gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt.
Nur diese, zumeist älteren Zeugen elterlicher Prügelei empfanden die Scheidung der Eltern, wie Judith Wallerstein herausfand, als Erleichterung. Darauf vorbereitet allerdings waren sie genausowenig wie die Mehrzahl der Kinder, deren Eltern ohne Geschrei und Schläge auseinanderdrifteten. Als es dann soweit war, weigerten sich die meisten, die Scheidung als Tatsache anzuerkennen. Viele von ihnen gaben ähnlich den Geschwistern Lotte und Luise im Kinderfilm "Das doppelte Lottchen" die Hoffnung nicht auf, daß die Eltern wieder zusammengehen würden.
Als Hauptursache für die unterschiedlichen Reaktionen von Kindern und Eltern auf die Scheidung führt die US-Psychologin einen einleuchtenden Grund an: Eltern eröffnet die Scheidung den zweiten Versuch, Kinder aber können nicht nochmals von vorn anfangen.
Während die Erwachsenen den jeweiligen Partner und - zumeist der Vater - die Kinder verlassen, stürze für diese das "Klettergerüst der Familienstruktur ein, das ihnen den langen Aufstieg vom Kind zum Erwachsenen ermöglichen soll", schreiben die Autorinnen.
Kaum Wunder, daß sich alle in der Wallersteinstudie erfaßten Kinder meist noch nach einem Jahrzehnt an die Begleitumstände der Scheidung und deren unmittelbare Folgen erinnern: "Was sie sehen und erfahren, wird Teil ihrer Innenwelt, ihrer Ansichten über sich selbst und über die Gesellschaft." Mehr noch: Nahezu alle Kinder gaben an, daß ihre Kindheit und ihr Erwachsenwerden unter dem "Schatten der Scheidung" stand.
Viele hinlänglich bekannten Verhaltensweisen von Scheidungskindern wurden in der Studie bestätigt.
Unfähig, das Benehmen ihrer Eltern zu verstehen, haben Kinder im Vorschulalter enorme Angst, verlassen zu werden: "Wenn ein Elternteil verschwinden kann", glauben sie, "kann auch der andere entschwinden." Schlafstörungen, Bettnässen und Daumennuckeln sind häufige Folgen; viele Kinder sind gegenüber jüngeren Geschwistern oder Spielkameraden zänkisch; andere werden traurig und kapseln sich ab, weil sie die Scheidung der Eltern unbewußt ihrem eigenen Verhalten und Benehmen zuschreiben.
Schuldgefühle entwickelten auch viele Kinder, die zum Zeitpunkt der Scheidung die ersten Schulerfahrungen sammelten. Ihre schulischen Leistungen sackten erheblich ab. Viele Kinder fühlten sich zudem zurückgestoßen oder verpflichtet, für Vater oder Mutter Partei zu ergreifen; tiefe Loyalitätskonflikte waren die Folge.
Ausgeprägte Zorngefühle auf ihre Eltern entwickelte die Gruppe der neunbis zwölfjährigen Scheidungskinder, und da besonders auf den Elternteil, dem sie die Schuld an der Scheidung zuschoben. Hauptsächlich unter Kindern dieser Altersgruppe entdeckte Judith Wallerstein den Hang, sich mit einem Elternteil zusammenzutun, um den jeweils anderen zu kränken und zu verletzen.
Daß Kinder, wie häufig angenommen, im fortgeschrittenen Teenageralter die Scheidung als Tatsache akzeptieren und sich auf die neue Situation einzurichten suchen, konnte die amerikanische Psychologin nicht bestätigen. Gerade Scheidungskinder in diesem Alter der ersten sexuellen Orientierung und Partnersuche fürchten den Zusammenbruch der Familienstruktur. Sie leiden darunter und haben ohne dieses Hilfsgerüst und diesen Schutzschild enorme Angst, womöglich den Fehler ihrer Eltern zu wiederholen.
Vor allem dem langen Beobachtungszeitraum wohl zuzuschreiben ist, daß die Scheidungsforscherin bei den Kindern ihrer Studie eine Reihe bisher wenig oder gar nicht bekannter Verhaltensmuster entdeckte: So reagieren Mädchen und Jungen bisweilen unterschiedlich auf die elterliche Scheidung.
Jungen etwa fällt es schwerer als Mädchen, ihre vermutlich durch die Scheidung angekurbelten Aggressionen zu zügeln, die schulische Talfahrt abzufangen und ein normales Verhalten gegenüber Bezugspersonen zu entwickeln.
Bei heranwachsenden Mädchen entdeckte Judith Wallerstein eine Spätreaktion, die sie den "sleeper effect" nannte. Diese Mädchen waren zum Zeitpunkt der Scheidung noch nicht zehn Jahre alt gewesen und hatten in der Folgezeit den Eindruck erweckt, die Trennung der Eltern gut verarbeiten zu können.
Zehn Jahre später, bei den ersten ernsthaften Liebesgefühlen, entwickelten diese Mädchen häufig Angst- und Schuldgefühle. Sie hielten eine Ehe für erstrebenswert und schreckten gleichzeitig heftig davor zurück. Sie glaubten an die wahre Liebe, erwarteten aber, betrogen zu werden.
Der Versuch, mit dem plötzlichen Erkenntnisschock fertig zu werden, schreibt das Autorenduo, "mündete in viele Sackgassen". Viele Mädchen aus dieser Gruppe "heirateten sehr früh" und "oft impulsiv" - und ließen sich schnell wieder scheiden - oder "schliefen mit einem Jungen nach dem anderen", wie die Mutter der 15jährigen Tanya klagte.
Der Bedeutung, die offenbar dem "Verzögerungseffekt" bei Scheidungstöchtern zukommt, entspricht die Erwartung, die Scheidungssöhne gegenüber ihren Vätern haben. In der Abnabelungsphase vom (zumeist) Mutterhaus, fühlen sich Jungen, wie Judith Wallerstein beobachete, "intensiv zu ihren Vätern hingezogen". Oft war die Hinwendung so stark, daß die Jungen bei der Mutter aus- und beim Vater einzogen.
Neben den geschlechtsspezifischen Reaktionen der Kinder fanden die US-Forscherinnen Verhaltensweisen, die gleichermaßen für Mädchen und Jungen galten. Auffällig zum Zeitpunkt der Zehnjahresmarke war etwa, daß von den Scheidungskindern
im Alter zwischen 19 und 24 Jahren mehr als ein Drittel keinen klaren Lebenszielen nachstrebte, vorzeitig von der Schule abgegangen war, sich mit Gelegenheitsjobs, etwa als Bote, Kellnerin oder Fahrer, durchschlug - sie waren "hilf- und richtungslos";
20 Prozent erhebliche Mengen Alkohol konsumierten. "Zur Schule ging ich mindestens zweimal pro Woche betrunken, ich meine, richtig besoffen", erzählte die 23jährige Kristin;
zwischen 10 und 30 Prozent sich kriminell verhielten - sie stahlen, legten Feuer, handelten mit Drogen oder prostituierten sich.
Gleich, ob sie nun durchs Alltagsleben schlingern oder - nach schweren Schlappen - einen zielgerichteten Lebensweg einschlagen, eins ist allen befragten Scheidungskindern gemeinsam: Sie entwickelten ausgesprochen konservative Moralvorstellungen.
Die Kinder scheinen erreichen zu wollen, was ihren Eltern mißlungen war - eine "gute Ehe", die auf "romantischer Liebe" und "steter Treue" basiert. Mehrheitlich gaben die Scheidungskinder an, erst Kinder in die Welt setzen zu wollen, wenn ihre Ehe sich als haltbar erwiesen hätte. Man könne, sagte eine 23jährige Probandin, "zwar eine Ehe entheiraten, aber kein Kind entzeugen".
Hinweise, wie ernst den Scheidungskindern eine dauerhafte Partnerschaft ist, glaubt Judith Wallerstein bei der derzeit laufenden Befragungsrunde, 15 Jahre nach der Scheidung, entdeckt zu haben: 40 Prozent der 19- bis 29jährigen Scheidungskinder hatten sich in psychotherapeutische Behandlung begeben, um Beziehungsprobleme auszuräumen.
Am meisten überrascht ein Untersuchungsergebnis, das Judith Wallerstein bei der Befragung der Ex-Partner erhielt. Konträr zu Tratsch-Urteilen und Volksweisheit scheinen gescheiterte Eheleute nämlich durchaus lernfähig.
Männer, die beim Scheidungsaufwasch die mangelnde sexuelle Bereitschaft ihrer Ehefrauen als einen Trennungsgrund angeführt hatten, achteten beim zweiten Versuch stärker auf die sexuelle Ehekomponente. Und Frauen, die sich von einem gewalttätigen oder trunksüchtigen Ehemann getrennt hatten, wählten beim Neuanfang sanfte und trockene Partner.
Einer Eigenschaft, die in Bett und Alltag weniger augenfällig ist, saßen viele Frauen jedoch ein zweites Mal auf: Oft war der zweite Ehemann so treulos, wie es der Verlassene gewesen war. #

DER SPIEGEL 5/1989
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


DER SPIEGEL 5/1989
Titelbild
Abo-Angebote

Den SPIEGEL lesen oder verschenken und Vorteile sichern!

Jetzt Abo sichern
Ältere SPIEGEL-Ausgaben

Kostenloses Archiv:
Stöbern Sie im kompletten SPIEGEL-Archiv seit
1947 – bis auf die vergangenen zwölf Monate kostenlos für Sie.

Wollen Sie ältere SPIEGEL-Ausgaben bestellen?
Hier erhalten Sie Ausgaben, die älter als drei Jahre sind.

Artikel als PDF
Artikel als PDF ansehen

Scheidung: Späte Folgen bei den Kindern

  • Videoanalyse aus Brüssel: "Der Gipfel droht zum Frustgipfel zu werden"
  • Nordsyrien: 120 Stunden Gefechtspause
  • Walkadaver in der Tiefsee: Gefundenes Fressen
  • Kuriose Operation: Flügeltransplantation für Schmetterling