13.11.1989

Probleme mit Klein

Auch mit dem vierten Regierungssprecher hat Helmut Kohl Probleme. CSU-Minister Hans ("Johnny") Klein widme sich, so heißt es in der Bonner Regierungszentrale, zu intensiv seinen eigenen Ambitionen als Kandidat für das Münchner Oberbürgermeisteramt, fehle zu häufig im Amt wie bei Koalitionsgesprächen und kümmere sich nur unzureichend um den "Verkauf" des Kanzlers, dessen Image demnächst wahrscheinlich eine PR-Agentur aufpolieren soll. Politische und fachliche Differenzen kommen hinzu. Der CSU-Politiker habe, so heißt es im Kanzleramt, in der brisanten Diskussion um die polnische Westgrenze zu stark die harte Position des CSU-Vorsitzenden Theo Waigel vertreten. Und er vermasselte dem Kanzler einen PR-trächtigen Fernsehauftritt: Dem Bonner ARD-Studio sollte ein Interview mit Kohl angedient werden, bei dem des Kanzlers außenpolitischer Berater Horst Teltschik Fragen und Antworten gleich vorformuliert hatte. Der Ex-Journalist Klein verhinderte das mit der Begründung, ein solches Manöver sei den ARD-Kollegen nicht zuzumuten. Der Text wurde schließlich zu einem "Exklusiv-Interview" Anfang Oktober in Bild umgearbeitet ("Kohl: Reformen, dann Milliarden").

DER SPIEGEL 46/1989
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